Spielen, Backen, Rallye

Endlich gibt es in Burladingen wieder eine Jungschar: Ab 6. März sind freitags alle Grundschulkinder willkommen. Die Freude innerhalb der evangelischen Kirchengemeinde Burladingen ist groß. Die neue Jungschar nennt sich "Shine" und trifft sich um 16 Uhr im Jugendraum der Versöhnungskirche.

Burladingen. Shine ist das englische Wort für "scheinen". Und schließlich sollen die Erlebnisse und Erfahrungen aus der Jungscharzeit auch bis ins Erwachsenenalter hineinscheinen. Aber es handelt sich beim Namen zugleich auch um die Anfangsbuchstaben von "suchen, helfen, inspirieren, Neues entdecken". Und das wiederum soll laut Namenserfinderin Desiree Bürker in etwa umschreiben, was die Kinder jeden Freitag erwartet.

Auf Initiative von Tobias Bender, der an der Evangelischen Hochschule in Freiburg Gemeindediakonie und Religionspädagogik studiert, konnte ein Mitarbeiterkreis für die Jungschar gefunden werden. Der 22-jährige Burladinger hat erst kürzlich sein Praxissemester beim Evangelischen Jugendwerk Balingen absolviert und konnte reichlich Erfahrungen in der Kinder- und Jugendarbeit innerhalb des Kirchenbezirks sammeln. Und diese will er nun in seinem Heimatort als Ehrenamtlicher einbringen.

Mit Desiree Bürker und Selina Maier konnten außerdem zwei ehemalige Konfirmandinnen gewonnen werden, die seit ihrer Konfirmandenzeit jährlich die Cocktail-Saftbar beim Gemeindefest organisieren und betreuen. Die 17- und die 18-Jährige gehören also schon länger zum verlässlichen Mitarbeiterstamm unter den Jugendlichen. Außerdem ist mit Leonie Herbig eine derzeitige Konfirmandin mit im Bunde. Und ihre Mutter Barbara hat sich sehr spontan entschlossen, ebenfalls mitzumachen. Mutter und Tochter haben einen ansprechenden Flyer entwickelt. Melanie Schwienbacher, die zum festen Stamm der Kinderkirchen-Mitarbeiterinnen gehört, sowie die beiden Kirchengemeinderätinnen Christiane Grüner und Vera Bender verstärken das Team.

Und das hat sich tolle Sachen für die Jungschar einfallen lassen. Jeden Freitag – außer in den Ferien und an Brückentagen – wird es von 16 bis 17.30 Uhr ein abwechslungsreiches Angebot im Jugendraum der Versöhnungskirche geben.

Dazu gehören feste Rituale wie das Entzünden der großen Jungscharkerze, das Würfeln und Beten mit dem Gebetswürfel, das Mitmachlied "Einfach spitze, dass du da bist" und der Zuspruch eines Segenswortes zum Ende.

Dazwischen gibt es biblische Geschichten, es wird gebastelt, gespielt, gesungen, gebacken und vieles mehr. Mal wird mit einer Kirchenrallye der Kirchenraum näher erkundet, mal werden Lederbörsen zum Gleichnis vom verlorenen Sohn gefertigt oder mal wird Kuchen gebacken, den die Eltern beim Elterncafé verspeisen dürfen.

Eingeladen sind alle Kinder im Grundschulalter – egal ob evangelisch oder nicht.

 

Schwarzwälder Bote - Vera Bender

Erstmals gibt´s einen Weltgebetstag für Kinder

Rund um den Globus wird er gefeiert. Am selben Tag und mit derselben Liturgie: der Weltgebetstag. Auch in Burladingen wird für Freitag, 6. März, hierzu eingeladen. Um 16 Uhr treffen sich die Grundschulkinder im Jugendraum der Versöhnungskirche und um 19 Uhr sind die Erwachsenen in die evangelische Kirche eingeladen.

Aufstehen und für eigene Rechte kämpfen

Die Liturgie kommt in diesem Jahr aus Simbabwe. Einst bekannt als "die Kornkammer Afrikas" mit Schätzen wie Gold, Elfenbein und Hirse. Heute durch jahrzehntelange Korruption und Misswirtschaft eines der ärmsten Länder der Erde. Die Frauen haben sich als Bibeltext die Geschichte von der Heilung eines Kranken am Teich Bethesda aus dem Johannesevangelium ausgesucht. "Steh auf und geh!", ist aber auch im übertragenen Sinn zu sehen. Man soll sich nicht einfach in sein vermeintliches Schicksal ergeben, sondern es in die Hand nehmen. Aufstehen und für seine Rechte kämpfen. Den Mut fassen, eine Veränderung herbei zu führen.

Und auch wenn es den Menschen in Deutschland sehr viel besser geht als den Menschen in Simbabwe, gibt es doch genügend Gründe, sich für etwas stark zu machen, seinem Leben eine andere Richtung zu geben.

"Steh auf und geh!": Der Weltgebetstag will Mut machen. Mitreißend und fröhlich sind auch die Lieder, die dieses Mal live von Organist Anton Roggenstein begleitet werden. Das dürfte den Melodien einen neuen Schwung geben und die Besucher mitreißen. Nach dem Gottesdienst, welchen das ökumenische Weltgebetstagsteam gestaltet, kommt man traditionell noch im Gemeindesaal zusammen.

Dort gibt es Bilder und Informationen zum Land Simbabwe, das wörtlich übersetzt "Steinhäuser" bedeutet. Bekannt sind die beeindruckenden Victoriafälle. Simbabwe steht überhaupt für eine beeindruckende Landschaft und eine vielfältige Fauna in Parks, Reservaten und Safarigebieten. Über 90 Prozent der Bevölkerung sind Christen.

Außerdem werden typisch afrikanische Speisen wie beispielsweise "Sadza", eine Maismehlpaste, angeboten. Beim gemütlichen Beisammensein wird gemeinsam gegessen.

Afrikanische Trommeln werden hergestellt

Der Weltgebetstag in Burladingen erlebt übrigens eine Premiere: Erstmals gibt es einen Weltgebetstag für Kinder. Grundschulkinder der Klassen eins bis vier sind um 16 Uhr in den Jugendraum der evangelischen Versöhnungskirche in Burladingen zum gemeinsamen Singen, Spielen, Basteln und Beten eingeladen. Afrikanische Rasseln und Trommeln werden hergestellt, und es gibt Musik aus dem afrikanischen Land. Um 19 Uhr findet dann in der Versöhnungskirche der Weltgebetstag für Erwachsene statt.

 

Schwarzwälder Bote - Vera Bender

Nathalie Friedrichs grüßt als Kirchenpflegerin

In einem feierlichen Gottesdienst in der evangelischen Versöhnungskirche Burladingen wurde die neue Kirchenpflegerin Nathalie Friedrichs eingesetzt.

"Sie wird sicher nicht unsere Kirche oder andere Räume pflegen. Friedrichs wird künftig unsere Finanzen pflegen", verdeutlichte Pfarrerin Annegret Liebmann, bevor sie Friedrichs mit der Verpflichtungsformel in ihr Amt als Kirchenpflegerin einsetzte.

Die Aufgaben einer Kirchenpflegerin sind vielfältig: Finanzen, Personal- und Liegenschaftsverwaltung. "Und das bei nur 7,3 Stunden in der Woche", so die Pfarrerin, die sich mit den Kirchengemeinderäten freute, seit 1. Februar eine kompetente Mitarbeiterin zu haben, die sich um die vielfältigen Aufgaben in der Verwaltung der Evangelischen Kirchengemeinde kümmert.

Als Betriebswirtin bringt die 35-jährige Burladingerin viel Erfahrung in den Bereichen Finanzen und Controlling mit.

Liebmann machte keinen Hehl daraus, dass bei der evangelischen Kirchengemeinde dringende Sanierungsmaßnahmen bei klammem Haushalt anstehen. Um sich schnell und gut in die speziellen Erfordernisse einer kirchlichen Verwaltung einarbeiten zu können, wird Friedrichs in den nächsten Wochen an einigen Schulungen teilnehmen und sich intensiv vor Ort coachen lassen. Denn, wie die Seelsorgerin bei der Einsetzung betonte, die Tätigkeitsfelder sind sehr groß und der Stundenumfang vergleichsweise gering. Umso mehr freuten sich die Kirchengemeinderäte, dass sich die dreifache Mutter diesen Herausforderungen mit viel Engagement und Leidenschaft stellen wird.

