Gottesdienste zu Hause feiern

Liebe Gemeindeglieder,

da wir uns ja leider vorerst nicht in unserer Kirche zum Gottesdienst versammeln können, möchten wir Ihnen hier jeden Sonntag liturgische Bausteine anbieten, damit Sie zu Hause Orgelmusik hören können, Lieder singen, Gebete sprechen und einen geistlichen Impuls erhalten.

"Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." Mt. 18,20

Jede Woche am Samstagabend bis 18 Uhr wird die neue Liturgie für den darauffolgenden Sonntag auf unserer Seite eingestellt. So können Sie sonntags um 10.30 Uhr, wenn die Kirchenglocken läuten, zu Hause den Gottesdienst feiern. Oder aber zu einer Zeit, die in Ihren Tagesablauf passt. Denn die aktuelle Liturgie wird erst wieder samstags ersetzt. Die bisherigen Liturgien zu Gottesdiensten finden Sie unter bisherige Gottesdienste.

Wir freuen uns auch über Rückmeldungen, ob Ihnen unser Angebot gefällt oder was wir evtl. noch verbessern können. Vielen Dank!

Exaudi                                                        liturgische Farbe: weiß

(6. Sonntag nach Ostern)

 

Name des Sonntags (nach Psalm 27,7): Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe.

 

Thema des Sonntags: Die wartende Gemeinde

Orgelvorspiel: Oliver Geiger, Orgelstück F-Dur

 

Wochenspruch:

Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.

(Johannes 12,32)

 

Wochenlied: O komm, du Geist der Wahrheit (EG 136,1-3)

1. O komm, du Geist der Wahrheit, / und kehre bei uns ein, / verbreite Licht und Klarheit, / verbanne Trug und Schein. / Gieß aus dein heilig Feuer, / rühr Herz und Lippen an, / dass jeglicher getreuer / den Herrn bekennen kann.

 

2. O du, den unser größter / Regent uns zugesagt: / komm zu uns, werter Tröster, / und mach uns unverzagt. / Gib uns in dieser schlaffen / und glaubensarmen Zeit / die scharf geschliffnen Waffen / der ersten Christenheit.

 

3. Unglaub und Torheit brüsten / sich frecher jetzt als je; / darum musst du uns rüsten / mit Waffen aus der Höh. / Du musst uns Kraft verleihen, / Geduld und Glaubenstreu / und musst uns ganz befreien / von aller Menschenscheu.

 

Text: Philipp Spitta (1827) 1833; Melodie: Lob Gott getrost mit Singen (EG 243; 16. Jh. "Entlaubt ist uns der Walde"; geistlich Nürnberg um 1535, Böhmische Brüder 1544, bei Otto Riethmüller 1932)

Wochenpsalm: Psalm 27 (EG 714)

Der Herr ist mein Licht und mein Heil;

vor wem sollte ich mich fürchten?

Der Herr ist meines Lebens Kraft;

vor wem sollte mir grauen?

Eines bitte ich vom Herrn, das hätte ich gerne:

dass ich im Hause des Herrn bleiben könne mein Leben lang,

zu schauen die schönen Gottesdienste des Herrn

und seinen Tempel zu betrachten.

Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit,

er birgt mich im Schutz seines Zeltes

und erhöht mich auf einen Felsen.

Herr, höre meine Stimme, wenn ich rufe;

sei mir gnädig und erhöre mich!

Mein Herz hält dir vor dein Wort:

"Ihr sollt mein Antlitz suchen."

Darum suche ich auch, Herr, dein Antlitz.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir,

verstoße nicht im Zorn deinen Knecht!

Denn du bist meine Hilfe; verlass mich nicht

und tu die Hand nicht von mir ab, Gott, mein Heil!

Denn mein Vater und meine Mutter verlassen mich,

aber der Herr nimmt mich auf.

Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde

die Güte des Herrn im Lande der Lebendigen.

Harre des Herrn!

Sei getrost und unverzagt und harre des Herrn!

Ehr sei dem Vater ...


