Gottesdienste zu Hause feiern

Liebe Gemeindeglieder,

da wir uns ja leider vorerst nicht in unserer Kirche zum Gottesdienst versammeln können, möchten wir Ihnen hier jeden Sonntag liturgische Bausteine anbieten, damit Sie zu Hause Orgelmusik hören können, Lieder singen, Gebete sprechen und einen geistlichen Impuls erhalten.

"Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." Mt. 18,20

Miserikordias Domini                             liturgische Farbe: weiß

(2. Sonntag nach Ostern)

 

Name des Sonntags (nach Psalm 33,5b): Die Erde ist voll der Güte des Herrn.

 

Thema des Sonntags: Der gute Hirte

Orgelvorspiel: Johann Sebastian Bach, Herr Jesu Christ, dich zu uns wend (BWV 709)

Wochenspruch:

Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben. (Johannes 10,11a.27-28a)

Wochenlied: Der Herr ist mein getreuer Hirt (EG 274,1-5)

1. Der Herr ist mein getreuer Hirt, / hält mich in seiner Hute, / darin mir gar nicht mangeln wird / jemals an einem Gute. / Er weidet mich ohn Unterlass, / da aufwächst das wohlschmeckend Gras / seines heilsamen Wortes.

 

2. Zum reinen Wasser er mich weist, / das mich erquickt so gute, / das ist sein werter Heilger Geist, / der mich macht wohlgemute; / er führet mich auf rechter Straß / in seim Gebot ohn Unterlass / um seines Namens willen.

 

3. Ob ich wandert im finstern Tal, / fürcht ich doch kein Unglücke / in Leid, Verfolgung und Trübsal, / in dieser Welte Tücke: / denn du bist bei mir stetiglich, / dein Stab und Stecken trösten mich, / auf dein Wort ich mich lasse.

 

4. Du b’reitest vor mir einen Tisch / vor mein’ Feind’ allenthalben, / machst mein Herz unverzaget frisch; / mein Haupt tust du mir salben / mit deinem Geist, der Freuden Öl, / und schenkest voll ein meiner Seel / deiner geistlichen Freuden.

 

5. Gutes und viel Barmherzigkeit / folgen mir nach im Leben, / und ich werd bleiben allezeit / im Haus des Herren eben / auf Erd in der christlichen G’mein, / und nach dem Tode werd ich sein / bei Christus, meinem Herren.

 

Text: Augsburg 1531; Melodie: Johann Walter 1524

Wochenpsalm: Psalm 23 (EG 711)

 

Der Herr ist mein Hirte,

mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue

und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele.

Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,

fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir,

dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch

im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl

und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Ehr sei dem Vater ...


Predigttext: 1. Petrus 2,21b-25

21bChristus hat für euch gelitten und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; 22er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet; 24der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden. 25Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

 

 

Gedanken zum Predigttext

Nein, ohne Kontext geht dieser Text nicht, auch wenn er genau diesen in seiner vorgegebenen Auswahl verschweigt.

Es sind Worte, an Sklaven gerichtet. Damals. Vor knapp 2000 Jahren.

 

Durchhalten? Dulden? Die Verhältnisse sind einfach gottgegeben?

Damals: Leider wohl die übliche Sicht der Dinge …

Heute: Nein!

 

Zum Glück hat schon Martin Luther erkannt: Man muss die Bibel lesen nach dem, "was Christus treibet".

Klare Ansage und Frage an den heutigen Text: Was stimmt mit Jesus Christus und seinem Leben, seinen Worten und seiner Botschaft überein?

 

"Es geht nicht darum, die Bibel umzuschreiben. Aber ich darf sie mit Gottes Augen oder wenigstens seiner Brille lesen. Und dann heißt es im 1. Petrusbrief eher so:

Weil Christus immer an eurer Seite ist, euch kennt und liebt, seid ihr berufen, freie Menschen zu werden. Auch für euch hat er großes Unrecht erlitten, nicht in Schafsgeduld, sondern mit seinem großen Gottvertrauen, dass sich die Verhältnisse klären und am Ende Recht und Gerechtigkeit siegen, wenn nicht vollendet in dieser Welt, so doch spätestens in seinem Reich.

Wir wissen durch ihn, dass es einen Sinn gibt, ein Ziel, ein Zuhause und eine große Liebe, die keinen von uns jemals fallen lässt. Das heilt unsere Seele und macht sie fröhlich, selbst in dunklen Tagen des Lebens. Ja, wir waren, nein, wir sind immer wieder wie verirrte Schafe, ganz verloren auf den Wiesen des Daseins, aber ER gibt uns Schutz und Sicherheit und hütet uns vor dem Bösen. Er lehrt uns, den Wolf zu sehen und ihm aus dem Wege zu gehen, und auch, ihn zu bekämpfen. Er macht aus Schafen Hirten, die einander hüten und behüten."

