Evangelische Kirchengemeinde erstmals mit von der Partie

Nicht nur der Körper, auch die Seele kann bei der Tour de Burladingen zwischendurch rasten.

Burladingen. Es ist schon seit vielen Jahren eine schöne Veranstaltung, wenn das Jugendparlament und die Stadtverwaltung Burladingen Radfahrbegeisterte aus Nah und Fern zur „Tour de Burladingen“ einladen. Auf ausgeschilderten Wegen kann man die herrliche Landschaft der Schwäbischen Alb genießen und Kleinode am Wegesrand entdecken.

Zahlreiche Vereine bieten dazu noch ein Rahmenprogramm, welches die Biker an die verschiedenen Orte lockt. Ob nun die Markthockete in Ringingen, die Modellflieger in Stetten u. H. oder der Hochseilgarten in Hermannsdorf. Dieses Jahr ist auch die Evangelische Kirchengemeinde Burladingen mit von der Partie. Sie bietet bei der evangelischen Kirche in Gauselfingen eine Stempelstation an. Am 23. Juni ist dort zudem um 11 Uhr Gottesdienst, den die Radfahrer besuchen können. Gleich im Anschluss, gegen 12 Uhr, wird dort, unweit der alten Grundschule und der Festhalle, die Stempelstation in Gauselfingen aufgebaut und zudem Getränke an die sportlich Aktiven verkauft.

Es soll dabei nicht nur um eine körperliche Verschnaufpause gehen, sondern auch die Seele soll hier rasten dürfen. Die kleine Kirche ist bis 17 Uhr für alle geöffnet, welche die Stille suchen, ein Gebet sprechen oder spirituell auftanken wollen. Es wird dieses Jahr also nicht nur Fun, Spaß und Action entlang der Radwege geben, sondern auch ein Zur-Ruhe-Kommen für die Seele.

Da die Burladinger Versöhnungskirche nicht entlang der ausgeschilderten Tourpfade liegt, wird die Evangelische Kirchengemeinde Burladingen ihre Präsenz an die Trigema-Arena verlagern. Auch hier bekommen die fleißigen Radler ihre Stempel und können mit Getränken ihren Durst löschen. Und auch hier soll ein Erfrischungsgetränk nicht das einzige sein, welches die Radfahrer mit auf den weiteren Weg bekommen. Informationen rund um die Kirchenwahlen innerhalb der Evangelischen Landeskirche Württemberg sowie ein kurzer Bibelvers sollen die Tourteilnehmer begleiten – völlig unaufdringlich.

Die Idee dazu hatte Kirchengemeinderätin Vera Bender bei einem Einkehrtag im Kloster Kirchberg. Während des Bibelteilens stellte eine Teilnehmerin die Frage in die Runde: „Wieso gehen wir eigentlich nicht auf die Leute zu, sondern warten, dass sie in die Kirche kommen? Jesus war unterwegs und hat die Menschen da aufgesucht, wo sie lebten und arbeiteten.“

Der Plan, die Kirche quasi zu den Menschen zu bringen, stieß innerhalb des Kirchengemeinderats auf positive Resonanz. Auch Jugendparlament und Stadtverwaltung zeigten sich offen für das neue Angebot. Und so werden am 23. Juni Kirchenpfleger Jörg Bitzer sowie die Kirchengemeinderäte Christiane Grüner, Vera Bender und Uwe Wolf an den beiden Stempelstationen präsent sein, um den Radfahrern eine körperliche und seelische Verschnaufpause zu bieten.

Schwarzwälder Bote - Vera Bender

Von Fäden, Farbflotte und Kaltklotzanlage

Bei der Führung durch die Produktion von Deutschlands größtem Hersteller von Sport- und Freizeitbekleidung kamen die Besucher ins Staunen.

Burladingen (vb). Da wird geklotzt und nicht gekleckert und das auf hohem Niveau. Das wurde bei der Betriebsbesichtigung der Firma Trigema in Burladingen schnell deutlich. Die Damen des "Burladinger Frauentreffs", einer Gruppierung der Evangelischen Kirchengemeinde Burladingen, hatten sich mit männlicher Begleitung zum Termin angemeldet. Und sie staunten bei der zweistündigen Führung nicht schlecht.

Einen ersten Überblick erhielten die Teilnehmer, zu der sich eine zweite Besuchergruppe gesellte, über den Firmenfilm, in dem die 100-jährige Geschichte von Trigema lebendig wurde. Als Josef Mayer im Jahr 1919 die "Trikotwarenfabrik Gebrüder Mayer", kurz Trigema, mit 200 Mitarbeitern in Burladingen gründete, war das Unternehmen schon zu dieser Zeit modern, rationell und effektiv. Nach dem Krieg wurde erweitert und gebaut, man festigte den Standort Burladingen, schuf weitere Arbeitsplätze und verfügt inzwischen "von den Alpen bis zur Nordsee" über 46 Testgeschäfte, beschäftigt an drei Produktionsstandorten 1200 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von über 100 Millionen Euro pro Jahr, war zu erfahren.

