Gottesdienste zu Hause feiern

Liebe Gemeindeglieder,

da wir uns ja leider vorerst nicht in unserer Kirche zum Gottesdienst versammeln können, möchten wir Ihnen hier jeden Sonntag liturgische Bausteine anbieten, damit Sie zu Hause Orgelmusik hören können, Lieder singen, Gebete sprechen und einen geistlichen Impuls erhalten.

"Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." Mt. 18,20

Rogate                                                        liturgische Farbe: weiß

(5. Sonntag nach Ostern)

 

Name des Sonntags (nach Matthäus 7,7): Bittet, so wird euch gegeben.

 

Thema des Sonntags: Die betende Kirche

Orgelvorspiel: Felix Mendelssohn Bartholdy, Präludium G-Dur (aus: 3 Präludien & Fugen, op. 37, Nr. 2)

Wochenspruch:

Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet. (Psalm 66,20)

Wochenlied: Vater unser im Himmelreich (EG 344,1-3)

1. Vater unser im Himmelreich, / der du uns alle heißest gleich / Brüder sein und dich rufen an / und willst das Beten von uns han: / gib, dass nicht bet allein der Mund, / hilf, dass es geh von Herzensgrund.

 

2. Geheiligt werd der Name dein, / dein Wort bei uns hilf halten rein, / dass wir auch leben heiliglich, / nach deinem Namen würdiglich. / Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr, / das arm verführet Volk bekehr.

 

3. Es komm dein Reich zu dieser Zeit / und dort hernach in Ewigkeit. / Der Heilig Geist uns wohne bei / mit seinen Gaben mancherlei; / des Satans Zorn und groß Gewalt / zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt.

 

Text: Martin Luther 1539; Melodie: Tischsegen des Mönch von Salzburg vor 1396, Böhmische Brüder 1531, Martin Luther 1539

Wochenpsalm: Psalm 95 (Wwdl+ 913)

 

Kommt herzu, lasst uns dem Herrn frohlocken

und jauchzen dem Hort unsres Heils!

            Lasst uns mit Danken vor sein Angesicht kommen

            und mit Psalmen ihm jauchzen!

Denn der Herr ist ein großer Gott

und ein großer König über alle Götter.

            Denn in seiner Hand sind die Tiefen der Erde

            und die Höhen der Berge sind auch sein.

Denn sein ist das Meer, und er hat's gemacht

und seine Hände haben das Trockene bereitet.

            Kommt, lasst uns anbeten und knien

            und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat.

Denn er ist unser Gott

und wir das Volk seiner Weide und Schafe seiner Hand.

Ehr sei dem Vater ...


Predigttext: Matthäus 6,5-15

5Jesus lehrte seine Jünger und sprach: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, um sich vor den Leuten zu zeigen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.

6Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.

7Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.

8Darum sollt ihr ihnen nicht gleichen. Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.

9Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt.

10Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

11Unser tägliches Brot gib uns heute.

12Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

13Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

14Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.

15Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

Gedanken zum Predigttext

Wie macht er das?, fragen sich die Jünger. Da waren grad noch unheimlich viele Leute da – er hat sich völlig verausgabt, dann zieht er sich zurück und kommt völlig erholt wieder. Woher holt er sich diese Kraft? Welches Geheimnis steckt dahinter? Was tut er da?

Jesus verrät es ihnen: Beten.

 

Manchmal begegnen uns Menschen, die das ausstrahlen: Getragen von einer Zuversicht, gehalten im Glauben und irgendwie beheimatet im Gebet und im Gespräch mit Gott.

 

Im Laufe der Zeit sind mir immer wieder solche Männer und Frauen in den Gemeinden begegnet. Und jedes Mal war es ähnlich: Der Wunsch, so möchte ich es eigentlich auch, wie kommt man dazu, wie hält man das aufrecht, wie hält man das ein Leben lang durch.

Und dann die Erfahrung: Immer wieder spült einen die Flut von Aufgaben und ungelösten Problemen einfach weit weg von diesem Vertrauen und von diesem vertrauten Zwiegespräch mit Gott.

 

Ja, manchmal gelingt es ganz gut, aber immer wieder muss man doch wieder von vorne anfangen. Wie schafft man das, das Gebet als Quelle des Lebens zu entdecken und am „Sprudeln“ zu halten?

Genau das war die Frage der Jünger. Die Antwort Jesu: Traut Gott zu, dass er sowieso schon alles weiß. Traut ihm zu, dass er auch größere Abstände überbrücken kann und jederzeit neu mit euch ins Gespräch kommen will.

Traut ihm zu, dass man ihm nicht erklären muss, worum es geht und was man will. Das ist ihm schon längst klar, bevor wir auch nur ein einziges Wort sagen. Traut ihm das zu. Und so kommt vor ihn. Einfach so.

 

Sei einfach da vor Gott und mach dir klar, in welchen gütigen und barmherzigen Händen dein Leben geborgen ist. Lass dir den Horizont öffnen, über deine Sorgen hinaus, hin auf Gottes Wege mit dir und dieser Welt. Das ist die Quelle dieser Kraft.

