Gottesdienste zu Hause feiern

Liebe Gemeindeglieder,

hier finden Sie die liturgischen Bausteine der vergangenen Sonntage, damit Sie zu Hause Orgelmusik hören können, Lieder singen, Gebete sprechen und einen geistlichen Impuls erhalten. Vielleicht möchten sie ja den einen oder anderen Gottesdienst "nachfeiern", einen Impuls noch einmal lesen, ein Gebet noch einmal sprechen oder sich nochmals ein Lied anhören ...

"Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." Mt. 18,20

Geistlicher Impuls zum Einstieg

Corona. Kurs.

 

"Hosianna! Gelobt sei, der da kommt …!"

 

Viel gelobt, viel gejubelt. Alles besser, alles schöner, alles schneller und ach so viel einfacher …!

Wem haben wir nicht alles Beifall gerufen ...

Alle rannten, um dabei zu sein: Profitieren die Devise, ich, jetzt, sofort, unbedingt und bitte ganz schnell, koste es, was es wolle!

 

Damals: Sie alle, ganz viele – unbedingt auch mit dabei! "Hosianna! Gelobt sei …!" Dabei sein ist alles. Wir bringen gerne auch Opfer, bereiten den Weg! Flashmob mit dem, was übrig ist oder gerade abkömmlich. Ein paar Zweige gibt's gratis am Wegesrand. Hauptsache, wir sind mit dabei!  …bei dem oder das, was oder wer da auch kommt … Koste es, was es wolle!

Und dann: Alle weg. Als es drauf ankommt: Keiner mehr da. War da was?

 

Jetzt sind alle zu Hause. "Bist du noch da?" Bange Frage nach nebenan.

Nur noch klammheimlich letztlich dieselbe: Wer geht uns voran? Wem können wir trauen und folgen? Wohin der Weg?

 

"Ans Kreuz! Ans Kreuz!" Kurzfristige Kursänderung – damals.

 

Klüger sind wir – eigentlich – heute.

Späte Einsicht in nahender Zukunft: Wer oder was muss wirklich ans Kreuz?

 

Nochmalige Kursänderung: Wir gehen mit – unter das Kreuz.

Ernsthaft. Konsequent. Nachhaltig. Vor Ort.

Koste es, was es wolle! Aber unabdingbar mit dem Blick zurück nach vorn.

 

Annegret Liebmann

 

Palmsonntag (05.04.)                          liturgische Farbe: violett

(6. Sonntag der Passionszeit)


 

Thema des Sonntags: Der Schmerzensmann

Orgelvorspiel: Johannes Brahms, Herzliebster Jesu (Op. 122-2)

Wochenspruch:

Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. (Johannes 3,14b.15)

 

Wochenpsalm: Psalm 69 (EG 731)

 

Gott, hilf mir!

Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

Ich versinke in tiefem Schlamm,

            wo kein Grund ist;

Ich bin in tiefe Wasser geraten,

            und die Flut will mich ersäufen.

Ich habe mich müde geschrien,

            mein Hals ist heiser.

Meine Augen sind trübe geworden,

            weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.

Ich aber bete zu dir, Herr, zur Zeit der Gnade;

            Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich

            mit deiner treuen Hilfe.

Errette mich aus dem Schlamm,

            dass ich nicht versinke,

dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen,

            und aus den tiefen Wassern;

dass mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge

            und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.

Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich;

            wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte,

            denn mir ist angst; erhöre mich eilends.

Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie,

            Gott, deine Hilfe schütze mich!

Wochenlied: Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken (EG 91,1-5)

1. Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, / mich in das Meer der Liebe zu versenken, / die dich bewog, von aller Schuld des Bösen / uns zu erlösen.

 

2. Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden / und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden, / an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, / die Sünde tragen:

 

3. welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! / Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte, / mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde / den Fluch der Sünde.

 

4. Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; / Gott ist die Lieb und lässt die Welt erlösen. / Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken / am Kreuz erblicken.

 

5. Seh ich dein Kreuz den Klugen dieser Erden / ein Ärgernis und eine Torheit werden: / so sei's doch mir, trotz allen frechen Spottes, / die Weisheit Gottes.

 

Text: Christian Fürchtegott Gellert 1757; Melodie: Johann Crüger 1640 nach Guillaume Franc 1543 (zu Psalm 23)

Predigttext:

Jesu Leiden und Sterben nach dem Markus-Evangelium: Mk 14,1-11

 

Der Plan der Hohenpriester und der Schriftgelehrten

Es waren noch zwei Tage bis zum Passafest und den Tagen der Ungesäuerten Brote. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten suchten, wie sie ihn mit List ergreifen und töten könnten. Denn sie sprachen: Ja nicht bei dem Fest, damit es nicht einen Aufruhr im Volk gebe.

