Gottesdienste zu Hause feiern

Liebe Gemeindeglieder,

da wir uns ja leider vorerst nicht in unserer Kirche zum Gottesdienst versammeln können, möchten wir Ihnen hier jeden Sonntag liturgische Bausteine anbieten, damit Sie zu Hause Orgelmusik hören können, Lieder singen, Gebete sprechen und einen geistlichen Impuls erhalten.

"Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." Mt. 18,20

Jede Woche am Samstagabend bis 18 Uhr wird die neue Liturgie für den darauffolgenden Sonntag auf unserer Seite eingestellt. So können Sie sonntags um 10.30 Uhr, wenn die Kirchenglocken läuten, zu Hause den Gottesdienst feiern. Oder aber zu einer Zeit, die in Ihren Tagesablauf passt. Denn die aktuelle Liturgie wird erst wieder samstags ersetzt. Die bisherigen Liturgien zu Gottesdiensten finden Sie unter bisherige Gottesdienste.

Wir freuen uns auch über Rückmeldungen, ob Ihnen unser Angebot gefällt oder was wir evtl. noch verbessern können. Vielen Dank!

Trinitatis

(Tag der heiligen Dreifaltigkeit)                 liturgische Farbe: weiß

 

Thema des Sonntags: Der dreieinige Gott

Orgelvorspiel: Nicolaus Bruhns, Präludium g-Moll

Wochenspruch: Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. (2. Korinther 13,13)

Wochenlied: EG 139,1-3 Gelobet sei der Herr

1. Gelobet sei der Herr, / mein Gott, mein Licht, mein Leben, / mein Schöpfer, der mir hat / mein Leib und Seel gegeben, / mein Vater, der mich schützt / von Mutterleibe an, / der alle Augenblick / viel Guts an mir getan.

 

2. Gelobet sei der Herr, / mein Gott, mein Heil, mein Leben, / des Vaters liebster Sohn, / der sich für mich gegeben, / der mich erlöset hat / mit seinem teuren Blut, / der mir im Glauben schenkt / das allerhöchste Gut.

 

3. Gelobet sei der Herr, / mein Gott, mein Trost, mein Leben, / des Vaters werter Geist, / den mir der Sohn gegeben, / der mir mein Herz erquickt, / der mir gibt neue Kraft, / der mir in aller Not / Rat, Trost und Hilfe schafft.

 

Text: Johann Olearius 1665; Melodie: Nun danket alle Gott (Nr. 321: Johann Crüger 1647)

Wochenpsalm: Psalm 113 (EG 745)

Halleluja! Lobet, ihr Knechte des Herrn,

lobet den Namen des Herrn!

Gelobt sei der Name des Herrn

von nun an bis in Ewigkeit!

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang

sei gelobet der Name des Herrn!

Der Herr ist hoch über alle Völker;

seine Herrlichkeit reicht, so weit der Himmel ist.

Wer ist wie der Herr, unser Gott,

im Himmel und auf Erden?

Der oben thront in der Höhe,

der herniederschaut in die Tiefe,

der den Geringen aufrichtet aus dem Staube

und erhöht den Armen aus dem Schmutz,

dass er ihn setze neben die Fürsten,

neben die Fürsten seines Volkes;

der die Unfruchtbare im Hause zu Ehren bringt,

dass sie eine fröhliche Kindermutter wird. Halleluja!

Ehr sei dem Vater ...


Predigttext: 4. Mose 6,22-27

 

22Der HERR redete mit Mose und sprach: 23Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet:

24Der HERR segne dich und behüte dich; 25der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; 26der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

27So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.

Gedanken zum Predigttext

Haben Sie schon mal jemanden gesegnet? Sind Sie erstaunt, dass ich das frage? Darf man das denn?

Aber sicher! Wir haben das mal ausprobiert bei einem Mitarbeiter-Segnungsgottesdienst.

