Gottesdienste zu Hause feiern

Liebe Gemeindeglieder,

da wir uns ja leider vorerst nicht in unserer Kirche zum Gottesdienst versammeln können, möchten wir Ihnen hier jeden Sonntag liturgische Bausteine anbieten, damit Sie zu Hause Orgelmusik hören können, Lieder singen, Gebete sprechen und einen geistlichen Impuls erhalten.

"Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." Mt. 18,20

Kantate                                                      liturgische Farbe: weiß

(4. Sonntag nach Ostern)

 

Name des Sonntags (nach Psalm 98,1): Singet dem Herrn ein neues Lied

 

Thema des Sonntags: Die singende Gemeinde

Orgelvorspiel: Christoph Wolfgang Druckenmüller, Concerto D-Dur, 1. Satz (Husumer Orgelbuch von 1758)

Wochenspruch:

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. (Psalm 98,1)

Wochenlied: Du meine Seele, singe (EG 302,1-3.8)

1. Du meine Seele, singe, / wohlauf und singe schön / dem, welchem alle Dinge / zu Dienst und Willen stehn. / Ich will den Herren droben / hier preisen auf der Erd; / ich will ihn herzlich loben, / solang ich leben werd.

 

2. Wohl dem, der einzig schauet / nach Jakobs Gott und Heil! / Wer dem sich anvertrauet, / der hat das beste Teil, / das höchste Gut erlesen, / den schönsten Schatz geliebt; / sein Herz und ganzes Wesen / bleibt ewig unbetrübt.

 

3. Hier sind die starken Kräfte, / die unerschöpfte Macht; / das weisen die Geschäfte, / die seine Hand gemacht: / der Himmel und die Erde / mit ihrem ganzen Heer, / der Fisch unzähl’ge Herde / im großen wilden Meer.

 

8. Ach ich bin viel zu wenig, / zu rühmen seinen Ruhm; / der Herr allein ist König, / ich eine welke Blum. / Jedoch weil ich gehöre / gen Zion in sein Zelt, / ist’s billig, dass ich mehre / sein Lob vor aller Welt.

 

Text: Paul Gerhardt 1653; Melodie: Johann Georg Ebeling 1666

Wochenpsalm: Psalm 98 (EG 739)

 

Singet dem Herrn ein neues Lied,

denn er tut Wunder.

Er schafft Heil mit seiner Rechten

und mit seinem heiligen Arm.

Der Herr lässt sein Heil kundwerden;

vor den Völkern macht er seine Gerechtigkeit offenbar.

Er gedenkt an seine Gnade und Treue für das Haus Israel,

aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.

Jauchzet dem Herrn, alle Welt,

singet, rühmet und lobet!

Lobet den Herrn mit Harfen,

mit Harfen und mit Saitenspiel!

Mit Trompeten und Posaunen

jauchzet vor dem Herrn, dem König!

Das Meer brause und was darinnen ist,

der Erdkreis und die darauf wohnen.

Die Ströme sollen frohlocken,

und alle Berge seien fröhlich vor dem Herrn;

denn er kommt, das Erdreich zu richten.

Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit

und die Völker, wie es recht ist.

Ehr sei dem Vater ...


Predigttext: 2. Chronik 5,2-14

2Salomo versammelte alle Ältesten Israels, alle Häupter der Stämme und die Fürsten der Sippen Israels in Jerusalem, damit sie die Lade des Bundes des HERRN hinaufbrächten aus der Stadt Davids, das ist Zion.

3Und es versammelten sich beim König alle Männer Israels zum Fest, das im siebenten Monat ist.

4Und es kamen alle Ältesten Israels, und die Leviten hoben die Lade auf 5und brachten sie hinauf samt der Stiftshütte und allem heiligen Gerät, das in der Stiftshütte war; es brachten sie hinauf die Priester und Leviten.

6Aber der König Salomo und die ganze Gemeinde Israel, die bei ihm vor der Lade versammelt war, opferten Schafe und Rinder, so viel, dass es niemand zählen noch berechnen konnte. 7So brachten die Priester die Lade des Bundes des HERRN an ihre Stätte, in den innersten Raum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim, 8dass die Cherubim ihre Flügel ausbreiteten über die Stätte der Lade. Und die Cherubim bedeckten die Lade und ihre Stangen von oben her.

9Die Stangen aber waren so lang, dass man ihre Enden vor dem Allerheiligsten sah, aber von außen sah man sie nicht. Und sie war dort bis auf diesen Tag.