Und Grundlage dieses Erfolges ist der Baumwollfaden. Diesen bekamen die neugierigen Besucher auch als erstes auf ihrer anschließenden Tour zu sehen. Auf unzähligen Paletten türmten sich die Spulen mit Baumwollfäden, welche an Rundstrickmaschinen rund um die Uhr zum Schlauch gestrickt werden. Es geht also wirklich rund, könnte man sagen.

Wo denn die Baumwolle her komme, wollte eine der Damen von Steffen Welsch wissen, der die Gruppe durch sämtliche Bereiche des Betriebs führte. In der Hauptsache werde der natürliche Rohstoff auf einer Plantage in Griechenland angebaut. Nur kleinere Mengen werden aus Ägypten oder der Türkei bezogen, lautete die Antwort. Was die heimischen Besucher besonders faszinierte, war die Tatsache, dass man sich wirklich frei im laufenden Betrieb bewegen konnte und Fragen gestellt werden durften.

Einzig ausgenommen waren die "Farbküche", in der nach Rezepten die Farben für die Stoffbahnen zusammengemischt werden, sowie die Designabteilung, in der man gerade über der kommenden Frühjahrs-/Sommerkollektion 2020 brütet.

Bei 135 bis 195 Grad Celsius wirkt die Farbe

Manche Zahlen, die genannt wurden, waren für die Frauen atemberaubend. So würde man beispielsweise 87 000 Handstricker benötigen, um die gleiche Menge an Stoff herzustellen wie die Rundstrickmaschinen. Und bei Vollauslastung werden in Burladingen pro Woche 100 000 Teile hergestellt.

Nach der Strickerei besuchte man die Färberei, in der dem Stoff die "Farbflotte" zugeführt wird. Bei 135 bis 195 Grad Celsius wirkt die Farbe maximal sieben Stunden auf das Gewebe ein. Wesentlich länger dauert es in der "Kaltklotzanlage" bei niedrigeren Temperaturen.

Das Wolfgang Grupp viel Wert auf Qualität legt, wurde mehrfach betont. Und beinahe hätten die Besucher auch persönlich mit dem Firmeninhaber ins Gespräch kommen können, denn die Führung endete in der Verwaltung, doch zu diesem Zeitpunkt war der Chef buchstäblich ausgeflogen und per Hubschrauber im Dienste seiner Firma unterwegs.

Vor allem die Männer hätten sich gerne mit dem medienpräsenten Unternehmer unterhalten. Schließlich hat er im Jahr 1969, als er von seinem Vater die Firma übernommen hatte, für weiteren Aufschwung gesorgt, Tennisbekleidung mit ins Programm genommen und stets Wert auf Nachhaltigkeit und Effektivität gelegt. So ist Trigema in Sachen ökoeffektiver Mode heute Vorreiter und erzeugt sogar sämtlichen Strom selbst.

Auch die Zuschneiderei war äußerst interessant, da Unmengen an Stoffbahnen aufeinandergelegt und die vielen Teile dann ausgeschnitten werden. Im Nähsaal sind im Dreischichtbetrieb auch 43 Männer beschäftigt. Diese Domäne ist also nicht nur den Frauen vorbehalten. Genäht wird auch in den Werken in Rangendingen und Altshausen. Die vorbereitenden Herstellungsschritte, vom Stricken bis zum Zuschneiden, finden allerdings allein in Burladingen statt. "Oft sind wir schon an Trigema vorbeigefahren, aber welch’ große, moderne und sehr fortschrittliche Firma Trigema ist, wussten wir nicht", bedankte sich am Schluss ein Ehepaar aus Balingen bei Frauentreff-Leiterin Vera Bender für die Möglichkeit, einmal hinter die Kulissen schauen zu können.

Schwarzwälder Bote - Vera Bender

15 Jugendliche feiern ihre Konfirmation

Es war ein Festtag für die Evangelische Kirchengemeinde Burladingen, als am Sonntag 15 junge Menschen konfirmiert wurden.

Burladingen. Die Fahne am Kirchturm kündigte den Freudentag an und die Versöhnungskirche konnte die Festgemeinde kaum fassen, so viele Menschen wollten den Konfirmationsgottesdienst miterleben.

 

Zum Erwachsenwerden gehöre es, dass man eigene Wege und eigene Antworten suche und die Eltern müssten das mit viel Gelassenheit aushalten, erläuterte Pfarrer Andreas Heid. Anhand der Geschichte von Petrus erklärte er, dass es drei Haltegriffe für den Einstieg in eine zweite Chance gebe. Als Jesus von Petrus verraten war, blickte ihn dieser dennoch mit Liebe an. Der Kontakt zu Jesus bleibe also, so der Theologe, der verdeutlichte: "Gott schaut euch an." Und nachdem Petrus seinen Verrat bereut hatte, hielt er dennoch an der Gruppe fest und diese an ihm. "Bleibt in der Gemeinschaft", so die Aufforderung des Pfarrers. Schließlich sei Petrus nach der Auferstehung Jesu gefragt worden, ob er ihn lieb habe. "Haltet es aus, wenn Gott euch ins Gewissen redet. Gott lässt euch nicht allein!" Kirchengemeinderätin Vera Bender forderte in ihrem Grußwort die Konfirmanden auf: "Bleibt weiter mutig und entschlossen. Lebt euren christlichen Glauben und setzt euch für andere ein."