 

Und dann bete:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Gib uns was wir zum Leben brauchen für Leib und Seele:

Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Ja, wir haben uns und diese Welt nicht in der Hand, aber du weißt, wo der Weg hingeht.

Danke, dass ich mich daran halten kann!

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. A M E N.

 

Pfr. Frieder Gräter

Wochenlied: Bist zu uns wie ein Vater (Unser Vater) (Wwdl+ 8,1-6)

 

1. Bist zu uns wie ein Vater, / der sein Kind nie vergisst. / Der trotz all seiner Größe / immer ansprechbar ist.

2. Deine Herrschaft soll kommen, / das, was du willst, geschehn. / Auf der Erde, im Himmel / sollen alle es sehn.

Vater, unser Vater, / alle Ehre deinem Namen. / Vater, unser Vater, / bis ans Ende der Zeiten. / Amen.

 

3. Gib uns das, was wir brauchen, / gib uns heut unser Brot. / Und vergib uns den Aufstand / gegen dich und dein Gebot.

4. Lehre uns zu vergeben, / so wie du uns vergibst. / Lass uns treu zu dir stehen, / so wie du immer liebst.

Vater, unser Vater, / alle Ehre deinem Namen. / Vater, unser Vater, / bis ans Ende der Zeiten. / Amen.

 

5. Nimm Gedanken des Zweifels / und der Anfechtung fort. / Mach uns frei von dem Bösen / durch dein mächtiges Wort.

6. Deine Macht hat kein Ende, / wir vertrauen darauf. / Bist ein herrlicher Herrscher / und dein Reich hört nie auf.

Vater, unser Vater, / alle Ehre deinem Namen. / Vater, unser Vater, / bis ans Ende der Zeiten. / Amen.

 

Originaltitel "Unser Vater"; Text (nach Mt 6,9-13): Christoph Zehendner; Melodie: Hans-Werner Scharnowski; © 1994 Auf den Punkt, Siegen

Fürbittengebet

Vater im Himmel,

vertrauensvoll wenden wir uns im Gebet an dich:

Danke, dass du uns hörst,

danke, dass unser Gebet dir wichtig ist,

dass wir dir wichtig sind.

Danke, dass wir mit dir reden können.

 

Wir bitten dich für die Menschen,

denen es schwer fällt an dich zu glauben,

die gar nie damit in Berührung gekommen sind,

die gar nicht mehr wissen, was es heißt sich zu öffnen,

Vertrauen zu haben

und aus einer Hoffnung heraus zu leben.

Begegne du ihnen.

 

Wir bitten dich für die vielen Menschen,

die den Stress und die Angst vor Corona nicht mehr aushalten,

die ausgebrannt und leer sind,

die keinen weiten Horizont mehr haben.

Gib du ihrem Leben neuen Inhalt und neuen Halt.

Sei und werde du wieder die Mitte ihres Lebens.

 

Wir bitten dich für die Menschen,

die vom Leben enttäuscht sind und die gerne beten würden,

die aber das Vertrauen in dich verloren haben.

Schenk den Mut zu ersten Schritt.

 

Danke, dass wir mit dir verbunden sind.

Schenk uns aus der Verbindung mit dir immer neu Kraft,

Trost, Halt und Lebensmut.

Das bitten wir durch Christus unseren Herrn.

A M E N.

 

 

Vater unser im Himmel …

 

 

Lied: Christ ist erstanden (EG 99)

Christ ist erstanden / von der Marter alle; / des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, / so wär die Welt vergangen, / seit dass er erstanden ist, / so lobn wir den Vater Jesu Christ'. Kyrieleis.

Halleluja, / Halleluja, / Halleluja! / Des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

 

Text: Bayern/Österreich 12. bis 15. Jh.; Melodie: Salzburg 1160/1433, Tegernsee 15. Jh., Wittenberg 1529

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.

Amen.

Orgelnachspiel: Johann Sebastian Bach, Vater unser im Himmelreich (BWV 636, Orgelbüchlein)

 

 

Opferaufruf

Opferzweck für diesen Sonntag: für die eigene Gemeinde.

Wir haben aufgrund geschlossener Kirchen derzeit keine Einnahmen aus Opfern, die wir für unsere vielfältige Arbeit brauchen. Auch sehen wir von betriebsbedingten Kündigungen und Kurzarbeit für unsere Mitarbeiter ab. Falls Sie uns in dieser für alle schwierigen Zeit finanziell unterstützen wollen, dann können Sie gerne eine Überweisung auf unser Konto vornehmen. Entweder für den sonntäglich hier angegebenen Opferzweck oder für eine Aufgabe, die Ihnen ganz besonders am Herzen liegt - die Jugendarbeit, die Seniorenarbeit, für bedürftige Familien, für unser sanierungsbedürftiges Kirchendach oder etwas anderes. Wir danken von Herzen. Wir können auch gerne eine Spendenbescheinigung ausstellen.

IBAN: DE78 6416 3225 0100 1830 00, BIC: GENODES1VHZ bei der Volksbank Hohenzollern.