10Und es war nichts in der Lade außer den zwei Tafeln, die Mose am Horeb hineingelegt hatte, die Tafeln des Bundes, den der HERR mit Israel geschlossen hatte, als sie aus Ägypten zogen.

11Und die Priester gingen heraus aus dem Heiligtum – denn alle Priester, die sich eingefunden hatten, hatten sich geheiligt, ohne dass man auf die Abteilungen geachtet hätte –, 12und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen hundertzwanzig Priester, die mit Trompeten bliesen.

13Und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem HERRN.

Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: "Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig", da wurde das Haus erfüllt mit einer Wolke, als das Haus des HERRN, 14so dass die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.

Gedanken zum Predigttext

Das Laubhüttenfest – der Feiertag ist gut gewählt: Israel erinnert sich an 40 Jahre Wüstenwanderung. Leichte Behausung im Zelt.

Da hat Gott sein Volk jeden Tag ernährt und begleitet, seine Herrlichkeit zog mit in der Wolken- und der Feuersäule.

Mit auf dem Weg: Die Bundeslade. In ihr die zwei Steintafeln mit den zehn Geboten vom Horeb/Sinai. Mehr braucht es nicht für den ewigen Bund zwischen Gott und Mensch.

Ihre Behausung: Die Stiftshütte – ebenfalls leicht und mobil. Dieser Tempel zog mit. Er war beweglich, an keinen Ort gebunden.

 

Damit ist nun Schluss. Salomo ist König, und eine seiner ersten und wichtigsten Amtshandlungen ist der Bau des Tempels in Jerusalem. Hehres Vorhaben: Steine für die Ewigkeit, doch brüchig das Menschenwerk. (Aber das ist eine andere Geschichte …)

 

Nun wird er eingeweiht, der Tempel, und die Feier könnte nicht prachtvoller sein. Eine riesige Prozession zieht mit der Bundeslade hinauf auf den Berg, sie findet ihre Stätte im Allerheiligsten des Tempels, und die "himmlischen Heerscharen" breiten ihre Flügel über sie aus.

 

Und dann eröffnet sich ein Klangraum, wie ihn zuvor noch niemand erlebt hat. 120 Trompeten, Zimbeln, Psalter und Harfen, dazu jede Menge Gesang – "und es war, als wäre es einer, der trompetete und sänge, als hörte man eine Stimme loben und danken dem Herrn." (Der Traum eines jeden Chorleiters, einer jeden Chorleiterin bis heute …)

"Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig". So schallt es durch die Mauern in alle Lande.

Und mitten in diesem gewaltigen Lob ist sie wieder da: Die Wolke! Die Herrlichkeit Gottes erfüllt den Raum.

Alle Unterschiede sind aufgehoben, die Priester arbeitslos, alle Anwesenden werden zum Resonanzkörper des göttlichen Atems, jede Person ist im Ein-Klang mit sich selbst, mit allen anderen, mit Gott. Ein Erlebnis – zu jeder Zeit jeder Erinnerung wert!

 

"Person" kommt übrigens vom lateinischen Wort "per-sonare", übersetzt: "hindurch-klingen", "hindurch-tönen", "wider-hallen", "er-füllen".

Jede und jeder von uns also – ein Klang- und Resonanzkörper für Gottes Gegenwart!

("Die Würde des Menschen ist unantastbar." Artikel 1, Abs. 1, Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland. Aber das wäre noch einmal ein anderes Thema …)

 

Gottes Geheimnis kann auch in mir erklingen. Ich muss mich nur offenhalten und hören, manchmal auch auf die Stille. Oder die Musik. Denn sie kann Menschen empfänglich machen, und wenn sie gemeinsam singen und Gott loben, öffnet sich so manches Mal das Fenster zum Himmel.

Neuschöpfung wie am ersten Tag – und Aussicht auf himmlische Chöre.

 

Unübertrefflich und aktueller denn je …: Paul Celan.

 

FADENSONNEN

über der grauschwarzen Ödnis.

Ein baum-

hoher Gedanke

greift sich den Lichtton: es sind

noch Lieder zu singen jenseits

der Menschen.