Die Einsegnung der jungen Erwachsenen wurde durch den Gospelchor "InSpirit" und Anton Roggenstein an der Orgel feierlich umrahmt.

Konfirmiert wurden Luis Beck, Lukas Betz, Erja Boss, Silas Bürker, Lisa Gerecke, Joshua Girra, Angelina Herbig, Christine Lovanov, Julian Nill, Vincent Paul, Svea Pfister, Jacob Riehle, Albert Schander, Tim Weiss und Ronja Wörner.

Schwarzwälder Bote - Vera Bender

Anfang einer guten Kooperation

Der Begegnungsgottesdienst an Christi Himmelfahrt hatte wahrlich Symbolcharakter für die beiden Kirchengemeinden Bitz und Burladingen.

Bitz/Burladingen. Es war der erste Gottesdienst dieser Art, der am Feiertag in der Nikolauskirche in Bitz gehalten wurde. Denn dieser Begegnungsgottesdienst machte seinem Namen alle Ehre. Gemeindeglieder beider evangelischer Kirchengemeinden fanden sich im großen Kirchenraum ein und Mitglieder beider Kirchengemeinderatsgremien sorgten dafür, dass man danach noch gemütlich auf dem Kirchhof beim Mittagessen zusammensitzen konnte. Dieser Gottesdienst setzte den Beginn einer guten Kooperation zwischen Bitz und Burladingen.

Die Begegnung fand in vielerlei Hinsicht statt. So beteiligten sich die Kirchengemeinderäte Uwe Wolf aus Burladingen und Ramona Hausdörfer aus Bitz am Gottesdienst mit Schriftlesung und Fürbitten. Und die Predigt wurde nicht an der Kanzel gehalten, sondern vor dem Altar, abwechselnd von Pfarrerin Annegret Liebmann aus Burladingen und von Pfarrerin Bärbel Danner aus Bitz.

Und auch das Thema dieser Predigt passte ausgesprochen gut zur Begegnung und zu Christi Himmelfahrt. Denn gerade, weil Jesus in den Himmel aufgefahren war, hat er alle Menschen zusammengeführt, egal, an welchem Ort sie leben.

Es ging um die Bibelstelle aus dem ersten Buch der Könige, Kapitel acht, und um die Einweihung des Tempels in Jerusalem. Mit einer Zeitreise entführte Pfarrerin Danner die Kirchgänger zu dieser prachtvollen Einweihung, als der fünfjährigen Miriam erklärt wurde: "Ab jetzt wohnt Gott in diesem Haus, das König Salomon für ihn gebaut hat." Zuvor wohnte Gott an vielen anderen Orten. Es war wohl ein schöner Gedanke für das kleine Mädchen, dass sie hier Gott besuchen könne, wenn es ihr danach sei.

Einen Blick in die Stube des Schreibers einige Jahrhunderte nach der Tempelweihe wagte Pfarrerin Liebmann. Könige und Propheten hatten verspielt. Der Schreiber notierte, nachdem die Babylonier den Tempel bis auf die Grundmauern zerstört hatten: "Gott wohnt hier nicht mehr." So einfach lasse sich Gott nicht vereinnahmen, auch nicht durch einen mächtigen König, stellte die Theologin fest. Die Frage: "Wo wohnt Gott?", sei auch heute nicht einfach zu beantworten. Aber man könne Gott auf viele Weise begegnen, denn er sei nicht an Orte gebunden, so Annegret Liebmann.

Bärbel Danner ging noch einen Schritt weiter. Sie erzählte kurz die Handlung des Films "Der liebe Gott im Schrank", bei dem ein Mädchen einen Obdachlosen für den lieben Gott hält. Eine amüsante Geschichte. Aber Pfarrerin Danner verdeutlichte damit: "Gott kann man in den ungewöhnlichsten Menschen begegnen." Man müsse eben nur bereit sein für die Begegnung – ob in Bitz oder in Burladingen. Und an diesem sonnigen Feiertag war so mancher für die vielfältigsten Begegnungen bereit. Und hernach war es eine Bereicherung für alle.

Schwarzwälder Bote - Vera Bender

Große Freude: Pfarrerin Liebmann im Amt

Annegret Liebmann wurde in einem feierlichen Gottesdienst in ihr Amt als Burladinger Pfarrerin eingesetzt.

Der Sonntag war ein Freudentag für die evangelische Kirchengemeinde Burladingen: In der Versöhnungskirche wurde die neue Pfarrerin Annegret Liebmann willkommen geheißen.