Predigttext: Jeremia 31,31-34

31Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, 32nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, mein Bund, den sie gebrochen haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR; 33sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR:

Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

34Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: "Erkenne den HERRN", denn sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Gedanken zum Predigttext

Was für eine Verheißung! Ein neuer Bund, ins Herz gegeben, die Missetat vergeben und die Sünden ein für alle Mal weg!

Jeremia, der sonst seinem Volk Israel viele Ermahnungen und Zurechtweisungen weitergeben musste, der weist hier weit über sich hinaus.

Das ist im Grund das, was durch Jesus später passiert, wenn er von der Liebe predigt.

Liebe als Grundlage der Beziehung zwischen Gott und Menschen und natürlich auch von Menschen untereinander; wenn er leidet und stirbt dafür, dass alles, was schief gelaufen ist, vergeben wird, dass er die Sünde wegträgt, die zwischen uns und Gott steht.

 

Diese Freude soll ihr Herz erfüllen und sie aufbauen, diese Freude, sie soll den Israeliten wieder Mut geben neu anzufangen, nachdem sie aus der Heimat vertrieben worden sind. Diese Freude, sie soll sie tragen und sie sollen jeden Tag erleben, was es heißt, dass Gott da ist und sie begleitet, dass er sich zeigt und dass man sich auf ihn verlassen kann. Er macht den Weg frei, dass uns nichts von ihm trennt.

Und das in schwierigen Zeiten: Familien waren zerrissen, ihre Häuser und Gärten mussten sie zurücklassen, ihre Heimat nahmen andere in Besitz, eine erschütterte Existenz, eigentlich aussichtslos. Und da mitten hinein diese Verheißung.

Freut euch, der Weg zu Gott ist frei, er ist auf eurer Seite, er geht mit euch und er beschützt und bewahrt euch, auch wenn ihr noch nicht wisst, was kommt.

 

Corona: Was hat sich bei uns alles verändert? Grundfesten unseres Lebens wurden erschüttert. Noch nie sind Gottesdienste oder Unterricht abgesagt worden, um Menschen vor Ansteckung zu schützen. Grenzen wurden dicht gemacht, in anderen Ländern gab es Ausgangssperren. Betriebe stehen vor dem Aus, manche verlieren ihren Job.

Ich frag mich: Wie kann diese Botschaft des Jeremia uns heut erreichen? Und sie will das ja!

Nehmen Sorgen und Angst so viel Raum ein, dass es kaum mehr Platz hat für was Positives? Oder wird einem mit der Zeit das alles zu viel? Man wird gleichgültig und tut halt, was man muss?

"Nein", sagt Jeremia an dieser Stelle: "Gebt euch nicht zufrieden mit einer schalen Gleichgültigkeit, lasst euch herausholen aus der Lethargie, lasst euer Herz mit Freude und Liebe erfüllen, lasst euch sagen: Gott will euch bei sich haben.

Er knüpft einen neuen Bund, der auf Liebe und Vertrauen aufbaut – ER bietet es an, mitten in schwierigen Zeiten."

Schaffen wir es, das zu hören?

 

Auch in meinem Umfeld sind Menschen mit Corona gestorben. Aber ich will versuchen, nicht wie gebannt darauf zu gucken, sondern aufzusehen zu dem, der seinem Volk mitten in die Erschütterungen hinein diese Verheißung gibt und der auch uns heute sagt:

"Ich will dich bei mir haben, ich kenne deine Angst, ich kenne deine Blockaden, ich sehe die Freudlosigkeit und ich merke, wie du ausgebremst wirst. Ich höre dich und ich helfe dir.

Lass dir das sagen, auch wenn es grad schwierig ist und manches kaum zu bewältige ist. Probier‘s einfach aus und lass dich überraschen."


A M E N.

