Gottesdienste zu Hause feiern

Liebe Gemeindeglieder,

da wir uns ja leider vorerst nicht in unserer Kirche zum Gottesdienst versammeln können, möchten wir Ihnen hier jeden Sonntag liturgische Bausteine anbieten, damit Sie zu Hause Orgelmusik hören können, Lieder singen, Gebete sprechen und einen geistlichen Impuls erhalten.

"Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." Mt. 18,20

Jede Woche am Samstagabend bis 18 Uhr wird die neue Liturgie für den darauffolgenden Sonntag auf unserer Seite eingestellt. So können Sie sonntags um 10.30 Uhr, wenn die Kirchenglocken läuten, zu Hause den Gottesdienst feiern. Oder aber zu einer Zeit, die in Ihren Tagesablauf passt. Denn die aktuelle Liturgie wird erst wieder samstags ersetzt. Die bisherigen Liturgien zu Gottesdiensten finden Sie unter bisherige Gottesdienste.

Wir freuen uns auch über Rückmeldungen, ob Ihnen unser Angebot gefällt oder was wir evtl. noch verbessern können. Vielen Dank!

Christi Himmelfahrt                          liturgische Farbe: weiß

 

Thema des Sonntags: Die Herrschaft Christi

Orgelvorspiel: Anonymus, Präludium c-Moll (Husumer Orgelbuch von 1758)

Tagesspruch: Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen. (Johannes 12,32)

Tageslied: Jesus Christus herrscht als König (EG 123,1-4.11)

1. Jesus Christus herrscht als König, / alles wird ihm untertänig, / alles legt ihm Gott zu Fuß. /

Aller Zunge soll bekennen, / Jesus sei der Herr zu nennen, / dem man Ehre geben muss.

 

2. Fürstentümer und Gewalten, / Mächte, die die Thronwacht halten, / geben ihm die Herrlichkeit; / alle Herrschaft dort im Himmel, / hier im irdischen Getümmel / ist zu seinem Dienst bereit.

 

3. Gott ist Herr, der Herr ist Einer, / und demselben gleichet keiner, / nur der Sohn, der ist ihm gleich; / dessen Stuhl ist unumstößlich, / dessen Leben unauflöslich, / dessen Reich ein ewig Reich.

 

4. Gleicher Macht und gleicher Ehren / sitzt er unter lichten Chören / über allen Cherubim; / in der Welt und Himmel Enden / hat er alles in den Händen, / denn der Vater gab es ihm.

 

11. Ich auch auf der tiefsten Stufen, / ich will glauben, reden, rufen, / ob ich schon noch Pilgrim bin: / Jesus Christus herrscht als König, / alles sei ihm untertänig; / ehret, liebet, lobet ihn!

 

Text: Philipp Friedrich Hiller (1755) 1757; Melodie: Alles ist an Gottes Segen (Nr. 352; Johann Löhner1691, bei Johann Adam Hiller 1793)

Tagespsalm: Psalm 47 (EG 726)

Schlagt froh in die Hände, alle Völker,

und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!

Gott fährt auf unter Jauchzen,

der Herr beim Hall der Posaune.

Lobsinget, lobsinget Gott,

lobsinget, lobsinget unserm Könige!

Denn Gott ist König über die ganze Erde;

lobsinget ihm mit Psalmen!

Gott ist König über die Völker,

Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.

Die Fürsten der Völker sind versammelt

als Volk des Gottes Abrahams;

denn Gott gehören die Starken auf Erden;

er ist hoch erhaben.

Ehr sei dem Vater ...


Predigttext: Johannes 17,20-26

20Jesus hob seine Augen auf zum Himmel und sprach:

Vater, ich bitte nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, 21dass sie alle eins seien.

Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, auf dass die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

22Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, auf dass sie eins seien, wie wir eins sind, 23ich in ihnen und du in mir, auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.

24Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe die Welt gegründet war.

25Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast.

26Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

Gedanken zum Predigttext

Christi Himmelfahrt – der Auferstandene nimmt Abschied und kehrt zum Vater zurück, sein Auftrag auf Erden ist vollendet.