Die Orgel spielte und der Burladinger Gospelchor „In Spirit“ ließ mit mehreren Liedern seine Freude über die Investitur der Pastorin spüren – die wiederum von den Songs sichtlich begeistert war.

„Der Mai macht alles neu – auch die evangelische Kirchengemeinde Burladingen“ sagte Dekan Beatus Widmann in seiner Einführung. Die einjährige Vakatur nach der Pensionierung von Pfarrer Christoph Dinkelacker habe nun ein glückliches Ende gefunden. Annegret Liebmann wandle ab jetzt auf der Alb in der Spur des „guten Hirten Jesus Christus“ und betreue 1400 Gemeindemitglieder in Burladingen, Gauselfingen, Hausen, Starzeln, Killer, Ringingen und Hermannsdorf.

Die Pfarrerin selbst wirkte in ihrer Vorstellung charmant und offenherzig. Seit Anfang April lebe sie nun in Burladingen. „Ein kleines bisschen fühle ich mich schon heimisch“, sagte sie. Wert legt die 54-Jährige, die gestern ihre erste Predigt in der Versöhnungskirche hielt, wie sie selber sagte, auf „Toleranz, Wertschätzung und auf das Miteinander.“

Zur Amtseinführung versammelten sich die Kirchengemeinderäte, die Kirchenbezirksvertreter und die Sprecher der Landeskirche um den Altar. Die Pfarrerin legte dann ihr Amtsversprechen auf die Ordnung der evangelischen Landeskirche ab und empfing kniend den Segen des Dekans, der ihr auch die vom Landesbischof unterzeichnete Bestellungsurkunde übergab.

Verabschiedet hat sich am Sonntag Peter Dieling namens der Eselsberger Lukaskirche, in der Liebmann zuletzt tätig war. Dieling sagte schweren Herzens Lebwohl. Pfarrerin Ulrike Nuding, eine Studienfreundin, bezeichnete ihre Kollegin Annegret Liebmann in ihrem Grußwort als „eine Frau, die nicht locker lässt und gründlich arbeitet.“

Der Erste Beigeordnete der Stadt Burladingen, Berthold Wiesner, meinte: „Wir sind froh, dass sie sich für unsere Stadt entschieden haben.“ Er sicherte Liebmann volle Unterstützung und gute Zusammenarbeit zu. Dazu überreichte Wiesner der Naturliebhaberin Rad- und Wanderkarten der Umgebung sowie einen guten Tropfen Wein.

„Wir nehmen sie mit offenen Armen auf!“ So hieß Uwe Wolf vom Kirchengemeinderat Burladingen die gebürtige Metzingerin willkommen. Er überreichte der Geistlichen einen Geschenkkorb und eine kleine Elefanten-Figur, wobei er ihr für ihre Arbeit die Eigenschaften eines solchen Rüsseltieres wünschte – eine dicke Haut, Mut, Wachsamkeit, aber auch Gemütlichkeit.

Rektorin Monika Rudolf sprach namens der Burladinger Schulleiter und Lehrer. Sie hob hervor, dass Annegret Liebmann bald an der Grundschule Religion unterrichtet. „Dass sie uns bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen wollen, zeigt, wie sehr ihnen die Kleinsten, die Kinder, am Herzen liegen.“. Als Willkommensgeschenk übergab sie einen Blumengruß.

Schuldekanin Amrei Steinfort schloss sich diesen Worten an und meinte: „Mit Ihnen ist uns ein Herz und ein Licht über Burladingen aufgegangen.“ Eine Ideensammlung, ein Blinklichtstäbchen sowie eine dazu passende Textpassage waren die Präsente der Schuldekanin.

Annegret Liebmanns Amtskollegin Bärbel Danner aus Bitz freute sich auf die bevorstehende Kooperation der beiden Kirchengemeinden, die demnächst mit einem Begegnungsgottesdienst ins Rollen kommen soll. Sie hatte einen Brotlaib, eine Rose und einen Blumenstrauß mitgebracht.

Vikar Cornelius Chukwu überbrachte die Glückwünsche der katholischen Seelsorgeeinheit Burladingen-Jungingen. „Wir sind an weiteren ökumenischen Begegnungen interessiert und freuen uns, dass sie mit einer  positiven ökumenischen Einstellung hergekommen sind“, sagte er. Ein Geschenk hatte die katholische Kirche bereits zum Osterfest übergeben – eine Osterkerze.

Vera Bender vom Kirchengemeinderat hatte die Grußworte moderiert. Sie ging kurz auf das Bewerbungsverfahren ein und dass Burladingen nun erstmals in seiner Kirchengeschichte eine Pfarrerin habe. „Wir stehen hinter Ihnen“, versprach Bender.

Dem Gottesdienst folgte ein Stehempfang. Schnell wurde deutlich, dass die Burladinger ihre neue Pfarrerin schon jetzt ins Herz geschlossen haben.