Beim Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst konnten die Kirchgänger die neue Verwaltungsfrau der kennenlernen und mit ihr ins Gespräch kommen. Dies war eine gute Gelegenheit, denn die Kirchenpflegerin wird hauptsächlich im Home Office arbeiten. Doch schon Ende März geht das gesamte Gremium übers Wochenende in Klausur, um die Ziele und Aufgaben für die laufende Amtsperiode abzustecken. Und dann ist Kirchenpflegerin Friedrichs, zumal sie stimmberechtigtes Mitglied des Kirchengemeinderats ist, natürlich mit dabei.

Schwarzwälder Bote - Vera Bender

Erstmals zwei Frauen an der Spitze

Der Kirchengemeinderat der Evangelischen Kirchengemeinde Burladingen hat sich konstituiert und Vera Bender zur Vorsitzenden gewählt.

 

Burladingen. "Zum ersten Mal in der Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Burladingen bilden zwei Frauen als Vorsitzende das Führungsteam", freut sich Pfarrerin Annegret Liebmann. In der konstituierenden Sitzung wurden gleich verschiedene Ämter besetzt. In der Februarsitzung will der Kirchengemeinderat dann noch weitere Zuständigkeiten bestimmen.

Beispielsweise die Mitglieder für den beratenden Bauausschuss, für die Bereiche Jugend und Senioren, für die Ökumene und für einen Festausschuss. Als Schriftführerin wurde Christiane Grüner bestellt. Ihre Stellvertretung übernimmt Jennifer Soldo. Stellvertretender Kirchenpfleger ist Alfons Günder. Den Sitz im Vorstand des Fördervereins Seniorenzentrum hat Christiane Grüner inne. Als Mitglied der Bezirkssynode wurde Vera Bender gewählt, Michaela Kather ist ihre Stellvertreterin.

Einstimmig wurde Vera Bender zur ersten Vorsitzenden gewählt. Den zweiten Vorsitz hat per Kirchengemeindeordnung die Pfarrerin inne. Beide Vorsitzende sind gleichberechtigt, haben dieselben Pflichten und Rechte und teilen sich die Aufgaben in Absprache untereinander auf. Beide vertreten die Kirchengemeinde gesetzlich. Aber beide Vorsitzende handeln letztlich immer nach dem Willen und den Beschlüssen des gesamten Gremiums.

Dass Pfarrerin Liebmann und Vera Bender sehr gut im Team zusammenarbeiten können, hat sich in den vergangenen neun Monaten gezeigt. "Wir sind ständig im Gespräch und tauschen uns aus", berichtet Kirchengemeinderätin Bender. Und so habe man seit der Investitur der neuen Pfarrerin im Mai 2019, aber auch schon während der Vakatur, viel auf den Weg bringen können. Mit Oliver Geiger wurde ein hervorragender Organist gewonnen, die Kirchengemeinde hat mit "InSpirit" endlich wieder einen eigenen Chor samt Chorleiter Anton Roggenstein.

Man feiert einen ökumenischen Bibelsonntag, Passionsandachten und hat eine Kooperation mit der Nachbarkirchengemeinde Bitz aufgebaut. Kirchengemeinderäte werden durch Begrüßungsdienst, Schriftlesung und Opferzählung in die Gottesdienstabläufe einbezogen.

Außerdem hat man sich an der Tour de Burladingen und der Vereinsvorständebesprechung beteiligt, in der Gauselfinger Kirche finden kleine Konzerte statt, Homepage und Gemeindebrief wurden modernisiert und noch vieles mehr.

Die Dachsanierung wird die nächste große Aufgabe der Gemeinde

Dankbar blickt Vera Bender auf diese arbeitsintensive und produktive Zeit zurück: "Wir haben gute Grundlagen für die Zukunft gelegt." Als großes Projekt steht nun die Kirchendachsanierung an, welche die beiden Frauen vorantreiben wollen. Und auch die übrigen Mitglieder des neu gewählten Gremiums haben bereits hoch motiviert ihre Arbeit aufgenommen.

Seit Mai gab es mit Pfarrerin Liebmann nur eine Vorsitzende. Mit der Wahl des Vorsitzenden aus dem Gremium hat man bewusst bis zur Neukonstituierung des neuen Kirchengemeinderates gewartet.

"Dadurch musste Pfarrerin Liebmann alle Verwaltungsaufgaben übernehmen, zumal derzeit auch die Kirchenpflege nicht besetzt ist. Ich konnte lediglich zuarbeiten", verdeutlicht Bender. Pfarrerin Liebmann freut sich indes, dass sie sich künftig verstärkt auf Seelsorge und Verkündigung konzentrieren kann.

Und wenn dann die neue Kirchenpflegerin im Amt ist, hat man sogar drei Frauen in der Leitung. Bei den Evangelischen in Burladingen, so scheint es, braucht es keine Frauenquote.

Die Wahlbeteiligung ist uns wichtig

Acht Plätze gilt es in der evangelischen Gemeinde der Versöhnungskirche Burladingen bei der Kirchengemeinderatswahl am Sonntag, 1. Dezember, zu besetzen. Acht Kandidaten stellten sich im Gottesdienst der Gemeinde vor.

Burladingen. Damit scheinen alle jetzt schon als künftige Kirchengemeinderäte gesetzt, trotzdem hofft Pfarrerin Annegret Liebmann auf eine rege Wahlbeteiligung der Gemeinde. "Wenn viele ihre Stimme abgeben, dann wäre das ein deutliches Zeichen, dass die Gemeinde auch hinter dem Kirchengemeinderat steht und ihn unterstützt", erläuterte sie gegenüber unserer Zeitung.

Acht Stimmen haben die evangelischen Christen aus der Fehlastadt zu vergeben. Sie können auch kumulieren und einem oder mehr Kandidaten zwei Stimmen geben. Insgesamt darf die Gesamtstimmenzahl von acht aber nicht überschritten werden. Das Wahllokal wird nach dem Gottesdienst am ersten Advent geöffnet und bis 16 Uhr geöffnet sein. Auch Briefwahl ist möglich. An diesem Tag werden auch die Mitglieder der Kirchensynode gewählt, sozusagen dem Parlament der Landeskirche das dreimal im Jahr zusammen kommt und sich in verschiedene Arbeitsgruppen unterteilt.

Eine Quote scheinen die Burladinger evangelischen Christen nicht zu brauchen. Vier Frauen und vier Männer kandidieren für den Kirchengemeinderat der Versöhnungskirche und sie kommen nicht nur aus der Kernstadt, sondern auch aus den Teilorten. Zwei der Kandidatinnen gehören dem Gremium bereits an. Es sind die 50-jährige Bankfachwirtin Vera Bender aus der Kernstadt (seit 2013) und die Personalreferentin Christiane Grüner aus Ringingen (seit 2018).

Beide Frauen sind verheiratet und Mütter, arbeiten jetzt schon am Gemeindebrief und beim Frauentreff mit, bereiten Gemeindefeste und Taizé-Gottesdienste vor. Grüner leitet die Seniorennachmittage.

Außerdem kandidiert der Ruhestandspfarrer Alfons Günder aus Killer. Er will, wie er sagt: "Mithelfen, dass unsere Gemeinde möglichst vielen etwas bietet und so im Sinne unseres Herrn wächst und gedeiht." Auch die Rentnerin Michaela Kather aus Hausen stellt sich zur Wahl. Sie hilft jetzt bereits bei den Seniorennachmittagen, übernimmt Pfarrdienste, möchte die Pflegeheime mit einbeziehen und Kontakte pflegen.

"Anpacken wo nötig", ist das Motto von Joachim Knuth, der im Tiefental wohnt. Die Bauangelegenheit der Gemeinde führt er als Interessen an, ebenso das Gemeindefest. Ulrich Pahl aus Hausen ist Rentner, will sich bei den Seniorennachmittagen und den Gemeindefesten einbringen und bei der Öffentlichkeitsarbeit. Die Personalreferentin Jennifer Soldo aus Gauselfingen würde sich nicht nur, aber vor allem für die Kinder und Jugendlichen der Gemeinde einsetzen, Kinderkirche und Veranstaltungen mit Kindern, sind ihr besonders wichtig. Der Maurer Jochen Steinhilber vom Mettenberg in Burladingen übernimmt jetzt schon die Mesnervertretung. Seniorenarbeit, Ökumene, Bauangelegenheiten und Demokratie, nennt er als Schwerpunktinteressen. Auf die neuen Kirchengemeinderäte, soviel verriet Rätin Vera Bender, wird viel Arbeit zu kommen. Es gibt, im wahrsten Sinne des Wortes, einige Baustellen. Das undichte Kirchendach ist eins davon. Auch Bender hofft auf eine rege Wahlbeteiligung. "Es geht ja auch darum, die Bereitschaft der acht Kirchengemeinderats-Kandidaten für den Einsatz im Ehrenamt anzuerkennen", wie sie sagt.