 

(aus: Paul Celan, Gesammelte Werke, Zweiter Band, suhrkamp taschenbuch 1331, Frankfurt am Main 11986, S. 26)

 

Annegret Liebmann

 

Lied: Ich sing dir mein Lied (Wwdl+ 56)

 

1. Ich sing dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben. / Die Töne, den Klang hast du mir gegeben / von Wachsen und Werden, von Himmel und Erde, / du Quelle des Lebens. / Dir sing ich mein Lied.

 

2. Ich sing dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben. / Den Rhythmus, den Schwung hast du mir gegeben / von deiner Geschichte, in die du uns mitnimmst, / du Hüter des Lebens. / Dir sing ich mein Lied.

 

3. Ich sing dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben. / Die Tonart, den Takt hast du mir gegeben / von Nähe, die heil macht – wir können dich finden, / du Wunder des Lebens. / Dir sing ich mein Lied.

 

4. Ich sing dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben. / Die Höhen, die Tiefen hast du mir gegeben. / Du hältst uns zusammen trotz Streit und Verletzung, / du Freundin des Lebens. / Dir sing ich mein Lied.

 

5. Ich sing dir mein Lied – in ihm klingt mein Leben. / Die Töne, den Klang hast du mir gegeben / von Zeichen der Hoffnung auf steinigen Wegen, / du Zukunft des Lebens. / Dir sing ich mein Lied.

 

Text: Fritz Baltruweit, Barbara Hustedt 1994; Melodie: aus Brasilien vor 1990. © tvd-Verlag, Düsseldorf

 

Fürbittengebet (nach velkd.de)

Neue und alte Lieder wollen wir dir singen,

dir, unser Gott,

denn unser Glaube lebt in den Liedern,

die wir dir singen

als deine Gemeinde.

 

Doch noch müssen wir leben in liedloser Zeit,

verschlossen die Münder, gemeinsam vereint,

hier bei uns, hier vor Ort

und an vielen Orten dieser Erde.

 

Aber unser Gebet können wir dir sagen,

das vor dich bringen,

was uns bewegt,

was dein Geist uns eingibt.

 

So bitten wir für all die Menschen, die krank sind oder im Sterben liegen.

Und für die Menschen, die anderen dienen in Therapie und Pflege.

 

So bitten wir für all die Menschen, die sich sorgen um die Seelen der Einsamen,

die Verbindungen suchen und Nähe schaffen, wo Trennung herrscht.

 

So bitten wir für all die Menschen, die in Sorge sind um ihren Lebensunterhalt.

Und für die Menschen, die Verantwortung übernehmen für das wirtschaftliche Leben.

 

Wir sehnen uns zurück nach einem Leben mit frohen Liedern,

offenen Gesichtern und herzlichen Begegnungen.

 

So bitten wir dich: Erhöre uns, du, unser Gott.

Komm uns entgegen!

Amen.

 

Vater unser im Himmel …

 

Lied: Christ ist erstanden (EG 99)

Christ ist erstanden / von der Marter alle; / des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, / so wär die Welt vergangen, / seit dass er erstanden ist, / so lobn wir den Vater Jesu Christ'. Kyrieleis.

Halleluja, / Halleluja, / Halleluja! / Des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

 

Text: Bayern/Österreich 12. bis 15. Jh.; Melodie: Salzburg 1160/1433, Tegernsee 15. Jh., Wittenberg 1529

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.

Amen.

Orgelnachspiel: Théodore Salomé, Grand Chœur (aus: 10 Morceaux pour Grand Orgue)

 

 

Opferaufruf

Opferzweck für diesen Sonntag: für die eigene Gemeinde.

Wir haben aufgrund geschlossener Kirchen derzeit keine Einnahmen aus Opfern, die wir für unsere vielfältige Arbeit brauchen. Auch sehen wir von betriebsbedingten Kündigungen und Kurzarbeit für unsere Mitarbeiter ab. Falls Sie uns in dieser für alle schwierigen Zeit finanziell unterstützen wollen, dann können Sie gerne eine Überweisung auf unser Konto vornehmen. Entweder für den sonntäglich hier angegebenen Opferzweck oder für eine Aufgabe, die Ihnen ganz besonders am Herzen liegt - die Jugendarbeit, die Seniorenarbeit, für bedürftige Familien, für unser sanierungsbedürftiges Kirchendach oder etwas anderes. Wir danken von Herzen. Wir können auch gerne eine Spendenbescheinigung ausstellen.

IBAN: DE78 6416 3225 0100 1830 00, BIC: GENODES1VHZ bei der Volksbank Hohenzollern.