Abschiednehmen, wir alle kennen es, tut weh. Schwer werden die Herzen, eng der Hals, mulmig der Magen. So wird es auch Jesus und den Gläubigen damals ergangen sein.

Doch so soll es nicht sein, im Gegenteil! Versucht einmal, die Perspektive zu wechseln, so vielleicht Jesus sinngemäß.

 

Und wie wir bis heute Rituale haben, die einen Abschied leichter machen, indem wir z. B. den Scheidenden einen Reisesegen zusprechen, so nimmt im heutigen Predigttext Jesus "die Seinen" mit hinein in ein inniges Gebet, das er zu seinem Vater spricht.

 

Er bittet um Bleibendes, nämlich gegenseitige Verbundenheit, Gemeinschaft und vor allem Eins-Sein – heute, morgen und in aller Zukunft, also im Leben wie im Sterben.

Und dieses Bleibende hat sowohl irdische als auch himmlische Dimensionen.

 

"Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein", bittet Jesus. Er hat ihnen die göttliche Herrlichkeit weitergegeben, die er selbst von seinem Vater bekommen hat. Und jetzt will er, "dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, … damit sie meine Herrlichkeit sehen".

 

Herrlichkeit – sie ist nichts weniger als Gottes Glanz, Gottes Raum und Kraft, der Himmel schlechthin. Dieser Himmel öffnet sich für uns, als der Auferstandene dorthin zurückkehrt, woher er gekommen ist. Und Gottes Glanz geht auf uns über.

 

Gott öffnet uns den Lebensraum, in dem die göttliche Dreieinigkeit in inniger Beziehung miteinander verbunden ist. Alle drei – Vater, Sohn, Heiliger Geist – durchdringen sich gegenseitig und bilden eine Einheit.

Und so haben sich auch schon die alten Dogmatiker diese Dreieinigkeit wie einen Tanz vorgestellt, bei dem sich die drei Personen gegenseitig umtanzen und einer dem anderen zum Dreh- und Angelpunkt wird.

Es ist der Tanz der Liebe Gottes, in den wir – nicht nur am heutigen Himmelfahrtstag – mithineingenommen werden als Gottes Ebenbilder.

 

Nicht umsonst lobt schon der Kirchenvater Augustin (354 – 430) den Tanz:

 

"Ich lobe den Tanz, / denn er befreit den Menschen / von der Schwere der Dinge, / bindet den Vereinzelten / zu Gemeinschaft.

Ich lobe den Tanz / der alles fordert und fördert, / Gesundheit und klaren Geist / und eine beschwingte Seele.

Tanz ist Verwandlung / des Raumes, der Zeit, des Menschen, / der dauernd in Gefahr ist / zu zerfallen, ganz Hirn, / Wille oder Gefühl zu werden.

Der Tanz dagegen fordert / den ganzen Menschen, / der in seiner Mitte verankert ist, / der nicht besessen ist / von der Begehrlichkeit / nach Menschen und Dingen / und von der Dämonie / der Verlassenheit im eigenen Ich.

Der Tanz fordert / den befreiten, / den schwingenden Menschen / im Gleichgewicht aller Kräfte.

Ich lobe den Tanz.

O Mensch, / lerne tanzen, / sonst wissen die Engel / im Himmel mit dir / nichts anzufangen."

 

Pfarrerin Annegret Liebmann

Tageslied: Wir feiern deine Himmelfahrt (Wwdl+ 216,1-6)

 

1. Wir feiern deine Himmelfahrt / mit Danken und mit Loben. / Gott hat sich machtvoll offenbart, / das Kreuz zum Sieg erhoben. / Er sprach sein wunderbares Ja. / Nun bist du immer für uns da, / entgrenzt von Raum und Stunde.

 

2. Das Reich, in das du wiederkehrst, / ist keine ferne Höhe. / Der Himmel, dem du zugehörst, / ist Herrschaft und ist Nähe. / Präg du uns ein, Herr Jesu Christ: / Gott ist nicht, wo der Himmel ist; / wo Gott ist, da ist Himmel.