Schwarzwälder Bote - Erika Rapthel-Kieser

Harfenklänge und Kindergesang

Kindergesang und Harfenklänge erfüllten kürzlich die evangelische Kirche in Gauselfingen. Das Publikum war begeistert von den Musikern.

Gauselfingen. Vom Obst und der Ernte sangen die Kleinsten unter Anleitung von Früherziehungslehrerin Andrea Maier. "Die Erntezeit ist da. Wir wollen Danke sagen so wie jedes Jahr", klang es aus Kindermund und erfüllte die kleine schmucke Kirche in Gauselfingen. Die Gruppen der elementaren Musikpädagogik an den Kindergärten in Gauselfingen und dem Burladinger St. Fidelis hatten sichtlich Spaß an diesem Vortrag vor 30–köpfigem Publikum und dieses wiederum zeigte sich entzückt.

Ein Landwirt, der einen Sohn mit Down-Syndrom hatte, entwickelte das Instrument

Ganz andere Klänge waren hernach von der Veeh-Harfen-Gruppe um und mit Musikgeragogin Marlis Volm- Kawatzopoulos zu hören.

Die fünf älteren Damen zeigten, was sie seit dem vergangenen Schuljahr an der Musikschule Burladingen erarbeitet hatten und gaben eine kleine Kostprobe. Und das konnte sich allemal hören lassen. Große Werke der Klassik bekamen eine ganz eigene Note. Mit zwei Hymnen als Einstieg hatten die Harfenspielerinnen die volle Aufmerksam der Besucher. Das "Te Deum" von Marc-Antoine Charpentier ist als Eurovisionshymne bekannt und die "Ode an die Freude" von Ludwig van Beethoven ist jedem als Europahymne geläufig.

Zwischendurch erläuterte Musiklehrerin Marlis Volm- Kawatzopoulos Herkunft, Aufbau und Spielweise der Veeh-Harfe. Ende der 1980er-Jahre entwickelte der Landwirt Hermann Veeh das Zupfinstrument für seinen mit Down-Syndrom geborenen Sohn.

Da die Notenblätter direkt unter die Saiten geschoben werden, kann man auch ohne Notenkenntnisse anhand von Punkten in der angegebenen Abfolge eine Melodie spielen. Dennoch bedürfe das Veeh-Harfen-Spiel einer gewissen Übung, machte die Musiklehrerin deutlich, die alle Interessierten dazu einlud, zu einer Schnupperstunde bei ihr oder ihrem Kollegen Michael Binder vorbei zu kommen oder sich gleich in der Musikschule Burladingen anzumelden.

Einladung von Pfarrerin Annegret Liebmann, einen Gottesdiens zu umrahmen

Für viele Besucher war dieses Instrument neu und deshalb auch die Neugier entsprechen groß. Sogar Pfarrerin Annegret Liebmann als Hausherrin ließ es sich am Ende nicht nehmen, selbst die Europahymne auf der Veeh-Harfe zu zupfen. Sie zeigte sich mehr als erfreut vom Auftritt und lud die Spielerinnen dazu ein, vielleicht auch einmal einen Gottesdienst zu umrahmen. Denn sogar eine Schubert-Messe haben die Harfenspielerinnen im Programm. Neben einem Menuett von Johann Sebastian Bach und einer Sonate von Wolfgang Amadeus Mozart hatten die Musikerinnen aber auch noch ganz andere Melodien dabei.

Den "Musikalischen Naturgarten" von Liselotte Blinn wollten sie zwar zeitbedingt nicht von A bis Z durchspielen, hatten sich aber einige Pflanzen herausgepickt, die um diese Jahreszeit noch blühen. So wurden Augentrost, Berberitze, Hirtentäschelkraut, Usambaraveilchen, die x-beliebige Fantasieblume, Ysop und Zaunwinde musikalisch klanglich zum Erblühen gebracht.

Von Vera Bender

Es gibt viele interessante Nischen

"Sie war ein Glückstreffer", sagt die Kirchengemeinderätin Vera Bender über die nicht mehr ganz so neue Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Annegret Liebmann. Die ist jetzt rund 100 Tage im Amt und sagt: "Ich bin gern hier."

Und das, obwohl sie viele Baustellen, auch im bildlichen Sinne, zu betreuen hat. Da ist nicht nur das Kirchendach, das dringend renoviert werden muss, sondern auch der Fußweg vor der Kirche, dessen Sanierung nach der Absage einer Baufirma jetzt neu und anders geplant werden soll.

Apropos Fußweg. Was den Gottesdienst und Kooperationen betrifft, beschreitet die neue Pfarrerin durchaus auch neue Wege. Sie will so viele Gemeindemitglieder wie möglich in die Gottesdienstgestaltung einbinden und hat deswegen, zusammen mit den Kirchengemeinderäten erst einmal die Aufgaben verteilt. Begrüßungen, Lesungen und das Zählen der Kollekte übernehmen die Kirchengemeinderäte.

"Das sorgt für Gespräche und Begegnungen und wer kommt und persönlich begrüßt wird, fühlt sich anders angenommen", kommentiert Vera Bender die Neuerung. Auch die Konfirmanden sollen sich künftig stärker beteiligen. Ausbauen will die Pfarrerin auch die Kooperation mit der Kirchengemeinde in Bitz, da gab es schon ein gemeinsames Fest und die Pfarrerinnen übernehmen auch wechselweise die Sonntagspredigt, um 9 Uhr in Bitz und um 10.30 Uhr in Burladingen.

Der Kirchengemeinderat trat, kaum war Liebmann im Amt, auch zu einer halbtägigen Klausurtagung zusammen. Nach dem gemeinsamen Frühstück wurde über anstehende Projekte beraten und diskutiert. Projekte, die der neue Kirchengemeinderat dann fortführen soll. Denn im Dezember sind Kirchengemeinderatswahlen und Annegret Liebmann freut sich darüber, dass sich einige der evangelischen Christen zur Kandidatur bereit erklärt haben. "Ein paar mehr wäre schön, damit man auch wirklich eine Wahl hat", kommentiert sie die Suche nach weiteren Kandidaten.

Im Juli gab es ein Mitarbeiterdankfest für die fest angestellten Kräfte und die vielen ehrenamtlich Engagierten. Allein 60 Menschen sind es, die das Kirchenblatt austragen, dazu die, die Besuchsdienste übernehmen, und die Organisatoren der Kinderkirche und des Seniorennachmittags.

Bei der Tour de Burladingen war die Gemeinde mit zwei Ständen vor Ort, zeigte Präsenz. Dass es in der Fehlastadt auch eine evangelische Gemeinde gibt, soll wieder stärker ins Bewusstsein der Bürger dringen.

Den neuen Organist nennt die Pfarrerin "ein Gottesgeschenk". Hilger Maurer ging am Ostersonntag in den Ruhestand und Oliver Geiger wird ab September seine Nachfolge antreten. Und nicht nur das. Was die Musik und den Gesang betrifft, ist die Pfarrerin zusammen mit dem Kirchengemeinderat quasi dabei, neue Töne anzuschlagen, will einen Kirchenchor wieder beleben. Den gab es seit Jahren nicht.

 

Neu ist auch, dass die Mitglieder der Gemeinde ab ihrem 70. Geburtstag jetzt zum Wiegenfest einen persönlichen Brief der Pfarrerin bekommen, wer 80 wird oder älter, den besucht sie selber. "Ich würde gerne mehr Besuche machen, aber die Verwaltung nimmt mich mehr in Beschlag, als mir lieb ist", bedauert Liebmann. So viel ist da erst einmal zu tun, so viel in der monatelangen Vakanz aufgelaufen, dass sie oft erst abends dazu kommt, ihre Predigten auszuarbeiten. Trotzdem: "Ich bin inzwischen angekommen", kommentiert sie ihre Arbeit und ihr Leben in Burladingen.

Die Kirchengemeinde soll auch im städtischen Leben verankert sein

In der Fehlastadt, so sagt sie, "gibt es viele interessante Nischen". Vom Bio-Metzger bis zur Firma, die weltweit einzigartige Produkte herstellt und vertreibt. "Da bin ich immer wieder erstaunt." Auch über die Vielfalt und das Engagement im Vereinsleben. Die Ortsteile und ihre Aktivitäten, das findet sie "beeindruckend". Ihr imponiert, "wie die Vereine das alles stemmen". Die Kirchengemeinde, so wünscht es sich Annegret Liebmann, soll zwar Gemeinde bleiben, aber auch ein Teil dieser Vereinsgemeinschaft und im städtischen Leben verankert sein. Deshalb wird der nächste Jahreskalender der Gemeinde auch mit den Vereinen abgestimmt.

