Gottesdienste zu Hause feiern

Liebe Gemeindeglieder,

da wir uns ja leider vorerst nicht in unserer Kirche zum Gottesdienst versammeln können, möchten wir Ihnen hier jeden Sonntag liturgische Bausteine anbieten, damit Sie zu Hause Orgelmusik hören können, Lieder singen, Gebete sprechen und einen geistlichen Impuls erhalten.

"Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." Mt. 18,20

Jubilate                                                      liturgische Farbe: weiß

(3. Sonntag nach Ostern)

 

Name des Sonntags (nach Psalm 66,1): Jauchzet Gott, alle Lande!

 

Thema des Sonntags: Die neue Schöpfung

Orgelvorspiel: Léon Boëllmann, Menuet gothique (aus: Suite Gothique op. 25)

Wochenspruch:

Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. (2. Korinther 5,17)

Wochenlied: Die ganze Welt, Herr Jesu Christ (EG 110,1-6)

1. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, / Halleluja, Halleluja, / in deiner Urständ fröhlich ist. / Halleluja, Halleluja.

 

2. Das himmlisch Heer im Himmel singt, / Halleluja, Halleluja, / die Christenheit auf Erden klingt. / Halleluja, Halleluja.

 

3. Jetzt grünet, was nur grünen kann, / Halleluja, Halleluja, / die Bäum zu blühen fangen an. / Halleluja, Halleluja.

 

4. Es singen jetzt die Vögel all, / Halleluja, Halleluja, / jetzt singt und klingt die Nachtigall. / Halleluja, Halleluja.

 

5. Der Sonnenschein jetzt kommt herein, / Halleluja, Halleluja, / und gibt der Welt ein’ neuen Schein. / Halleluja, Halleluja.

 

6. Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, / Halleluja, Halleluja, / in deiner Urständ fröhlich ist. / Halleluja, Halleluja.

 

Text: Friedrich Spee 1623; Melodie: Köln 1623

Wochenpsalm: Psalm 66 (Wwdl+ 904)

 

Jauchzet Gott, alle Lande!

Lobsinget zur Ehre seines Namens;

rühmet ihn herrlich!

Sprecht zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke!

Deine Feinde müssen sich beugen vor deiner großen Macht.

Alles Land bete dich an und lobsinge dir,

lobsinge deinem Namen.

Kommt her und sehet an die Werke Gottes,

der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschenkindern.

Er verwandelte das Meer in trockenes Land,

sie gingen zu Fuß durch den Strom;

dort wollen wir uns seiner freuen.

Er herrscht mit seiner Gewalt ewiglich,

seine Augen schauen auf die Völker.

Die Abtrünnigen können sich nicht erheben.

Lobt, ihr Völker, unsern Gott,

lasst seinen Ruhm weit erschallen,

der unsere Seelen am Leben erhält

und lässt unsere Füße nicht gleiten.

Ehr sei dem Vater ...


Predigttext: Johannes 15,1-8

1Christus spricht: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner.

2Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.

3Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.

4Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.

5Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

6Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

7Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.

8Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

 

 

Gedanken zum Predigttext

Ein Weinstock im Winter – ein nahezu trostloser Anblick. Radikal ausgeschnittenes Holz. Nacktes Spalier. Ranken wie tot. Verborgen die Wurzel.

 

Aber dann – der Frühling. Auf einmal tut sich was, der Saft schießt in die Reben. Mit ungeheurer Kraft aus unglaublich tiefen Wurzeln fließt er ins dürre Holz. Und wahrhaft wunderbar treiben zarte, dann immer kräftigere Blätter, und auf einmal hängen Blüten an den Zweigen, die sich ums Spalier ranken, dort Halt finden.

 

Der Sommer lässt reifen die Früchte – langsam, allmählich, alles ist üppig, doch lange noch sauer die Trauben. "Alle Kraft der Pflanze muss in die Frucht", sagen die Winzer. Nur darum geht es im langen Jahr ihrer Pflege.

 

Dann kommt der Herbst. Die Ernte ist da. Schwer die Trauben, köstlich ihr Saft.

"Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. …

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;

gib ihnen noch zwei südlichere Tage,

dränge sie zur Vollendung hin und jage

die letzte Süße in den schweren Wein." (Rainer Maria Rilke, Herbsttag)

 

Jesus Christus spricht: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht."

Bleiben; zugehörig sein und verbunden; wissen, wo ich hingehöre – unsere tiefe Sehnsucht.

Wurzeln treiben, Kraft bekommen, Früchte tragen und bringen: Wer weiß, was ihn trägt, kann weitergeben aus dieser Quelle. Sie versiegt nicht.

 

"Ich bleibe", hat Jesus versprochen und bittet zugleich: "Bleibt ihr in mir."