Da haben die Kirchengemeinderäte auch gefragt: "Darf ich das denn?" "Ist das nicht Sache des Pfarrers?" "Was mach ich, wenn ganz bestimmt Personen zu mir kommen und sich segnen lassen wollen, Personen, vor denen ich Respekt habe?"

Wir haben es besprochen und es war eine gute Erfahrung für die Segnende und für die Gesegneten. Beide gingen bereichert und gestärkt aus dem Gottesdienst wieder heim.

 

Im Predigttext beauftragt Gott Mose, dass er seinem Bruder und dessen Söhnen sagen soll, wie sie das Volk segnen können. Aaron war der erste Hohepriester und es war seine Aufgabe, den Segen Gottes weiterzugeben an das Volk.

Wenn er als der Hohepriester die Arme zum Segen ausgebreitet hat am Schluss des Gottesdienstes, dann hat er die Finger an einer Stelle gespreizt.

Wie vieles im Judentum eine sehr anschauliche Geste: Er kann den Segen nur weitergeben, er kommt aber von Gott und geht nur durch ihn hindurch auf die Gemeinde über.

 

Die Worte, die er sagen soll, mit denen schließen wir heute noch jeden Gottesdienst ab: "Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden."

Gern ergänzen wir das dann auch noch mit: Und so segne dich der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

 

Und da sind wir beim Trinitatisfest. Nirgends sonst als beim Segen wirken alle drei, Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist, zusammen und legen ihre ganze Kraft, ihren Zuspruch, aus dem Hoffnung und eine positive Lebenseinstellung erwächst, auf den Gesegneten, und der darf dann gestärkt mit dieser neuen Kraft seinen Weg gehen.

 

Man könnte lange über die Dreieinigkeit philosophieren, wie man sich das denken kann und wie das geht, drei in einem. Ich glaub, die Zisterzienser hatten Recht, wenn Sie sagten, das lohne sich nicht. Das dürfe nicht gepredigt werden.

 

Lassen wir uns viel mehr mitnehmen von dem, was uns dieser dreieinige Gott anbietet, seinen Segen. Lassen wir uns segnen und segnen wir einander, ganz egal, ob Sie Ihrem Kind oder Enkel beim Gehen nochmal die Hand auf Schulter oder Kopf legen und für sich leise oder auch laut sagen: "Gott segne dich"; oder ob Sie an jemanden denken, dem es sehr schlecht geht, der im Krankenhaus liegt oder im Altenheim, den man jetzt lange nicht besuchen durfte: "Gott segne dich".

 

Oder, und das geht auch, dass man Menschen in Gedanken segnet, mit denen man nicht zurechtkommt. Einfach so. Es kommt an, es verändert vieles und es stärkt.

Gottes Segen, wir brauchen ihn alle, um wieder klar denken zu können und zu einer Normalität zurückzukommen, die nicht mehr von Angst, sondern von Zuversicht und Hoffnung geprägt ist. Lassen wir uns segnen und segnen wir andere.

Gott segne Sie in diesen schwierigen Zeiten.

 

Pfarrer Frieder Gräter

 

Lied: Brunn alles Heils, dich ehren wir (EG 140,1-5)

 

1. Brunn alles Heils dich ehren wir / und öffnen unsern Mund vor dir; / aus deiner Gottheit Heiligtum / dein hoher Segen auf uns komm.

 

2. Der Herr, der Schöpfer, bei uns bleib, / er segne uns nach Seel und Leib, / und uns behüte seine Macht / vor allem Übel Tag und Nacht.

 

3. Der Herr, der Heiland, unser Licht, / uns leuchten lass sein Angesicht, / dass wir ihn schaun und glauben frei, / dass er uns ewig gnädig sei.

 

4. Der Herr, der Tröster, ob uns schweb, / sein Antlitz über uns erheb, / dass uns sein Bild wird eingedrückt, / und geb uns Frieden unverrückt.