Schwarzwälder Bote - Erika Rapthel-Kieser

Nur die Jugend schwitzt nicht

Beim Fest der evangelischen Kirchengemeinde tanzte die Dancing Crew, und die Pfadfinder bestritten Wettkämpfe. Das gesetztere Publikum suchte am Hitzesonntag aber doch lieber den Schatten.

Heiß war es am Sonntag. Sehr heiß. Dennoch machten sich viele Besucher auf den Weg zur Versöhnungskirche – wenn auch nicht so viele wie sonst bei den Gemeindefesten der evangelischen Christen Burladingens üblich.

Hochgestellte Persönlichkeiten

Die „hochgestellten Persönlichkeiten“, die Pfarrerin Annegret Liebmann angekündigt hatte, gaben sich dennoch zum Gottesdienst ein Stelldichein.

Grübeln war zwecklos. Man wäre eh nicht darauf gekommen, dass „die Gnade des Herrn“, „die Liebe“ und die „Gemeinschaft“, verkörpert von den Kirchengemeinderätinnen Frauke Weede-Blickle, Christiane Grüner und Vera Bender, vor dem Altar mit der Pfarrerin ins Gespräch kamen. Gnade, Liebe und Gemeinschaft erzählten von sich selbst und lieferten zur Veranschaulichung eindrucksvolle Anekdoten. Und schließlich zerteilte die Gnade mit ihrem Messer den Apfel der Liebe auf dem Teller der Gemeinschaft und alle Gottesdienstbesucher erhielten ein solches Apfelstück.

So anschaulich und eindrucksvoll wie der Gottesdienst, zu dem man auch Kinderkirchkinder, Konfirmanden und Bewohner der Mariaberger Wohngruppe begrüßen konnte, so interessant sollte das diesjährige Gemeindefest weitergehen. Bei fast unerträglich hohen Temperaturen suchte man gerne die Kühle des Kirchenraums auf und auf heiße Steaks und Pommes hatte man an diesem Sonntag nicht unbedingt Appetit.

Umlagerte Cocktailbar

Dafür war die Cocktailbar von Desiree Bürker und Selina Meier ständig umlagert und man erfreute sich am bunten Programm.

Die drei Tanzgruppen der Dancing-Crew mit ihren Leiterinnen Jana Höffler, Sabrina Pfister und Sarah Klaiber kamen sowieso ins Schwitzen. Denn einerseits wärmten ihre Outfits und andererseits tanzten sie auf der sonnigen Wiese. Und dennoch strahlten die Tänzerinnen mit der Sonne um die Wette. Musikalisch und tänzerisch reiste man zunächst in die Vereinigten Staaten, dann nach Indien und schließlich noch nach Großbritannien.

Die Besucher horchten auf, als man plötzlich ungewohnte Töne vernahm. Ja, man hatte richtig gehört: Dudelsackmusik. Schon sah man Marius aus Bad Waldsee mit seiner Bagpipe in original schottischer Tracht.

Männer im Rock

Befand sich Burladingen plötzlich im schottischen Hochland? Auch Kirchengemeinderat Dieter Boßmann, Stammesältester der Burladinger Pfadfinder, und Pfadfinderkollegin Ute Liebald erfreuten die Gäste mit ihrem Anblick: Im Schottenrock gekleidet präsentierten sie die „Highland Games“.

Wer dachte, dass Tauziehen oder Sandsackwerfen bei Hitze zu anstrengend seien, hatte weit gefehlt. Die Kinder und Jugendlichen maßen sich mit großer Freude in solcherlei ungewohnten Wettkämpfen. Dazu spielte Marius immer wieder auf dem Dudelsack und sorgte mit seinen Stücken für Begeisterung.

Ausgelassene Stimmung herrschte auch, wenn Wolfgang Bastian das Glücksrad drehte und die Preise auf seine gewohnt witzige Art ausrief. Auch die Schnäppchenjäger kamen beim Flohmarkt auf ihre Kosten. Und die Pflanzen vom „grünen Tisch“ erfreuten sich ebenfalls großer Nachfrage.

Was für ein Fest! Was für eine Gemeinschaft! Ja, da musste man wieder an die Worte aus dem Gottesdienst denken. Und neben der Gemeinschaft waren tatsächlich auch Liebe und Gnade den gesamten Tag über anwesend. Das war deutlich zu spüren.

Hohenzollerische Zeitung - Vera Bender

Evangelische Kirchengemeinde erstmals mit von der Partie

Nicht nur der Körper, auch die Seele kann bei der Tour de Burladingen zwischendurch rasten.

Burladingen. Es ist schon seit vielen Jahren eine schöne Veranstaltung, wenn das Jugendparlament und die Stadtverwaltung Burladingen Radfahrbegeisterte aus Nah und Fern zur „Tour de Burladingen“ einladen. Auf ausgeschilderten Wegen kann man die herrliche Landschaft der Schwäbischen Alb genießen und Kleinode am Wegesrand entdecken.

Zahlreiche Vereine bieten dazu noch ein Rahmenprogramm, welches die Biker an die verschiedenen Orte lockt. Ob nun die Markthockete in Ringingen, die Modellflieger in Stetten u. H. oder der Hochseilgarten in Hermannsdorf. Dieses Jahr ist auch die Evangelische Kirchengemeinde Burladingen mit von der Partie. Sie bietet bei der evangelischen Kirche in Gauselfingen eine Stempelstation an. Am 23. Juni ist dort zudem um 11 Uhr Gottesdienst, den die Radfahrer besuchen können. Gleich im Anschluss, gegen 12 Uhr, wird dort, unweit der alten Grundschule und der Festhalle, die Stempelstation in Gauselfingen aufgebaut und zudem Getränke an die sportlich Aktiven verkauft.

Es soll dabei nicht nur um eine körperliche Verschnaufpause gehen, sondern auch die Seele soll hier rasten dürfen. Die kleine Kirche ist bis 17 Uhr für alle geöffnet, welche die Stille suchen, ein Gebet sprechen oder spirituell auftanken wollen. Es wird dieses Jahr also nicht nur Fun, Spaß und Action entlang der Radwege geben, sondern auch ein Zur-Ruhe-Kommen für die Seele.

Da die Burladinger Versöhnungskirche nicht entlang der ausgeschilderten Tourpfade liegt, wird die Evangelische Kirchengemeinde Burladingen ihre Präsenz an die Trigema-Arena verlagern. Auch hier bekommen die fleißigen Radler ihre Stempel und können mit Getränken ihren Durst löschen. Und auch hier soll ein Erfrischungsgetränk nicht das einzige sein, welches die Radfahrer mit auf den weiteren Weg bekommen. Informationen rund um die Kirchenwahlen innerhalb der Evangelischen Landeskirche Württemberg sowie ein kurzer Bibelvers sollen die Tourteilnehmer begleiten – völlig unaufdringlich.

Die Idee dazu hatte Kirchengemeinderätin Vera Bender bei einem Einkehrtag im Kloster Kirchberg. Während des Bibelteilens stellte eine Teilnehmerin die Frage in die Runde: „Wieso gehen wir eigentlich nicht auf die Leute zu, sondern warten, dass sie in die Kirche kommen? Jesus war unterwegs und hat die Menschen da aufgesucht, wo sie lebten und arbeiteten.“

Der Plan, die Kirche quasi zu den Menschen zu bringen, stieß innerhalb des Kirchengemeinderats auf positive Resonanz. Auch Jugendparlament und Stadtverwaltung zeigten sich offen für das neue Angebot. Und so werden am 23. Juni Kirchenpfleger Jörg Bitzer sowie die Kirchengemeinderäte Christiane Grüner, Vera Bender und Uwe Wolf an den beiden Stempelstationen präsent sein, um den Radfahrern eine körperliche und seelische Verschnaufpause zu bieten.

Schwarzwälder Bote - Vera Bender

Von Fäden, Farbflotte und Kaltklotzanlage

Bei der Führung durch die Produktion von Deutschlands größtem Hersteller von Sport- und Freizeitbekleidung kamen die Besucher ins Staunen.

Burladingen (vb). Da wird geklotzt und nicht gekleckert und das auf hohem Niveau. Das wurde bei der Betriebsbesichtigung der Firma Trigema in Burladingen schnell deutlich. Die Damen des "Burladinger Frauentreffs", einer Gruppierung der Evangelischen Kirchengemeinde Burladingen, hatten sich mit männlicher Begleitung zum Termin angemeldet. Und sie staunten bei der zweistündigen Führung nicht schlecht.