Hohenzollerische Zeitung - Karl Stiefel

Treue und Mut, dein Wort zu sagen

Nach genau einjähriger Vakanz und einer turbulenten Zeit im Kirchengemeinderat war es gestern soweit: Die 54-jährige Annegret Liebmann wurde am Sonntag als evangelische Pfarrerin in der Burladinger Versöhnungskirche in ihr Amt eingeführt.

"Es ist mir ein großes Bedürfnis, mich zu bedanken", betonte der Balinger Dekan Beatus Widmann während des Gottesdienstes und lobte den Einsatz des Kirchengemeinderats, der Ehrenamtlichen, der Pfarrer, die vertretungsweise Dienste übernommen hatten, und der Gemeinde, die sich während des einen Jahres in Geduld geübt hatte. "Diese Zeit ist nun vorbei", betonte Widmann. "Gib ihr Treue und Mut, dein Wort zu sagen", bat Widmann in seinem Gebet. Pfarrerin einer Gemeinde zu sein, das sei eine große und schwere, aber auch schöne Aufgabe.

Nachdem sich Liebmann der Gemeinde vorgestellt hatte, sprach sie noch einmal kurz über ihre Schwerpunkte. "Eigentlich geht es heute gar nicht anders", sagte sie über die Ökumene und betonte, für wie wichtig sie Toleranz und Wertschätzung, das Miteinander halte. Transparenz und Kommunikation seien dabei Schlüsselworte. "Ich bin gerade vier Wochen hier und fühle mich schon heimisch." Peter Dieling vom Kirchengemeinderat der Lukaskirche in Ulm, in der Liebmann zuvor Seelsorgerin war, betonte, wie sehr er die Pfarrerin in den 16 Jahren ihres Dienstes in Ulm schätzen gelernt habe. Ihre liturgisch geprägten Passionsandachten seien ihm da besonders in Erinnerung. Die ehemalige Studienkollegin und langjährige Freundin, Pfarrerin Ulrike Nading sagte: "Ich kenne Dich als eine Frau, die nicht locker lässt", und dies sei angesichts der nicht nur im bildlichen Sinne vielen Baustellen, die in Burladingen auf Annegret Liebmann warten, gut so.

Nach der Amtseinsetzung, dem Gelübde und dem Segen des Dekans Widmann, widmete sich Liebmann in ihrer ersten Predigt in der Fehla-stadt dann den Werten, die es zu vermitteln gelte. Für Christen gelte es, nicht nur dazu aufzurufen, sondern die Botschaft Christi auch zu leben.

Der Erste Beigeordnete Berthold Wiesner entrichtete die Grußworte der Stadt Burladingen, sicherte eine gute Zusammenarbeit zu und überreichte zum Geschenk auch Wander- und Radwegekarten. "Genießen sie die Natur in unserer Gegend und machen sie sie zur Quelle ihrer Kraft für ihre Arbeit."

Mit großem Wohlwollen, so der katholische Vikar Cornelius Chukwu, habe die katholische Gemeinde Liebmanns Einstellung zur Ökumene vernommen. "Wir bauen Brücken zu einander, sitzen im gleichen Boot und spüren die Säkularisierung der Gesellschaft". Darum sei der Zusammenhalt der Konfessionen umso wichtiger.

Monika Rudolf, Leiterin des Burladinger Schulverbunds freute sich, Liebmann auch als Kollegin und Religionslehrerin an der Grundschule begrüßen zu dürfen, ebenso Schuldekanin Amrei Steinfort. "Mir ist das Herz aufgegangen, als ich gehört habe, wie wichtig für sie der Religionsunterricht ist", sagte Steinfort.

Pfarrerin Bärbel Danner, die während der Vakanz viele Gottesdienste abgehalten hatte, wies auf die Tradition der Fehlastadt als von der Textilindustrie geprägten Ort hin. Sie zitierte aus dem Lied der streikenden Textilarbeiterinnen in Massachusetts von 1912, Brot und Rosen. Die Arbeiterinnen hatten gerechten Lohn gefordert und eine menschenwürdige Arbeits- und Lebensumgebung. Als Sinnbild übergab Danner ihrer neuen Kollegin und Freundin zum Geschenk auch ein Brot und eine Rose.

Grüße vom Kirchengemeinderat überbrachte Uwe Wolf. "Wir nehmen sie mit offenen Armen auf", versicherte er. Zuvor hatte die Vorsitzende des Besetzungsgremiums, Vera Bender, von ihrem ersten Kennenlernen versichert: "Sie sind nicht alleine". Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Gospelchor Inspirit, ein Stehempfang schloss sich an.

Schwarzwälder Bote - Erika Rapthel-Kieser

Aktivitäten zu Wasser und zu Lande

"Damals lief gerade nichts. Da habe ich mir gesagt, ich fange mal an", so schildert der heute 66-jährige Dieter Boßmann, wie er 2007 in der evangelischen Kirchengemeinde Burladingens die Pfadfindergruppe gründete.