 

5. Gott Vater, Sohn und Heilger Geist, / o Segensbrunn, der ewig fleußt: / durchfließ Herz, Sinn und Wandel wohl, / mach uns deins Lobs und Segens voll!

 

Text: Gerhard Tersteegen 1745; Melodie: Lobt Gott, den Herrn der Herrlichkeit (Nr. 300: Loys Bourgeois 1551 "Herr Gott, dich loben alle wir")

Fürbittengebet

Dreieiniger Gott,

als Gesegnete dürfen wir leben. Alles steht unter deinem Segen, und wir bekommen die Kraft, die wir brauchen und die Zuversicht und den Mut zum Leben aus deinem Segen.

Wir bitten dich, nimm von uns alles, was uns das Leben schwer macht: Zweifel, Trägheit, Angst und Bedenken.

 

Jeden Tag gibst du uns die Chance uns neu zu besinnen; in unserem Leben zu verändern, was uns daran hindert, auf dich und aufeinander zuzugehen.

Durch die Kraft deines Geistes hältst du die Sehnsucht wach nach Gemeinschaft mit dir und untereinander.

 

Wir bitten für die Kranken und Sterbenden, für die Angehörigen, die einen lieben Menschen verloren haben. Wende du dich ihnen zu und tröste sie. Deiner Liebe vertrauen wir sie an. Lass uns genau hinhören und hinsehen, was sie brauchen und womit wir helfen können. Segne du sie und uns.

 

Für die jungen Gemeindeglieder, Kinderkirchkinder, Konfirmandinnen und Konfirmanden bitten wir: Gib uns Verständnis für ihre andere Art zu leben; schenke uns die Geduld, ihre Fähigkeiten zu erkennen und zu fördern. Segne du sie und uns.

 

Für die Ehepaare und jungen Familien bitten wir: Schenke Ihnen viel Geduld miteinander und schenke Ihnen die Freude am Leben, die Freude an der gemeinsamen Verantwortung und an den vielen Möglichkeiten, Leben miteinander reich zu gestalten. Segne du sie und uns.

 

Für die Alleinstehenden bitten wir: Schenke ihnen Menschen, mit denen sie sich austauschen können – zu denen sie hingehen können oder telefonieren können zu jeder Tages- und Nachtzeit, mit denen sie auch über den Glauben sprechen können und gestärkt werden. Segne du sie und uns.

 

Dich loben wir und dich beten wir an: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.

A M E N

 

Vater unser im Himmel …

Lied: Verleih uns Frieden gnädiglich (EG 421)

Verleih uns Frieden gnädiglich, / Herr Gott, zu unsern Zeiten. / Es ist doch ja kein andrer nicht, / der für uns könnte streiten, / denn du, unser Gott, alleine.

 

Text und Melodie: Martin Luther 1529 nach der Antiphon "Da pacem, Domine" 9. Jh.

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.

Amen.

Orgelnachspiel: Nicolaus Bruhns, Fuge g-Moll

 

 

Opferaufruf

Opferzweck für diesen Sonntag: für die eigene Gemeinde.

Wir haben aufgrund geschlossener Kirchen derzeit keine Einnahmen aus Opfern, die wir für unsere vielfältige Arbeit brauchen. Auch sehen wir von betriebsbedingten Kündigungen und Kurzarbeit für unsere Mitarbeiter ab. Falls Sie uns in dieser für alle schwierigen Zeit finanziell unterstützen wollen, dann können Sie gerne eine Überweisung auf unser Konto vornehmen. Entweder für den sonntäglich hier angegebenen Opferzweck oder für eine Aufgabe, die Ihnen ganz besonders am Herzen liegt - die Jugendarbeit, die Seniorenarbeit, für bedürftige Familien, für unser sanierungsbedürftiges Kirchendach oder etwas anderes. Wir danken von Herzen. Wir können auch gerne eine Spendenbescheinigung ausstellen.

IBAN: DE78 6416 3225 0100 1830 00, BIC: GENODES1VHZ bei der Volksbank Hohenzollern.