Einen ersten Überblick erhielten die Teilnehmer, zu der sich eine zweite Besuchergruppe gesellte, über den Firmenfilm, in dem die 100-jährige Geschichte von Trigema lebendig wurde. Als Josef Mayer im Jahr 1919 die "Trikotwarenfabrik Gebrüder Mayer", kurz Trigema, mit 200 Mitarbeitern in Burladingen gründete, war das Unternehmen schon zu dieser Zeit modern, rationell und effektiv. Nach dem Krieg wurde erweitert und gebaut, man festigte den Standort Burladingen, schuf weitere Arbeitsplätze und verfügt inzwischen "von den Alpen bis zur Nordsee" über 46 Testgeschäfte, beschäftigt an drei Produktionsstandorten 1200 Mitarbeiter und macht einen Umsatz von über 100 Millionen Euro pro Jahr, war zu erfahren.

Und Grundlage dieses Erfolges ist der Baumwollfaden. Diesen bekamen die neugierigen Besucher auch als erstes auf ihrer anschließenden Tour zu sehen. Auf unzähligen Paletten türmten sich die Spulen mit Baumwollfäden, welche an Rundstrickmaschinen rund um die Uhr zum Schlauch gestrickt werden. Es geht also wirklich rund, könnte man sagen.

Wo denn die Baumwolle her komme, wollte eine der Damen von Steffen Welsch wissen, der die Gruppe durch sämtliche Bereiche des Betriebs führte. In der Hauptsache werde der natürliche Rohstoff auf einer Plantage in Griechenland angebaut. Nur kleinere Mengen werden aus Ägypten oder der Türkei bezogen, lautete die Antwort. Was die heimischen Besucher besonders faszinierte, war die Tatsache, dass man sich wirklich frei im laufenden Betrieb bewegen konnte und Fragen gestellt werden durften.

Einzig ausgenommen waren die "Farbküche", in der nach Rezepten die Farben für die Stoffbahnen zusammengemischt werden, sowie die Designabteilung, in der man gerade über der kommenden Frühjahrs-/Sommerkollektion 2020 brütet.

Bei 135 bis 195 Grad Celsius wirkt die Farbe

Manche Zahlen, die genannt wurden, waren für die Frauen atemberaubend. So würde man beispielsweise 87 000 Handstricker benötigen, um die gleiche Menge an Stoff herzustellen wie die Rundstrickmaschinen. Und bei Vollauslastung werden in Burladingen pro Woche 100 000 Teile hergestellt.

Nach der Strickerei besuchte man die Färberei, in der dem Stoff die "Farbflotte" zugeführt wird. Bei 135 bis 195 Grad Celsius wirkt die Farbe maximal sieben Stunden auf das Gewebe ein. Wesentlich länger dauert es in der "Kaltklotzanlage" bei niedrigeren Temperaturen.

Das Wolfgang Grupp viel Wert auf Qualität legt, wurde mehrfach betont. Und beinahe hätten die Besucher auch persönlich mit dem Firmeninhaber ins Gespräch kommen können, denn die Führung endete in der Verwaltung, doch zu diesem Zeitpunkt war der Chef buchstäblich ausgeflogen und per Hubschrauber im Dienste seiner Firma unterwegs.

Vor allem die Männer hätten sich gerne mit dem medienpräsenten Unternehmer unterhalten. Schließlich hat er im Jahr 1969, als er von seinem Vater die Firma übernommen hatte, für weiteren Aufschwung gesorgt, Tennisbekleidung mit ins Programm genommen und stets Wert auf Nachhaltigkeit und Effektivität gelegt. So ist Trigema in Sachen ökoeffektiver Mode heute Vorreiter und erzeugt sogar sämtlichen Strom selbst.

Auch die Zuschneiderei war äußerst interessant, da Unmengen an Stoffbahnen aufeinandergelegt und die vielen Teile dann ausgeschnitten werden. Im Nähsaal sind im Dreischichtbetrieb auch 43 Männer beschäftigt. Diese Domäne ist also nicht nur den Frauen vorbehalten. Genäht wird auch in den Werken in Rangendingen und Altshausen. Die vorbereitenden Herstellungsschritte, vom Stricken bis zum Zuschneiden, finden allerdings allein in Burladingen statt. "Oft sind wir schon an Trigema vorbeigefahren, aber welch’ große, moderne und sehr fortschrittliche Firma Trigema ist, wussten wir nicht", bedankte sich am Schluss ein Ehepaar aus Balingen bei Frauentreff-Leiterin Vera Bender für die Möglichkeit, einmal hinter die Kulissen schauen zu können.

Schwarzwälder Bote - Vera Bender

15 Jugendliche feiern ihre Konfirmation

Es war ein Festtag für die Evangelische Kirchengemeinde Burladingen, als am Sonntag 15 junge Menschen konfirmiert wurden.

Burladingen. Die Fahne am Kirchturm kündigte den Freudentag an und die Versöhnungskirche konnte die Festgemeinde kaum fassen, so viele Menschen wollten den Konfirmationsgottesdienst miterleben.

 

Zum Erwachsenwerden gehöre es, dass man eigene Wege und eigene Antworten suche und die Eltern müssten das mit viel Gelassenheit aushalten, erläuterte Pfarrer Andreas Heid. Anhand der Geschichte von Petrus erklärte er, dass es drei Haltegriffe für den Einstieg in eine zweite Chance gebe. Als Jesus von Petrus verraten war, blickte ihn dieser dennoch mit Liebe an. Der Kontakt zu Jesus bleibe also, so der Theologe, der verdeutlichte: "Gott schaut euch an." Und nachdem Petrus seinen Verrat bereut hatte, hielt er dennoch an der Gruppe fest und diese an ihm. "Bleibt in der Gemeinschaft", so die Aufforderung des Pfarrers. Schließlich sei Petrus nach der Auferstehung Jesu gefragt worden, ob er ihn lieb habe. "Haltet es aus, wenn Gott euch ins Gewissen redet. Gott lässt euch nicht allein!" Kirchengemeinderätin Vera Bender forderte in ihrem Grußwort die Konfirmanden auf: "Bleibt weiter mutig und entschlossen. Lebt euren christlichen Glauben und setzt euch für andere ein."

Die Einsegnung der jungen Erwachsenen wurde durch den Gospelchor "InSpirit" und Anton Roggenstein an der Orgel feierlich umrahmt.

Konfirmiert wurden Luis Beck, Lukas Betz, Erja Boss, Silas Bürker, Lisa Gerecke, Joshua Girra, Angelina Herbig, Christine Lovanov, Julian Nill, Vincent Paul, Svea Pfister, Jacob Riehle, Albert Schander, Tim Weiss und Ronja Wörner.

Schwarzwälder Bote - Vera Bender

Anfang einer guten Kooperation

Der Begegnungsgottesdienst an Christi Himmelfahrt hatte wahrlich Symbolcharakter für die beiden Kirchengemeinden Bitz und Burladingen.

Bitz/Burladingen. Es war der erste Gottesdienst dieser Art, der am Feiertag in der Nikolauskirche in Bitz gehalten wurde. Denn dieser Begegnungsgottesdienst machte seinem Namen alle Ehre. Gemeindeglieder beider evangelischer Kirchengemeinden fanden sich im großen Kirchenraum ein und Mitglieder beider Kirchengemeinderatsgremien sorgten dafür, dass man danach noch gemütlich auf dem Kirchhof beim Mittagessen zusammensitzen konnte. Dieser Gottesdienst setzte den Beginn einer guten Kooperation zwischen Bitz und Burladingen.

Die Begegnung fand in vielerlei Hinsicht statt. So beteiligten sich die Kirchengemeinderäte Uwe Wolf aus Burladingen und Ramona Hausdörfer aus Bitz am Gottesdienst mit Schriftlesung und Fürbitten. Und die Predigt wurde nicht an der Kanzel gehalten, sondern vor dem Altar, abwechselnd von Pfarrerin Annegret Liebmann aus Burladingen und von Pfarrerin Bärbel Danner aus Bitz.

Und auch das Thema dieser Predigt passte ausgesprochen gut zur Begegnung und zu Christi Himmelfahrt. Denn gerade, weil Jesus in den Himmel aufgefahren war, hat er alle Menschen zusammengeführt, egal, an welchem Ort sie leben.

Es ging um die Bibelstelle aus dem ersten Buch der Könige, Kapitel acht, und um die Einweihung des Tempels in Jerusalem. Mit einer Zeitreise entführte Pfarrerin Danner die Kirchgänger zu dieser prachtvollen Einweihung, als der fünfjährigen Miriam erklärt wurde: "Ab jetzt wohnt Gott in diesem Haus, das König Salomon für ihn gebaut hat." Zuvor wohnte Gott an vielen anderen Orten. Es war wohl ein schöner Gedanke für das kleine Mädchen, dass sie hier Gott besuchen könne, wenn es ihr danach sei.