(Gerhard Zinn, in: Werkstatt für Liturgie und Predigt, 2.2020)

 

Annegret Liebmann

Lied: Jesu, meine Freude (EG 396,1-3)

 

1. Jesu, meine Freude, / meines Herzens Weide, / Jesu, meine Zier: / ach, wie lang, ach lange ist dem Herzen bange / und verlangt nach dir! / Gottes Lamm, mein Bräutigam, / außer dir soll mir auf Erden / nichts sonst Liebers werden.

 

2. Unter deinem Schirmen / bin ich vor den Stürmen / aller Feinde frei. / Lass den Satan wettern, / lass die Welt erzittern, / mir steht Jesus bei. / Ob es jetzt gleich kracht und blitzt, / ob gleich Sünd und Hölle schrecken, / Jesus will mich decken.

 

3. Trotz dem alten Drachen, / Trotz dem Todesrachen, / Trotz der Furcht dazu! / Tobe, Welt, und springe; / ich steh hier und singe / in gar sichrer Ruh. / Gottes Macht hält mich in acht, / Erd und Abgrund muss verstummen, / ob sie noch so brummen.

 

Text: Johann Franck 1653; Melodie: Johann Crüger 1653

Fürbittengebet (nach velkd.de)

Du guter Hirte, Jesus Christus. Sind wir wie irrende Schafe?

Wir sehnen uns danach, den Weg zu kennen.

Du weißt ihn.

Zeig uns den Weg.

Zeig ihn denen, die uns regieren, die über uns bestimmen, die unser Wohl wollen.

Bringe uns auf den richtigen Weg.

Erbarme dich.

 

Du guter Hirte, Jesus Christus. Wir sind gefangen in unserer Sorge.

Du siehst die Ängste der Welt.

Schau auf die Menschen, die keinen Ausweg sehen – auf der Flucht, in Lagern, im Krieg.

Schau auf die Menschen, die kein Zuhause haben, wo sie Schutz finden.

Und schau auf die, für die der Schutzraum zur Gefahr wird.

Du guter Hirte, suchst du sie?

Steh ihnen bei und trage sie auf deinen Schultern.

Erbarme dich.

 

Du guter Hirte, Jesus Christus. Siehst du den Glauben? Siehst du die Hoffnung?

Unsere Nachbarn im Ramadan. Unsere Geschwister in der Ferne.

Unsere Gemeinde, deine Kirche.

Dir vertrauen wir, denn du bist bei uns, bei dir wird uns nichts mangeln.

Tröstest du uns?

Bereite uns den Tisch und bleib bei uns.

Erbarme dich, heute und alle Tage.

Amen.

 

Vater unser im Himmel …

Lied: Christ ist erstanden (EG 99)

Christ ist erstanden / von der Marter alle; / des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, / so wär die Welt vergangen, / seit dass er erstanden ist, / so lobn wir den Vater Jesu Christ'. Kyrieleis.

Halleluja, / Halleluja, / Halleluja! / Des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

 

Text: Bayern/Österreich 12. bis 15. Jh.; Melodie: Salzburg 1160/1433, Tegernsee 15. Jh., Wittenberg 1529

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.

Amen.

Orgelnachspiel: Domenico Zipoli, Pastorale (Largo – Allegro – Largo), aus: "Sonate d'Intavolatura per Organo e Cimbalo" op.1

 

 

Opferaufruf

Opferzweck für diesen Sonntag: für die eigene Gemeinde.

Wir haben aufgrund geschlossener Kirchen derzeit keine Einnahmen aus Opfern, die wir für unsere vielfältige Arbeit brauchen. Auch sehen wir von betriebsbedingten Kündigungen und Kurzarbeit für unsere Mitarbeiter ab. Falls Sie uns in dieser für alle schwierigen Zeit finanziell unterstützen wollen, dann können Sie gerne eine Überweisung auf unser Konto vornehmen. Entweder für den sonntäglich hier angegebenen Opferzweck oder für eine Aufgabe, die Ihnen ganz besonders am Herzen liegt - die Jugendarbeit, die Seniorenarbeit, für bedürftige Familien, für unser sanierungsbedürftiges Kirchendach oder etwas anderes. Wir danken von Herzen. Wir können auch gerne eine Spendenbescheinigung ausstellen.

IBAN: DE78 6416 3225 0100 1830 00, BIC: GENODES1VHZ bei der Volksbank Hohenzollern.