 

Die Salbung in Betanien

Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis.Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat.

 

Der Verrat des Judas

10 Und Judas Iskariot, einer von den Zwölfen, ging hin zu den Hohenpriestern, dass er ihn an sie verriete. 11 Da sie das hörten, wurden sie froh und versprachen, ihm Geld zu geben. Und er suchte, wie er ihn bei guter Gelegenheit verraten könnte.

Lied: Holz auf Jesu Schulter (EG 97,1-6)

Holz auf Jesu Schulter

1. Holz auf Jeu Schulter, / von der Welt verflucht, / ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht. // Kyrie eleison, / sieh, wohin wir gehn. / Ruf uns aus den Toten, / lass uns auferstehn.

 

2. Wollen wir Gott bitten, / dass auf unsrer Fahrt / Friede unsre Herzen / und die Welt bewahrt. // Kyrie eleison …

 

3. Denn die Erde klagt uns / an bei Tag und Nacht. / Doch der Himmel sagt uns: / Alles ist vollbracht! // Kyrie eleison …

 

4. Wollen wir Gott loben, / leben aus dem Licht. / Streng ist seine Güte, / gnädig sein Gericht. // Kyrie eleison …

 

5. Denn die Erde jagt uns / auf den Abgrund zu. / Doch der Himmel fragt uns: / Warum zweifelst du? // Kyrie eleison …

 

6. Hart auf deiner Schulter / lag das Kreuz, o Herr, / ward zum Baum des Lebens, / ist von Früchten schwer. // Kyrie eleison …

 

Text: Jürgen Henkys (1975) nach dem niederländischen "Met de boom des levens" von Willem Barnard 1963; Melodie: Ignace de Sutter 1964

Gebete:

Herr, unser Gott, wir bitten dich auch heute in dieser außergewöhnlichen Zeit um Trost, Zuversicht und Vertrauen.

Sei bei allen Erkrankten, sei allen Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.

Tröste alle, die trauern.

Schenke allen Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.

Schenke allen Pflegenden Kraft und Durchhaltevermögen – und allen, die in Politik und im Gesundheitswesen tätig sind, Besonnenheit und Mut zu richtigen Entscheidungen.

Wir danken dir für alle, die an den Rand ihrer Kräfte gehen, um unsere Grundversorgung zu sichern – jeden Tag neu.

Wir danken dir für alle, die sich um ihre Nächsten kümmern und für sie da sind.

Wir bitten für alle, die in Panik oder von Angst überwältig sind.

Wir bitten für alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, keine Kontakte haben.

Wir bitten für Frieden inmitten dieser beunruhigenden Zeit.

Lass uns nicht vergessen, dass das Leben jeden Tag Geschenk ist.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit und lass uns die nicht vergessen, die unsere Hilfe brauchen – in unserer Nähe und weltweit.

Herr, erbarme dich unser. Wir vertrauen auf dich. Amen.

 

Vater unser im Himmel …

 

Der du allein der Ewge heißt

und Anfang, Ziel und Mitte weißt

im Fluge unsrer Zeiten:

bleib du uns gnädig zugewandt

und führe uns an deiner Hand,

damit wir sicher schreiten.

 

Jochen Klepper 1938 (siehe EG 64,6)

Der du allein der Ewge heißt

Der du allein der Ewge heißt; Melodie: um 1504; geistlich 1530, Nürnberg 1534

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dich und sei dir gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Amen.

Orgelnachspiel: Oliver Geiger, Du schöner Lebensbaum (Improvisation)

Opfer

Opferzweck diesen Sonntag: für die eigene Gemeinde.

Wir haben aufgrund geschlossener Kirchen derzeit keine Einnahmen aus Opfern, die wir für unsere vielfältige Arbeit brauchen. Auch sehen wir von betriebsbedingten Kündigungen und Kurzarbeit für unsere Mitarbeiter ab. Falls Sie uns in dieser für alle schwierigen Zeit finanziell unterstützen wollen, dann können Sie gerne eine Überweisung auf unser Konto vornehmen. Entweder für den sonntäglich hier angegebenen Opferzweck oder für eine Aufgabe, die Ihnen ganz besonders am Herzen liegt - die Jugendarbeit, die Seniorenarbeit, für bedürftige Familien, für unser sanierungsbedürftiges Kirchendach oder etwas anderes. Wir danken von Herzen. Wir können auch gerne eine Spendenbescheinigung ausstellen.

IBAN: DE78 6416 3225 0100 1830 00, BIC: GENODES1VHZ bei der Volksbank Hohenzollern.