Einen Blick in die Stube des Schreibers einige Jahrhunderte nach der Tempelweihe wagte Pfarrerin Liebmann. Könige und Propheten hatten verspielt. Der Schreiber notierte, nachdem die Babylonier den Tempel bis auf die Grundmauern zerstört hatten: "Gott wohnt hier nicht mehr." So einfach lasse sich Gott nicht vereinnahmen, auch nicht durch einen mächtigen König, stellte die Theologin fest. Die Frage: "Wo wohnt Gott?", sei auch heute nicht einfach zu beantworten. Aber man könne Gott auf viele Weise begegnen, denn er sei nicht an Orte gebunden, so Annegret Liebmann.

Bärbel Danner ging noch einen Schritt weiter. Sie erzählte kurz die Handlung des Films "Der liebe Gott im Schrank", bei dem ein Mädchen einen Obdachlosen für den lieben Gott hält. Eine amüsante Geschichte. Aber Pfarrerin Danner verdeutlichte damit: "Gott kann man in den ungewöhnlichsten Menschen begegnen." Man müsse eben nur bereit sein für die Begegnung – ob in Bitz oder in Burladingen. Und an diesem sonnigen Feiertag war so mancher für die vielfältigsten Begegnungen bereit. Und hernach war es eine Bereicherung für alle.

Schwarzwälder Bote - Vera Bender

Große Freude: Pfarrerin Liebmann im Amt

Annegret Liebmann wurde in einem feierlichen Gottesdienst in ihr Amt als Burladinger Pfarrerin eingesetzt.

Der Sonntag war ein Freudentag für die evangelische Kirchengemeinde Burladingen: In der Versöhnungskirche wurde die neue Pfarrerin Annegret Liebmann willkommen geheißen.

Die Orgel spielte und der Burladinger Gospelchor „In Spirit“ ließ mit mehreren Liedern seine Freude über die Investitur der Pastorin spüren – die wiederum von den Songs sichtlich begeistert war.

„Der Mai macht alles neu – auch die evangelische Kirchengemeinde Burladingen“ sagte Dekan Beatus Widmann in seiner Einführung. Die einjährige Vakatur nach der Pensionierung von Pfarrer Christoph Dinkelacker habe nun ein glückliches Ende gefunden. Annegret Liebmann wandle ab jetzt auf der Alb in der Spur des „guten Hirten Jesus Christus“ und betreue 1400 Gemeindemitglieder in Burladingen, Gauselfingen, Hausen, Starzeln, Killer, Ringingen und Hermannsdorf.

Die Pfarrerin selbst wirkte in ihrer Vorstellung charmant und offenherzig. Seit Anfang April lebe sie nun in Burladingen. „Ein kleines bisschen fühle ich mich schon heimisch“, sagte sie. Wert legt die 54-Jährige, die gestern ihre erste Predigt in der Versöhnungskirche hielt, wie sie selber sagte, auf „Toleranz, Wertschätzung und auf das Miteinander.“

Zur Amtseinführung versammelten sich die Kirchengemeinderäte, die Kirchenbezirksvertreter und die Sprecher der Landeskirche um den Altar. Die Pfarrerin legte dann ihr Amtsversprechen auf die Ordnung der evangelischen Landeskirche ab und empfing kniend den Segen des Dekans, der ihr auch die vom Landesbischof unterzeichnete Bestellungsurkunde übergab.

Verabschiedet hat sich am Sonntag Peter Dieling namens der Eselsberger Lukaskirche, in der Liebmann zuletzt tätig war. Dieling sagte schweren Herzens Lebwohl. Pfarrerin Ulrike Nuding, eine Studienfreundin, bezeichnete ihre Kollegin Annegret Liebmann in ihrem Grußwort als „eine Frau, die nicht locker lässt und gründlich arbeitet.“

Der Erste Beigeordnete der Stadt Burladingen, Berthold Wiesner, meinte: „Wir sind froh, dass sie sich für unsere Stadt entschieden haben.“ Er sicherte Liebmann volle Unterstützung und gute Zusammenarbeit zu. Dazu überreichte Wiesner der Naturliebhaberin Rad- und Wanderkarten der Umgebung sowie einen guten Tropfen Wein.

„Wir nehmen sie mit offenen Armen auf!“ So hieß Uwe Wolf vom Kirchengemeinderat Burladingen die gebürtige Metzingerin willkommen. Er überreichte der Geistlichen einen Geschenkkorb und eine kleine Elefanten-Figur, wobei er ihr für ihre Arbeit die Eigenschaften eines solchen Rüsseltieres wünschte – eine dicke Haut, Mut, Wachsamkeit, aber auch Gemütlichkeit.

Rektorin Monika Rudolf sprach namens der Burladinger Schulleiter und Lehrer. Sie hob hervor, dass Annegret Liebmann bald an der Grundschule Religion unterrichtet. „Dass sie uns bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützen wollen, zeigt, wie sehr ihnen die Kleinsten, die Kinder, am Herzen liegen.“. Als Willkommensgeschenk übergab sie einen Blumengruß.

Schuldekanin Amrei Steinfort schloss sich diesen Worten an und meinte: „Mit Ihnen ist uns ein Herz und ein Licht über Burladingen aufgegangen.“ Eine Ideensammlung, ein Blinklichtstäbchen sowie eine dazu passende Textpassage waren die Präsente der Schuldekanin.

Annegret Liebmanns Amtskollegin Bärbel Danner aus Bitz freute sich auf die bevorstehende Kooperation der beiden Kirchengemeinden, die demnächst mit einem Begegnungsgottesdienst ins Rollen kommen soll. Sie hatte einen Brotlaib, eine Rose und einen Blumenstrauß mitgebracht.

Vikar Cornelius Chukwu überbrachte die Glückwünsche der katholischen Seelsorgeeinheit Burladingen-Jungingen. „Wir sind an weiteren ökumenischen Begegnungen interessiert und freuen uns, dass sie mit einer  positiven ökumenischen Einstellung hergekommen sind“, sagte er. Ein Geschenk hatte die katholische Kirche bereits zum Osterfest übergeben – eine Osterkerze.

Vera Bender vom Kirchengemeinderat hatte die Grußworte moderiert. Sie ging kurz auf das Bewerbungsverfahren ein und dass Burladingen nun erstmals in seiner Kirchengeschichte eine Pfarrerin habe. „Wir stehen hinter Ihnen“, versprach Bender.

Dem Gottesdienst folgte ein Stehempfang. Schnell wurde deutlich, dass die Burladinger ihre neue Pfarrerin schon jetzt ins Herz geschlossen haben.

Hohenzollerische Zeitung - Karl Stiefel

Treue und Mut, dein Wort zu sagen

Nach genau einjähriger Vakanz und einer turbulenten Zeit im Kirchengemeinderat war es gestern soweit: Die 54-jährige Annegret Liebmann wurde am Sonntag als evangelische Pfarrerin in der Burladinger Versöhnungskirche in ihr Amt eingeführt.

"Es ist mir ein großes Bedürfnis, mich zu bedanken", betonte der Balinger Dekan Beatus Widmann während des Gottesdienstes und lobte den Einsatz des Kirchengemeinderats, der Ehrenamtlichen, der Pfarrer, die vertretungsweise Dienste übernommen hatten, und der Gemeinde, die sich während des einen Jahres in Geduld geübt hatte. "Diese Zeit ist nun vorbei", betonte Widmann. "Gib ihr Treue und Mut, dein Wort zu sagen", bat Widmann in seinem Gebet. Pfarrerin einer Gemeinde zu sein, das sei eine große und schwere, aber auch schöne Aufgabe.

Nachdem sich Liebmann der Gemeinde vorgestellt hatte, sprach sie noch einmal kurz über ihre Schwerpunkte. "Eigentlich geht es heute gar nicht anders", sagte sie über die Ökumene und betonte, für wie wichtig sie Toleranz und Wertschätzung, das Miteinander halte. Transparenz und Kommunikation seien dabei Schlüsselworte. "Ich bin gerade vier Wochen hier und fühle mich schon heimisch." Peter Dieling vom Kirchengemeinderat der Lukaskirche in Ulm, in der Liebmann zuvor Seelsorgerin war, betonte, wie sehr er die Pfarrerin in den 16 Jahren ihres Dienstes in Ulm schätzen gelernt habe. Ihre liturgisch geprägten Passionsandachten seien ihm da besonders in Erinnerung. Die ehemalige Studienkollegin und langjährige Freundin, Pfarrerin Ulrike Nading sagte: "Ich kenne Dich als eine Frau, die nicht locker lässt", und dies sei angesichts der nicht nur im bildlichen Sinne vielen Baustellen, die in Burladingen auf Annegret Liebmann warten, gut so.

Nach der Amtseinsetzung, dem Gelübde und dem Segen des Dekans Widmann, widmete sich Liebmann in ihrer ersten Predigt in der Fehla-stadt dann den Werten, die es zu vermitteln gelte. Für Christen gelte es, nicht nur dazu aufzurufen, sondern die Botschaft Christi auch zu leben.