Burladingen. Zu dieser Zeit lebte Boßmann gerade seit einem Jahr in Burladingen. Er selber ist seit seinem 16. Lebensjahr Pfadfinder. "Ich war ein Quereinsteiger", kommentiert er den späten Eintritt in eine Gruppe, deren Ideen ihn seitdem immer wieder begeistern. Als er in die Fehlastadt kam und feststellte, dass die evangelische Kirchengemeinde noch keine Pfadfinder hatte, stellte Boßmann bei einem Gemeindefest einfach zwei Zelte auf, ließ einen Film laufen und suchte Mitstreiter. Bald hatte er eine kleine Gruppe zusammen, avancierte zum Stammesältesten. Die Aktiven entschieden sich dafür, ihre Gruppe nach Alexander von Humboldt zu benennen. Der Name des Forschers, Abenteurers und Universalgenies steht für einen vorurteilsfreien Blick, lebenslanges Lernen, Humanität und Menschenfreundlichkeit.

Mittlerweile sind die Burladinger Pfadfinder elf Jahre alt, haben rund zehn aktive Mitglieder. Geführt werden sie außer von Dieter Boßmann auch von den Gruppenleitern Ute Liebald und Lukas Reinecke. Und nach den Sommerferien soll sich eine Kindergruppe von Sieben- bis Elfjährigen bilden – die so genannten Wölflinge.

Jeden Tag eine gute Tat – auf das gängige Klischee zum Thema Pfadfinder angesprochen, hat Boßmann ein Lächeln parat. "Das ist eigentlich eine Umschreibung dafür, dass wir Jugendliche dazu anhalten, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und zu helfen, wenn sie können." Respekt vor den Mitmenschen, davon ist Boßmann überzeugt, "haben Kinder instinktiv drauf", man müsse sie nur machen lassen. Und "Führung geschieht im Dialog". So werden auch die Aktivitäten gemeinsam ausgesucht.

Pfadfinder zu sein, heißt vor allem, draußen sein. Längst bevor das Wort von den Outdoor-Aktivitäten in aller Munde war, hatten sich Pfadfinder Naturerlebnisse, ausgedehnte Wanderungen, Lagerleben und das Übernachten unter freiem Himmel auf die Fahnen geschrieben. Zelt aufbauen, Feuer machen, eine Suppen kochen, und das alles im Team, das macht die Pfadfinder "lagertauglich", wie Bossmann sagt. Die Burladinger sind aber noch mehr. Sie sind auch "seetauglich". Weil Boßmann einen Segelschein hat, fiel es ihm nicht schwer, die Burladinger Kinder für Segeljollen, Kanus und Kajakfahrten zu begeistern, und so haben die Pfadfinder auch eine so genannte Waterscouting-Gruppe – die Seepfadis, wie sie sich selber nennen –, die kleine Boote, Kanus und Kajaks hat. Geübt wird am Kirchentellinsfurter Baggersee, dem Epplesee oder am Bodensee. Zwar sind die Burladinger evangelischen Pfadfinder unter dem Dachverband der VCP, dem Verband christlicher Pfadfinder, organisiert, aber, so Boßmann: "Wir stehen allen offen. Zu uns dürfen auch Katholiken kommen und wir würden uns freuen, wenn auch ein paar muslimische Jugendliche den Weg zu uns finden. Wir wollen niemanden bekehren." Auch Erwachsene, die Interesse an der Jugendarbeit haben, dürfen sich bei der unternehmungslustigen Gruppe melden.

Jugendleiterinnen und Jugendleiter können sich bei den Pfadfindern qualifiziert weiterbilden. "Auch Quereinsteiger", betont Dieter Boßmann, die eben nicht schon seit dem Kindesalter bei den Pfadis sind. Dabei würden Fortbildungswillige und Anwärter auf Jugendleiterposten auch finanziell unterstützt. Und schließlich sei es auch möglich, ein Freiwilliges Soziales Jahr bei den Pfadfindern zu machen.

 Kontakt zu den Burladinger Pfadfindern gibt es unter: stammdontospamme@gowaway.vcp-burladingen.de

Schwarzwälder Bote - Erika Rapthel-Kieser

Fabrikant zeigt sich großzügig

Ihr Vorbild steht in Hirschegg im Kleinen Walsertal – und der Grundstock für den Bau der evangelischen Kirche in Gauselfingen war eine Spende des Textilfabrikanten Emmerich Mayer, dem die Fabrik Jercoma gehörte. Die Grundsteinlegung war am 12. Juni 1958.

 

Burladingen-Gauselfingen. Emmerich Mayer, auch Schwanen-Mayer genannt, war, nachdem die kleine evangelische Gemeinde Gauselfingens auch aufgrund der Flüchtlinge stark gewachsen war und die Wohnzimmer-Gottesdienste fast aus allen Nähten platzten, auf den damaligen Vikar G. Amann zugegangen. "Herr Vikar, wir bauen eine Kirche!", hatte Mayer ihm verkündet und gleich einmal den Bauplatz am Waldrand in der Schulstraße und eine fünfstellige Summe als Grundstock gestiftet. Der Architekt machte sich ans Werk.