 

3. Nimm uns in deinen Machtbereich, / gib Kraft zu Tat und Leiden / und mach uns deinem Wesen gleich / im Wollen und Entscheiden. / Wir freuen uns, Herr Jesu Christ, / dass da auch in Stück Himmel ist, / wo wir dein Wort bezeugen.

 

4. Du hast die Angst der Macht beraubt, / das Maß der Welt verwandelt. / Die wahre Macht hat nur, wer glaubt / und aus dem Glauben handelt. / Wir danken dir, Herr Jesu Christ, dass dir die Macht gegeben ist / im Himmel und auf Erden.

 

5. Du trittst beim Vater für uns ein, / auch wenn wir es nicht sehen. / Trotz Widerspruch und Augenschein / kann uns doch nichts geschehen, / was deinem Wort, Herr Jesu Christ, / und deinem Sieg entgegen ist / im Himmel und auf Erden.

 

6. Wenn diese Welt zu Ende geht, / bewahre und errette, / was deinem Namen untersteht. / Bereite uns die Stätte / und hol uns heim, Herr Jesu Christ, / dahin, wo du der König bist, / der Friede ohne Ende.

 

Text: Detlev Block 1978; Melodie: Johann Crüger 1653 (EG 326). © Text: beim Urheber

Fürbittengebet (nach velkd.de)

Du zeigst uns den Himmel,

Christus, du Auferstandener.

Du bist unser Himmel.

 

Komm mit dem Himmel zu uns.

Wohne in unseren Herzen, damit deine Liebe uns verwandelt,

damit wir eins sind, damit wir einander vertrauen,

damit wir einander vergeben, damit wir einander helfen.

 

Komm mit dem Himmel zu den Schwachen.

Lebe mit ihnen, damit ihnen neue Kräfte wachsen.

 

Komm mit dem Himmel zu den Kranken.

Heile sie, damit sie aufatmen und wir einander wieder berühren.

 

Komm mit dem Himmel zu den Mächtigen.

Leite sie, damit sie dem Frieden dienen

und der Gerechtigkeit aufhelfen.

 

Komm mit dem Himmel zu unseren Kindern.

Begeistere sie, damit sie lernen, das Gute zu tun.

 

Christus, du Auferstandener,

der Himmel ist in uns.

Du bist unser Himmel,

heute und alle Tage.

Amen.

 

Vater unser im Himmel …

Lied: Christ ist erstanden (EG 99)

Christ ist erstanden / von der Marter alle; / des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, / so wär die Welt vergangen, / seit dass er erstanden ist, / so lobn wir den Vater Jesu Christ'. Kyrieleis.

Halleluja, / Halleluja, / Halleluja! / Des solln wir alle froh sein, / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

 

Text: Bayern/Österreich 12. bis 15. Jh.; Melodie: Salzburg 1160/1433, Tegernsee 15. Jh., Wittenberg 1529

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.

Amen.

Orgelnachspiel: Felix Mendelssohn Bartholdy, Allegro maestoso e vivace (aus Sonate 2 / 6 Sonaten op. 65)

 

 

Opferaufruf

Opferzweck für diesen Sonntag: für die eigene Gemeinde.

Wir haben aufgrund geschlossener Kirchen derzeit keine Einnahmen aus Opfern, die wir für unsere vielfältige Arbeit brauchen. Auch sehen wir von betriebsbedingten Kündigungen und Kurzarbeit für unsere Mitarbeiter ab. Falls Sie uns in dieser für alle schwierigen Zeit finanziell unterstützen wollen, dann können Sie gerne eine Überweisung auf unser Konto vornehmen. Entweder für den sonntäglich hier angegebenen Opferzweck oder für eine Aufgabe, die Ihnen ganz besonders am Herzen liegt - die Jugendarbeit, die Seniorenarbeit, für bedürftige Familien, für unser sanierungsbedürftiges Kirchendach oder etwas anderes. Wir danken von Herzen. Wir können auch gerne eine Spendenbescheinigung ausstellen.

IBAN: DE78 6416 3225 0100 1830 00, BIC: GENODES1VHZ bei der Volksbank Hohenzollern.