Der Erste Beigeordnete Berthold Wiesner entrichtete die Grußworte der Stadt Burladingen, sicherte eine gute Zusammenarbeit zu und überreichte zum Geschenk auch Wander- und Radwegekarten. "Genießen sie die Natur in unserer Gegend und machen sie sie zur Quelle ihrer Kraft für ihre Arbeit."

Mit großem Wohlwollen, so der katholische Vikar Cornelius Chukwu, habe die katholische Gemeinde Liebmanns Einstellung zur Ökumene vernommen. "Wir bauen Brücken zu einander, sitzen im gleichen Boot und spüren die Säkularisierung der Gesellschaft". Darum sei der Zusammenhalt der Konfessionen umso wichtiger.

Monika Rudolf, Leiterin des Burladinger Schulverbunds freute sich, Liebmann auch als Kollegin und Religionslehrerin an der Grundschule begrüßen zu dürfen, ebenso Schuldekanin Amrei Steinfort. "Mir ist das Herz aufgegangen, als ich gehört habe, wie wichtig für sie der Religionsunterricht ist", sagte Steinfort.

Pfarrerin Bärbel Danner, die während der Vakanz viele Gottesdienste abgehalten hatte, wies auf die Tradition der Fehlastadt als von der Textilindustrie geprägten Ort hin. Sie zitierte aus dem Lied der streikenden Textilarbeiterinnen in Massachusetts von 1912, Brot und Rosen. Die Arbeiterinnen hatten gerechten Lohn gefordert und eine menschenwürdige Arbeits- und Lebensumgebung. Als Sinnbild übergab Danner ihrer neuen Kollegin und Freundin zum Geschenk auch ein Brot und eine Rose.

Grüße vom Kirchengemeinderat überbrachte Uwe Wolf. "Wir nehmen sie mit offenen Armen auf", versicherte er. Zuvor hatte die Vorsitzende des Besetzungsgremiums, Vera Bender, von ihrem ersten Kennenlernen versichert: "Sie sind nicht alleine". Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst vom Gospelchor Inspirit, ein Stehempfang schloss sich an.

Schwarzwälder Bote - Erika Rapthel-Kieser

Aktivitäten zu Wasser und zu Lande

"Damals lief gerade nichts. Da habe ich mir gesagt, ich fange mal an", so schildert der heute 66-jährige Dieter Boßmann, wie er 2007 in der evangelischen Kirchengemeinde Burladingens die Pfadfindergruppe gründete.

Burladingen. Zu dieser Zeit lebte Boßmann gerade seit einem Jahr in Burladingen. Er selber ist seit seinem 16. Lebensjahr Pfadfinder. "Ich war ein Quereinsteiger", kommentiert er den späten Eintritt in eine Gruppe, deren Ideen ihn seitdem immer wieder begeistern. Als er in die Fehlastadt kam und feststellte, dass die evangelische Kirchengemeinde noch keine Pfadfinder hatte, stellte Boßmann bei einem Gemeindefest einfach zwei Zelte auf, ließ einen Film laufen und suchte Mitstreiter. Bald hatte er eine kleine Gruppe zusammen, avancierte zum Stammesältesten. Die Aktiven entschieden sich dafür, ihre Gruppe nach Alexander von Humboldt zu benennen. Der Name des Forschers, Abenteurers und Universalgenies steht für einen vorurteilsfreien Blick, lebenslanges Lernen, Humanität und Menschenfreundlichkeit.

Mittlerweile sind die Burladinger Pfadfinder elf Jahre alt, haben rund zehn aktive Mitglieder. Geführt werden sie außer von Dieter Boßmann auch von den Gruppenleitern Ute Liebald und Lukas Reinecke. Und nach den Sommerferien soll sich eine Kindergruppe von Sieben- bis Elfjährigen bilden – die so genannten Wölflinge.

Jeden Tag eine gute Tat – auf das gängige Klischee zum Thema Pfadfinder angesprochen, hat Boßmann ein Lächeln parat. "Das ist eigentlich eine Umschreibung dafür, dass wir Jugendliche dazu anhalten, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und zu helfen, wenn sie können." Respekt vor den Mitmenschen, davon ist Boßmann überzeugt, "haben Kinder instinktiv drauf", man müsse sie nur machen lassen. Und "Führung geschieht im Dialog". So werden auch die Aktivitäten gemeinsam ausgesucht.

Pfadfinder zu sein, heißt vor allem, draußen sein. Längst bevor das Wort von den Outdoor-Aktivitäten in aller Munde war, hatten sich Pfadfinder Naturerlebnisse, ausgedehnte Wanderungen, Lagerleben und das Übernachten unter freiem Himmel auf die Fahnen geschrieben. Zelt aufbauen, Feuer machen, eine Suppen kochen, und das alles im Team, das macht die Pfadfinder "lagertauglich", wie Bossmann sagt. Die Burladinger sind aber noch mehr. Sie sind auch "seetauglich". Weil Boßmann einen Segelschein hat, fiel es ihm nicht schwer, die Burladinger Kinder für Segeljollen, Kanus und Kajakfahrten zu begeistern, und so haben die Pfadfinder auch eine so genannte Waterscouting-Gruppe – die Seepfadis, wie sie sich selber nennen –, die kleine Boote, Kanus und Kajaks hat. Geübt wird am Kirchentellinsfurter Baggersee, dem Epplesee oder am Bodensee. Zwar sind die Burladinger evangelischen Pfadfinder unter dem Dachverband der VCP, dem Verband christlicher Pfadfinder, organisiert, aber, so Boßmann: "Wir stehen allen offen. Zu uns dürfen auch Katholiken kommen und wir würden uns freuen, wenn auch ein paar muslimische Jugendliche den Weg zu uns finden. Wir wollen niemanden bekehren." Auch Erwachsene, die Interesse an der Jugendarbeit haben, dürfen sich bei der unternehmungslustigen Gruppe melden.

Jugendleiterinnen und Jugendleiter können sich bei den Pfadfindern qualifiziert weiterbilden. "Auch Quereinsteiger", betont Dieter Boßmann, die eben nicht schon seit dem Kindesalter bei den Pfadis sind. Dabei würden Fortbildungswillige und Anwärter auf Jugendleiterposten auch finanziell unterstützt. Und schließlich sei es auch möglich, ein Freiwilliges Soziales Jahr bei den Pfadfindern zu machen.

 Kontakt zu den Burladinger Pfadfindern gibt es unter: stammdontospamme@gowaway.vcp-burladingen.de

Schwarzwälder Bote - Erika Rapthel-Kieser

Fabrikant zeigt sich großzügig

Ihr Vorbild steht in Hirschegg im Kleinen Walsertal – und der Grundstock für den Bau der evangelischen Kirche in Gauselfingen war eine Spende des Textilfabrikanten Emmerich Mayer, dem die Fabrik Jercoma gehörte. Die Grundsteinlegung war am 12. Juni 1958.

 

Burladingen-Gauselfingen. Emmerich Mayer, auch Schwanen-Mayer genannt, war, nachdem die kleine evangelische Gemeinde Gauselfingens auch aufgrund der Flüchtlinge stark gewachsen war und die Wohnzimmer-Gottesdienste fast aus allen Nähten platzten, auf den damaligen Vikar G. Amann zugegangen. "Herr Vikar, wir bauen eine Kirche!", hatte Mayer ihm verkündet und gleich einmal den Bauplatz am Waldrand in der Schulstraße und eine fünfstellige Summe als Grundstock gestiftet. Der Architekt machte sich ans Werk.

Die ersten Entwürfe mit rechteckigem Grundriss und Dachreiter gefielen dem Förderer aber nicht wirklich. Er fand, eine richtige Kirche müsse auch einen Turm haben, und so nahm man die kleine runde Kirche in Hirschegg im Kleinen Walsertal zum Vorbild. Der Turm wurde zum Vorbau, der Grundriss wurde oval. Hinter dem Altar ist ein einziges buntes Glasfenster eingebaut, das den Titel "Der gute Hirte" trägt. Auf dem Grundstein, rechts des Altars, steht ein Text aus dem Lukas-Evangelium Kapitel 12, Vers 32 geschrieben: "Fürchte dich nicht, du kleine Herde".