Die ersten Entwürfe mit rechteckigem Grundriss und Dachreiter gefielen dem Förderer aber nicht wirklich. Er fand, eine richtige Kirche müsse auch einen Turm haben, und so nahm man die kleine runde Kirche in Hirschegg im Kleinen Walsertal zum Vorbild. Der Turm wurde zum Vorbau, der Grundriss wurde oval. Hinter dem Altar ist ein einziges buntes Glasfenster eingebaut, das den Titel "Der gute Hirte" trägt. Auf dem Grundstein, rechts des Altars, steht ein Text aus dem Lukas-Evangelium Kapitel 12, Vers 32 geschrieben: "Fürchte dich nicht, du kleine Herde".

Die Einweihung war am 1. Februar 1959. Seitdem ist das Fehlatal in Gauselfingen umrahmt von zwei Kirchen, auf der einen Hangseite die katholische, auf der anderen die evangelische, die zwar 80 Besuchern einen Platz bietet, aber bis heute keinen Namen trägt. Gottesdienste finden in dem kleinen evangelischen Gotteshaus alle 14 Tage statt. "Und dann kommen auch oft katholische Christen", berichtet die Mesmerin Gabriele Wiedmann. Sie ist seit 20 Jahren für die Kirche zuständig, hält sie sauber, schmückt sie für die Gottesdienste und kümmert sich um die Grünanlage. Sehr gefreut hat sie sich, als vor fünf Jahren die kleine runde Kirche renoviert wurde und einen behindertengerechteren Zugang und auch eine Toilette bekam.

Viele Ideen für das kleine Gotteshaus

Einmal, so berichtet Wiedmann, hätten sich an einem Heiligabend 117 Besucher zum Gottesdienst eingefunden. "Da mussten wir Stühle aufstellen und ein bisschen quetschen, das war wirklich kuschelig", freut sich die 50-Jährige noch heute. Sie hofft, so wie die anderen evangelischen Christen Burladingens auch, dass die Pfarrerstelle bald wieder besetzt wird. Denn der Kirchengemeinderat hat viele Ideen für das kleine Gotteshaus in Gauselfingen. Es eignet sich hervorragend für Trauungen, kleine Konzerte, Lesungen oder auch mal ein Taizé-Gebet. Dann würde die Türe der Kirche öfter offen stehen, als nur jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat.

Schwarzwälder Bote - Erika Rapthel-Kieser

Die Suche nach einem neuen Pfarrer

"Es sieht gut aus", sagt Vera Bender, Vorsitzende des Besetzungsgremiums der evangelischen Kirchengemeinde Burladingen. Zum 1. Januar 2019 könnte die derzeit verwaiste Pfarrstelle wieder besetzt sein.

Burladingen. Pfarrer Christoph Dinkelacker war nach 17 Jahren an der Spitze der evangelischen Kirchengemeinde in den Vorruhestand getreten, der Pfingstgottesdienst war eine seiner letzten öffentlichen Amtshandlungen gewesen. Seitdem werden die Gottesdienste von Pfarrerin Bärbel Danner aus Bitz, übernommen, Stellvertreter im Pfarramt ist Herbert Würth aus Hechingen, der für Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen, Beerdigungen oder die Seelsorge zuständig ist, und um die Konfirmanden kümmert sich Pfarrer Frank Steiner aus Rangendingen.

Es läuft also alles bei Burladingens evangelischen Christen. Aber ein Dauerzustand ist das natürlich nicht. Die Neubesetzung einer Pfarrstelle in einer evangelischen Gemeinde ist ein langer Prozess. Wie der aussieht, erklärte Vera Bender im Gespräch mit unserer Zeitung. Bereits am 13. März, so erläuterte sie, sei das Besetzungsgremium zum ersten Mal zusammen getreten. Ihm gehören alle Kirchengemeinderäte sowie der Bezirksvertreter an. Bender wurde zur Vorsitzenden gewählt, und schließlich setzte das Gremium den Ausschreibungstext für die Stellenanzeige auf. "Der liest sich so wie der von einer Firma", erklärt Bender. Zunächst stellt sich die Gemeinde samt ihrer Gruppen und Zirkel vor und erläutert das Stellenprofil, die Konditionen, etwa die Wohnsituation, und formuliert schließlich, was die Gemeinde sich von dem neuen Stelleninhaber oder der Stelleninhaberin wünscht. Danach wird die Stelle vom Oberkirchenrat ausgeschrieben, der vom Besetzungsgremium formulierte Text in einem Fachblatt für Pfarrer, es nennt sich "a+b" (Arbeit und Besinnung) veröffentlicht.

