Gottesdienste zu Hause feiern

Liebe Gemeindeglieder,

da wir uns ja leider vorerst nicht in unserer Kirche zum Gottesdienst versammeln können, möchten wir Ihnen hier jeden Sonntag liturgische Bausteine anbieten, damit Sie zu Hause Orgelmusik hören können, Lieder singen, Gebete sprechen und einen geistlichen Impuls erhalten.

"Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." Mt. 18,20

Jede Woche am Samstagabend bis 18 Uhr wird die neue Liturgie für den darauffolgenden Sonntag auf unserer Seite eingestellt. So können Sie sonntags um 10.30 Uhr, wenn die Kirchenglocken läuten, zu Hause den Gottesdienst feiern. Oder aber zu einer Zeit, die in Ihren Tagesablauf passt. Denn die aktuelle Liturgie wird erst wieder samstags ersetzt. Die bisherigen Liturgien zu Gottesdiensten finden Sie unter bisherige Gottesdienste.

Wir freuen uns auch über Rückmeldungen, ob Ihnen unser Angebot gefällt oder was wir evtl. noch verbessern können. Vielen Dank!

2. Sonntag nach Trinitatis                   liturgische Farbe: grün

 

Thema: Die Einladung

Orgelvorspiel: Dietrich Buxtehude, Kommt her zu mir, spricht Gottes Sohn (BuxWV 201)

 

 

Wochenspruch: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. (Matthäus 11,28)

 

 

Wochenlied: Kommt her, ihr seid geladen (EG 213,1-3)

1. Kommt her, ihr seid geladen, /der Heiland rufet euch; / der süße Herr der Gnaden, / an Huld und Liebe reich, / der Erd und Himmel lenkt, / will Gastmahl mit euch halten / und wunderbar gestalten, / was er in Liebe schenkt.

 

2. Kommt her, verzagte Sünder, / und werft die Ängste weg, / kommt her, versöhnte Kinder, / hier ist der Liebesweg. / Empfangt die Himmelslust, / die heilge Gottesspeise, / die auf verborgne Weise / erquicket jede Brust.

 

3. Kommt her, betrübte Seelen, / die Not und Jammer drückt, / mit Gott euch zu vermählen, / der wunderbar beglückt. / Kommt, legt auf ewig ab / der Sünde bange Säumnis; / empfanget das Geheimnis, / das Gott vom Himmel gab.

 

Text: Ernst Moritz Arndt 1819; Melodie: Zieh ein zu deinen Toren (Nr. 133, Johann Crüger 1653)

Wochensalm: Psalm 36 (EG 719)

Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,

und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.

Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes

und dein Recht wie die große Tiefe.

Herr, du hilfst Menschen und Tieren.

Wie köstlich ist deine Güte, Gott,

dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!

Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses,

und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom.

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens,

und in deinem Lichte sehen wir das Licht.

Ehr sei dem Vater ...


Predigttext: Matthäus 11,25-30

25Jesus sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart.

26Ja, Vater; denn so hat es dir wohlgefallen.

27Alles ist mir übergeben von meinem Vater, und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will.

28Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.

29Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.

30Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Gedanken zum Predigttext

Ein Joch – heut benützt das so gut wie niemand mehr. Man hat Schubkarren, Sackkarren, kleine Wägelchen und überhaupt transportiert man das meiste mit dem Auto.

Aber Ältere haben das früher sehr wohl noch benutzt: Das Holzjoch.

Man hat es über die Schulter gelegt und rechts und links einen Eimer eingehängt, so konnten Wasser oder Sand oder Steine, egal was, ziemlich weit transportiert werden, auch ohne Auto.

Ein großes Joch wurde auch den Ochsen aufgelegt, die einen Karren ziehen mussten, der meistens schwer beladen war.

 

"Mühselig und beladen", manchmal sind wir das tatsächlich.

Was zieht da nicht alles nach unten in den Eimern rechts und links: Sorge um die Eltern im Altenheim, die gelitten haben unter dem Besuchsverbot, denen man diese Zeit ansieht, jetzt wo man wieder kurz besuchen darf.

Sorgen um den Arbeitsplatz, jetzt, wo mancher Betrieb es schwer hat.

Sorge um die nächsten Wochen und Monate, wenn alles wieder offen ist, vor allem, wenn man vorgeschädigt ist.

Sorge um die Kinder, die jetzt in eine ganz andere Welt reinwachsen, in der es plötzlich Hygieneregeln gibt – wo bleibt da die Unbeschwertheit, lässt die sich trotzdem retten?

Da käme noch viel zusammen, wollte man an der Stelle noch weitermachen … Jeder hat da so sein Päckle, ist mühselig und beladen, hat so ein Joch auf der Schulter.

 

Jesus weiß das. Deshalb sagt er: "Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken." "Erquicken", ein wunderschönes Wort, kaum mehr gebraucht und doch so ausdrucksstark.

Ich denk dabei an eine Wanderung im Gebirge, wenn man lange unterwegs war und in einer bewirteten kleinen Almhütte ankommt. Und dann frische Buttermilch und Kaiserschmarrn. Erquickt, an Leib und Seele gestärkt und wieder hergestellt, packt man dann den Rucksack und wandert wieder runter ins Tal.

 

Genau das will Jesus. Er will, dass wir gestärkt und wieder hergestellt, mit neuer Kraft unsern Tag und unser Leben anpacken. Deshalb nimmt er uns das Joch ab und sagt: "Lass mich tragen helfen. Vertrau mir, gib mir deine Last. Ich sorge für dich. DU musst nicht alles alleine schultern. Trau mir auch jetzt in dieser eigenartigen Zeit zu, dass ich die Welt im Griff hab und weiß, was passiert, dass ich auch weiß, wie es weitergeht und dass es ein Weg mit mir zusammen sein wird. Trau es mir zu, glaub mir, es lohnt sich. Nimm auf dich mein Joch, denn das ist leicht."