Und wenn nicht alle eure Früchte gedeihen, dann seid getrost: "Mein Vater ist der Weingärtner." Er sorgt und pflegt und schafft Raum für neue Früchte.

Und wenn nicht in diesem Jahr, dann nach dem Winter – im Frühjahr eures Lebens!

 

Annegret Liebmann

Lied: Wie lieblich ist der Maien (EG 501,1-4)

 

1. Wie lieblich ist der Maien / aus lauter Gottesgüt, / des sich die Menschen freuen, / weil alles grünt und blüht. / Die Tier sieht man jetzt springen / mit Lust auf grüner Weid, / die Vöglein hört man singen, / die loben Gott mit Freud.

 

2. Herr, dir sei Lob und Ehre / für solche Gaben dein! / Die Blüt zur Frucht vermehre, / lass sie ersprießlich sein. / Es steht in deinen Händen, / dein Macht und Güt ist groß; / drum wollst du von uns wenden / Mehltau, Frost, Reif und Schloss*.      (*Hagel)

 

3. Herr, lass die Sonne blicken / ins finstre Herze mein, / damit sich’s möge schicken, / fröhlich im Geist zu sein, / die größte Lust zu haben / allein an deinem Wort, / das mich im Kreuz kann laben / und weist des Himmels Pfort.

 

4. Mein Arbeit hilf vollbringen / zu Lob dem Namen dein / und lass mir wohl gelingen, / im Geist fruchtbar zu sein; / die Blümlein lass aufgehen / von Tugend mancherlei, / damit ich mög bestehen / und nicht verwerflich sei.

 

Text: Martin Behm (1604) 1606; Melodie: Johann Steurlein 1575; geistlich Nürnberg 1581

 

Fürbittengebet (nach velkd.de)

In dir bleiben, die Kraft von dir empfangen. Aus deiner Wurzel leben.

Aufnehmen und weiterreichen, was du uns gibst. Frucht bringen.

Unser Herr Jesus Christus, ohne dich können wir nichts tun.

 

Du gibst die Kraft. Aus dir strömt sie.

Gib sie denen, die müde sind,

die erschöpft sind von Corona,

die sich aufreiben in der Sorge für andere,

deren Mut aufgebraucht ist,

die sich fürchten vor dem, was kommt.

Du bist die Wurzel, die trägt.

Erbarme dich.

 

Du bist der Friede. Du berührst die Herzen.

Verwandle die Hartherzigen, die Kriegsherren und die Lügner.

Ihr Gift sei wirkungslos, weil du ihre Opfer heilst.

Du bist das Glück für die Schwachen.

Erbarme dich.

 

Du bist die Liebe. Du machst alles neu. Du bleibst.

Bleibe bei den Trauernden – und bei den Liebenden,

denn ohne dich verlieren sie sich.

Bleibe bei uns, denn ohne dich können wir nichts tun.

Du bist der Weinstock.

Erbarme dich – heute und alle Tage, die kommen.

Amen.

 

Vater unser im Himmel …

Lied: Christ ist erstanden (EG 99)

Christ ist erstanden / von der Marter alle; / des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, / so wär die Welt vergangen, / seit dass er erstanden ist, / so lobn wir den Vater Jesu Christ'. Kyrieleis.

Halleluja, / Halleluja, / Halleluja! / Des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

 

Text: Bayern/Österreich 12. bis 15. Jh.; Melodie: Salzburg 1160/1433, Tegernsee 15. Jh., Wittenberg 1529

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.

Amen.

Orgelnachspiel: Johann Caspar Kerll, Capriccio sopra il Cucu

 

 

Opferaufruf

Opferzweck für diesen Sonntag: für die eigene Gemeinde.

Wir haben aufgrund geschlossener Kirchen derzeit keine Einnahmen aus Opfern, die wir für unsere vielfältige Arbeit brauchen. Auch sehen wir von betriebsbedingten Kündigungen und Kurzarbeit für unsere Mitarbeiter ab. Falls Sie uns in dieser für alle schwierigen Zeit finanziell unterstützen wollen, dann können Sie gerne eine Überweisung auf unser Konto vornehmen. Entweder für den sonntäglich hier angegebenen Opferzweck oder für eine Aufgabe, die Ihnen ganz besonders am Herzen liegt - die Jugendarbeit, die Seniorenarbeit, für bedürftige Familien, für unser sanierungsbedürftiges Kirchendach oder etwas anderes. Wir danken von Herzen. Wir können auch gerne eine Spendenbescheinigung ausstellen.

IBAN: DE78 6416 3225 0100 1830 00, BIC: GENODES1VHZ bei der Volksbank Hohenzollern.