Die Burladinger Stelle war am 17. April bereits dort ausgeschrieben. Allerdings ging innerhalb der dreiwöchigen Frist keine einzige Bewerbung ein. "Junge Pfarrerinnen und Pfarrer wollen nicht aufs Land, und eine Gemeinde wie die unsere mit zwei Kirchen und den vielen Teilorten ist vielleicht auch nicht auf Anhieb attraktiv", weiß Bender. Am 19. Juni wurde die Stelle ein zweites Mal ausgeschrieben, und diesmal muss zumindest eine Bewerbung eingegangen sein. Denn das Besetzungsgremium hat jetzt einen Namen und die Bewerbungsunterlagen eines Kandidaten, den der Oberkirchenrat den Burladingern ausgewählt und benannt hat. Ob weitere Bewerbungen eingegangen sind, das wird das Gremium allerdings nicht erfahren. Einige der Burladinger Kirchengemeinderäte haben sich allerdings schon aufgemacht, um einmal einen Gottesdienst ihres Kandidaten zu besuchen. Einige werden das in den nächsten Wochen noch tun. Denn demnächst muss das Besetzungsgremium zusammentreten und den Bewerber zum Vorstellungsgespräch empfangen. "Eigentlich hätten wir bis Ende August die Wahl abhalten müssen. Aber weil wir mitten in der Urlaubszeit und einige noch verreist sind, habe ich um Fristverlängerung gebeten", erläutert Vera Bender. Trotzdem, sie hofft, dass das Vorstellungsgespräch bis Ende September stattfinden und am selben Abend gleich gewählt werden kann. Der Kandidat muss dabei mindestens sechs Stimmen erhalten, unabhängig davon, ob alle Gremiumsmitglieder anwesend sind. Da kaum ein Pfarrer oder eine Pfarrerin ihre Gemeinde in der Vorweihnachtszeit wird verlassen wollen, schätzt Vera Bender, dass die Burladinger zum 1. Januar 2019 wieder einen Pfarrer oder eine Pfarrerin haben.

Schwarzwälder Bote - Erika Rapthel-Kieser

Lebens-Schwellen können Chance sein

Lauter strahlende Gesichter waren am Sonntag beim Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde Burladingen zu erblicken. Unter den zahlreichen Besuchern waren auch viele, die erstmals zum Fest kamen und sich wohl fühlten.

 

Burladingen. Den Beginn setzte der Gottesdienst, den Pfarrerin Bärbel Danner aus Bitz unter das Motto "Segen" stellte. Bekannt sind die Worte "Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein"; sie stammen aus dem ersten Buch Mose Kapitel zwölf und beschreiben den Aufbruch des 75-jährigen Abraham in ein fremdes Land, in eine neue Zukunft. "Am Übergang, auf der Schwelle, das ist ein bevorzugter Ort des Segens", erläuterte Pfarrerin Danner. Solche Schwellen des Lebens seien merkwürdige Orte und nicht ganz ungefährlich. Anhand von Beispielen verdeutlichte die Seelsorgerin Schwellensituationen.

 

Auch Nationalmannschaft in Schwellensituation

Ob zum Beginn einer Reise, am Schulstart, dem Aufbau einer neuen Beziehung oder an der Schwelle zwischen Leben und Tod, wenn man am bedürftigsten für den Segen sei. Auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft befinde sich gerade in einer Schwellensituation, griff Danner aktuelle Ereignisse auf. Man zögere und frage sich, was wohl kommen werde, bevor man sich ins Ungewisse aufmache. Doch Schwellensituationen könnten eben auch eine große Chance sein.

Die Predigt hätte an diesem Sonntag nicht besser passen können. Denn auch die Kirchengemeinde selbst befindet sich gerade in einer Schwellensituation und sucht einen neuen Pfarrer oder eine Pfarrerin. Erfreulich war es dabei für die Kirchengemeinderäte, dass sie auf die Hilfe und Kooperationen von unterschiedlichster Seite vertrauen durften. So wurde das Gemeindefest zu einer rundum gelungenen Veranstaltung.

Neben ehemaligen Konfirmanden standen auch Jugendliche des diesjährigen Jahrgangs bereit, um an der Saftbar alkoholfreie Cocktails zu mixen. Die Pfadfinder luden zum Armbrustschießen und zum Zielen mit der Steinschleuder ein.

Es wurde Stockbrot am offenen Feuer gebraten, und das Zelt mit dem Tippkick-Turnier wollten die Kinder gar nicht mehr verlassen. Die Pflanzen am "Grünen Tisch" erfreuten sich ebenso großer Nachfrage wie die ausgefallenen Gegenstände am Flohmarkt. Runde um Runde wurde das Glücksrad gedreht, bei dem es Preise zu gewinnen gab. Den Hauptpreis bildete ein Gutschein im Wert von 199 Euro.

Reich beschenkt wurden am Sonntag allerdings alle. Veranstalter wie Gäste. Denn es fanden vielfältige Begegnungen statt. Für frischen Wind sorgten vier Tanzgruppen der "Dancing Crew". Das kam beim Publikum sehr gut an. Und hatte zugleich einen tollen Nebeneffekt: Jung und Alt vergnügten sich gemeinsam beim Gemeindefest – generationenübergreifend.

Schwarzwälder Bote - Vera Bender