Die Einweihung war am 1. Februar 1959. Seitdem ist das Fehlatal in Gauselfingen umrahmt von zwei Kirchen, auf der einen Hangseite die katholische, auf der anderen die evangelische, die zwar 80 Besuchern einen Platz bietet, aber bis heute keinen Namen trägt. Gottesdienste finden in dem kleinen evangelischen Gotteshaus alle 14 Tage statt. "Und dann kommen auch oft katholische Christen", berichtet die Mesmerin Gabriele Wiedmann. Sie ist seit 20 Jahren für die Kirche zuständig, hält sie sauber, schmückt sie für die Gottesdienste und kümmert sich um die Grünanlage. Sehr gefreut hat sie sich, als vor fünf Jahren die kleine runde Kirche renoviert wurde und einen behindertengerechteren Zugang und auch eine Toilette bekam.

Viele Ideen für das kleine Gotteshaus

Einmal, so berichtet Wiedmann, hätten sich an einem Heiligabend 117 Besucher zum Gottesdienst eingefunden. "Da mussten wir Stühle aufstellen und ein bisschen quetschen, das war wirklich kuschelig", freut sich die 50-Jährige noch heute. Sie hofft, so wie die anderen evangelischen Christen Burladingens auch, dass die Pfarrerstelle bald wieder besetzt wird. Denn der Kirchengemeinderat hat viele Ideen für das kleine Gotteshaus in Gauselfingen. Es eignet sich hervorragend für Trauungen, kleine Konzerte, Lesungen oder auch mal ein Taizé-Gebet. Dann würde die Türe der Kirche öfter offen stehen, als nur jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat.

Schwarzwälder Bote - Erika Rapthel-Kieser

Die Suche nach einem neuen Pfarrer

"Es sieht gut aus", sagt Vera Bender, Vorsitzende des Besetzungsgremiums der evangelischen Kirchengemeinde Burladingen. Zum 1. Januar 2019 könnte die derzeit verwaiste Pfarrstelle wieder besetzt sein.

Burladingen. Pfarrer Christoph Dinkelacker war nach 17 Jahren an der Spitze der evangelischen Kirchengemeinde in den Vorruhestand getreten, der Pfingstgottesdienst war eine seiner letzten öffentlichen Amtshandlungen gewesen. Seitdem werden die Gottesdienste von Pfarrerin Bärbel Danner aus Bitz, übernommen, Stellvertreter im Pfarramt ist Herbert Würth aus Hechingen, der für Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen, Beerdigungen oder die Seelsorge zuständig ist, und um die Konfirmanden kümmert sich Pfarrer Frank Steiner aus Rangendingen.

Es läuft also alles bei Burladingens evangelischen Christen. Aber ein Dauerzustand ist das natürlich nicht. Die Neubesetzung einer Pfarrstelle in einer evangelischen Gemeinde ist ein langer Prozess. Wie der aussieht, erklärte Vera Bender im Gespräch mit unserer Zeitung. Bereits am 13. März, so erläuterte sie, sei das Besetzungsgremium zum ersten Mal zusammen getreten. Ihm gehören alle Kirchengemeinderäte sowie der Bezirksvertreter an. Bender wurde zur Vorsitzenden gewählt, und schließlich setzte das Gremium den Ausschreibungstext für die Stellenanzeige auf. "Der liest sich so wie der von einer Firma", erklärt Bender. Zunächst stellt sich die Gemeinde samt ihrer Gruppen und Zirkel vor und erläutert das Stellenprofil, die Konditionen, etwa die Wohnsituation, und formuliert schließlich, was die Gemeinde sich von dem neuen Stelleninhaber oder der Stelleninhaberin wünscht. Danach wird die Stelle vom Oberkirchenrat ausgeschrieben, der vom Besetzungsgremium formulierte Text in einem Fachblatt für Pfarrer, es nennt sich "a+b" (Arbeit und Besinnung) veröffentlicht.

Die Burladinger Stelle war am 17. April bereits dort ausgeschrieben. Allerdings ging innerhalb der dreiwöchigen Frist keine einzige Bewerbung ein. "Junge Pfarrerinnen und Pfarrer wollen nicht aufs Land, und eine Gemeinde wie die unsere mit zwei Kirchen und den vielen Teilorten ist vielleicht auch nicht auf Anhieb attraktiv", weiß Bender. Am 19. Juni wurde die Stelle ein zweites Mal ausgeschrieben, und diesmal muss zumindest eine Bewerbung eingegangen sein. Denn das Besetzungsgremium hat jetzt einen Namen und die Bewerbungsunterlagen eines Kandidaten, den der Oberkirchenrat den Burladingern ausgewählt und benannt hat. Ob weitere Bewerbungen eingegangen sind, das wird das Gremium allerdings nicht erfahren. Einige der Burladinger Kirchengemeinderäte haben sich allerdings schon aufgemacht, um einmal einen Gottesdienst ihres Kandidaten zu besuchen. Einige werden das in den nächsten Wochen noch tun. Denn demnächst muss das Besetzungsgremium zusammentreten und den Bewerber zum Vorstellungsgespräch empfangen. "Eigentlich hätten wir bis Ende August die Wahl abhalten müssen. Aber weil wir mitten in der Urlaubszeit und einige noch verreist sind, habe ich um Fristverlängerung gebeten", erläutert Vera Bender. Trotzdem, sie hofft, dass das Vorstellungsgespräch bis Ende September stattfinden und am selben Abend gleich gewählt werden kann. Der Kandidat muss dabei mindestens sechs Stimmen erhalten, unabhängig davon, ob alle Gremiumsmitglieder anwesend sind. Da kaum ein Pfarrer oder eine Pfarrerin ihre Gemeinde in der Vorweihnachtszeit wird verlassen wollen, schätzt Vera Bender, dass die Burladinger zum 1. Januar 2019 wieder einen Pfarrer oder eine Pfarrerin haben.

Schwarzwälder Bote - Erika Rapthel-Kieser

Lebens-Schwellen können Chance sein

Lauter strahlende Gesichter waren am Sonntag beim Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde Burladingen zu erblicken. Unter den zahlreichen Besuchern waren auch viele, die erstmals zum Fest kamen und sich wohl fühlten.

 

Burladingen. Den Beginn setzte der Gottesdienst, den Pfarrerin Bärbel Danner aus Bitz unter das Motto "Segen" stellte. Bekannt sind die Worte "Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein"; sie stammen aus dem ersten Buch Mose Kapitel zwölf und beschreiben den Aufbruch des 75-jährigen Abraham in ein fremdes Land, in eine neue Zukunft. "Am Übergang, auf der Schwelle, das ist ein bevorzugter Ort des Segens", erläuterte Pfarrerin Danner. Solche Schwellen des Lebens seien merkwürdige Orte und nicht ganz ungefährlich. Anhand von Beispielen verdeutlichte die Seelsorgerin Schwellensituationen.

 

Auch Nationalmannschaft in Schwellensituation

Ob zum Beginn einer Reise, am Schulstart, dem Aufbau einer neuen Beziehung oder an der Schwelle zwischen Leben und Tod, wenn man am bedürftigsten für den Segen sei. Auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft befinde sich gerade in einer Schwellensituation, griff Danner aktuelle Ereignisse auf. Man zögere und frage sich, was wohl kommen werde, bevor man sich ins Ungewisse aufmache. Doch Schwellensituationen könnten eben auch eine große Chance sein.

Die Predigt hätte an diesem Sonntag nicht besser passen können. Denn auch die Kirchengemeinde selbst befindet sich gerade in einer Schwellensituation und sucht einen neuen Pfarrer oder eine Pfarrerin. Erfreulich war es dabei für die Kirchengemeinderäte, dass sie auf die Hilfe und Kooperationen von unterschiedlichster Seite vertrauen durften. So wurde das Gemeindefest zu einer rundum gelungenen Veranstaltung.

Neben ehemaligen Konfirmanden standen auch Jugendliche des diesjährigen Jahrgangs bereit, um an der Saftbar alkoholfreie Cocktails zu mixen. Die Pfadfinder luden zum Armbrustschießen und zum Zielen mit der Steinschleuder ein.

Es wurde Stockbrot am offenen Feuer gebraten, und das Zelt mit dem Tippkick-Turnier wollten die Kinder gar nicht mehr verlassen. Die Pflanzen am "Grünen Tisch" erfreuten sich ebenso großer Nachfrage wie die ausgefallenen Gegenstände am Flohmarkt. Runde um Runde wurde das Glücksrad gedreht, bei dem es Preise zu gewinnen gab. Den Hauptpreis bildete ein Gutschein im Wert von 199 Euro.

Reich beschenkt wurden am Sonntag allerdings alle. Veranstalter wie Gäste. Denn es fanden vielfältige Begegnungen statt. Für frischen Wind sorgten vier Tanzgruppen der "Dancing Crew". Das kam beim Publikum sehr gut an. Und hatte zugleich einen tollen Nebeneffekt: Jung und Alt vergnügten sich gemeinsam beim Gemeindefest – generationenübergreifend.

Schwarzwälder Bote - Vera Bender