 

Sein Joch, das ist nicht aus Holz, es ist aus Vertrauen geschnitzt. Man nimmt es auf sich, wenn man die Lasten abgibt. Es ist aus Barmherzigkeit und mit viel Liebe gemacht, es hat mit Treue und Verlässlichkeit zu tun, mit Sanftmut und einem demütigen Herzen.

Ein Leben, getragen von Hoffnung, beflügelt von Barmherzigkeit und aufgebaut auf Liebe. Das bietet er uns an, wenn er sagt: "Ich will euch erquicken!"

Versuchen wir es. Gehen wir so "erquickt" hinein in die ungewisse Zeit und überlassen ihm voller Vertrauen, was kommt.

 

Pfarrer Frieder Gräter

Wochenlied: Komm, sag es allen weiter (EG 225,1-3)

 

Kehrvers: Komm, sag es allen weiter, / ruf es in jedes Haus hinein! / Komm, sag es allen weiter: / Gott selber lädt uns ein.

 

1. Sein Haus hat offne Türen, / er ruft uns in Geduld, / will alle zu sich führen, / auch die mit Not und Schuld.

Kehrvers: Komm, sag es allen weiter, / ruf es in jedes Haus hinein! / Komm, sag es allen weiter: / Gott selber lädt uns ein.

 

2. Wir haben sein Versprechen: / Er nimmt sich für uns Zeit, / wird selbst das Brot uns brechen, / kommt, alles ist bereit.

Kehrvers: Komm, sag es allen weiter, / ruf es in jedes Haus hinein! / Komm, sag es allen weiter: / Gott selber lädt uns ein.

 

3. Zu jedem will er kommen, / der Herr in Brot und Wein. / Und wer ihn aufgenommen, / wird selber Bote sein.

Kehrvers: Komm, sag es allen weiter, / ruf es in jedes Haus hinein! / Komm, sag es allen weiter: / Gott selber lädt uns ein.

 

Text: Friedrich Walz 1964; Melodie: nach dem Spiritual "Go, tell it on the mountains"

Fürbittengebet

Barmherziger Gott und Vater, du kannst neues Leben schenken.

Wir kommen deshalb zu dir mit allem, was uns belastet,

an dem wir schwer tragen und bitten dich, nimm du es uns ab.

Mach du einen neuen Anfang möglich,

überall da, wo Situationen eingefahren und festgefahren sind.

Schenk uns das Vertrauen in dich,

wenn es darum geht, die Zeit nach der Corona-Krise jetzt bewusst zu gestalten.

Hilf uns, die Freiheit bewusster wahrzunehmen und verantwortungsvoll damit umgehen.

Schenke uns offene Augen füreinander, dass wir merken, wie es dem andern geht

und hilf uns, ihn so zu begleiten.

 

Lass uns ganz verwegen auf dich vertrauen,

wo sich schwierige Beziehungen eingeschliffen haben:

- am Arbeitsplatz

- unter Freundinnen und Freunden

- in den Familien

- oder in den Ehen und Partnerschaften.

 

Wir bitten dich, schaff spürbar Erleichterung:

- überall da, wo die alten Lasten drücken und erdrücken

- wo Menschen allein und einsam sind

- wo Menschen gefangen sind, als Geisel, als Inhaftierte oder

- gefangen und verstrickt in ihrer eigenen Schuld.

 

Dein Joch, Herr, ist leicht.

Du schenkst uns Lebensmut und Hoffnung.

Hoffnung, die auf dich sieht,

Hoffnung die sich eine Offenheit bewahrt hat für dein Eingreifen und deine Liebe in allem, was passiert.

Du allein, Herr, kannst Leben bewahren und neues Leben schenken, darum bitten wir dich.

A M E N

 

Vater unser im Himmel …

Lied: Verleih uns Frieden gnädiglich (EG 421)

Verleih uns Frieden gnädiglich, / Herr Gott, zu unsern Zeiten. / Es ist doch ja kein andrer nicht, / der für uns könnte streiten, / denn du, unser Gott, alleine.

 

Text und Melodie: Martin Luther 1529 nach der Antiphon "Da pacem, Domine" 9. Jh.

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.

Amen.

Orgelnachspiel: Johann Sebastian Bach, Fantasia C-Dur (BWV 570)

 

 

Opferaufruf

Opferzweck für diesen Sonntag: für die eigene Gemeinde.

Wir haben aufgrund geschlossener Kirchen derzeit keine Einnahmen aus Opfern, die wir für unsere vielfältige Arbeit brauchen. Auch sehen wir von betriebsbedingten Kündigungen und Kurzarbeit für unsere Mitarbeiter ab. Falls Sie uns in dieser für alle schwierigen Zeit finanziell unterstützen wollen, dann können Sie gerne eine Überweisung auf unser Konto vornehmen. Entweder für den sonntäglich hier angegebenen Opferzweck oder für eine Aufgabe, die Ihnen ganz besonders am Herzen liegt - die Jugendarbeit, die Seniorenarbeit, für bedürftige Familien, für unser sanierungsbedürftiges Kirchendach oder etwas anderes. Wir danken von Herzen. Wir können auch gerne eine Spendenbescheinigung ausstellen.

IBAN: DE78 6416 3225 0100 1830 00, BIC: GENODES1VHZ bei der Volksbank Hohenzollern.