 

Pfr. Frieder Gräter

Lied: 128,1-4 Heilger, Geist, du Tröster mein (EG 128,1-4)

 

1. Heilger Geist, du Tröster mein, / hoch vom Himmel uns erschein / mit dem Licht der Gnaden dein.

 

2. Komm, Vater der armen Herd, / komm mit deinen Gaben wert, / uns erleucht auf dieser Erd.

 

3. O du sel'ge Gnadensonn, / füll das Herz mit Freud und Wonn / aller, die dich rufen an.

 

4. Ohn dein Beistand, Hilf und Gunst / ist all unser Tun und Kunst / vor Gott ganz und gar umsonst.

 

Text: Martin Moller 1584 nach der Sequenz "Veni sancte spiritus et emitte" des Stephan Langton um 1200; Melodie: 15. Jh., Bremen 1633

Fürbittengebet

Herr, unser Gott und Vater,

du schenkst uns deine Liebe

auch und gerade in schwierigen Zeiten.

Du gibst uns eine Ahnung davon ins Herz,

wie unser Leben mit dir aussehen könnte.

 

Wir bitten dich, lass uns auch in diesen Zeiten jetzt

sensibel bleiben dafür und nicht abstumpfen.

Lass uns danach fragen,

wie wir deine Liebe in unserem Leben umsetzen können.

Hilf du uns, mit unseren Mitmenschen so umzugehen,

dass sie etwas merken von dieser Verbundenheit mit dir.

 

Wir bitten für die, die dich suchen

und die von dir einen Halt im Leben erwarten,

lass dich finden und schenk ihnen einen neuen Anfang.

 

Wir bitten für die, die verzweifelt und ratlos sind,

die nach Auswegen suchen in schwierigen Situationen.

Schenk ihnen Freunde, die zuhören können und sie verstehen.

 

Wir bitten dich für die Kranken und Schwachen

in unseren Gemeinden und überall in der Welt,

auch und gerade die, die mit Corona auf den Intensivstationen der Krankenhäuser liegen

oder keine Chance haben, in ein Krankenhaus zu kommen.

Gib ihnen deine innere Kraft, lass sie auf dich hoffen und dir vertrauen.

 

Wir bitten dich für die,

die an wichtigen Positionen sind in Politik, Wirtschaft und in der Kirche:

Gib ihnen und uns allen deine Liebe ins Herz,

die bewegt, die verändert,

die mit baut an deinem Reich,

die aufbaut, tröstet und trägt.

Sei du bei uns mit deinem Heiligen Geist.

A M E N.

 

Vater unser im Himmel …

Lied: Christ ist erstanden (EG 99)

Christ ist erstanden / von der Marter alle; / des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, / so wär die Welt vergangen, / seit dass er erstanden ist, / so lobn wir den Vater Jesu Christ'. Kyrieleis.

Halleluja, / Halleluja, / Halleluja! / Des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

 

Text: Bayern/Österreich 12. bis 15. Jh.; Melodie: Salzburg 1160/1433, Tegernsee 15. Jh., Wittenberg 1529

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.

Amen.

Orgelnachspiel: Dietrich Buxtehude, Nun bitten wir den Heiligen Geist (BuxWV 208)

 

 

Opferaufruf

Opferzweck für diesen Sonntag: für die eigene Gemeinde.

Wir haben aufgrund geschlossener Kirchen derzeit keine Einnahmen aus Opfern, die wir für unsere vielfältige Arbeit brauchen. Auch sehen wir von betriebsbedingten Kündigungen und Kurzarbeit für unsere Mitarbeiter ab. Falls Sie uns in dieser für alle schwierigen Zeit finanziell unterstützen wollen, dann können Sie gerne eine Überweisung auf unser Konto vornehmen. Entweder für den sonntäglich hier angegebenen Opferzweck oder für eine Aufgabe, die Ihnen ganz besonders am Herzen liegt - die Jugendarbeit, die Seniorenarbeit, für bedürftige Familien, für unser sanierungsbedürftiges Kirchendach oder etwas anderes. Wir danken von Herzen. Wir können auch gerne eine Spendenbescheinigung ausstellen.

IBAN: DE78 6416 3225 0100 1830 00, BIC: GENODES1VHZ bei der Volksbank Hohenzollern.