Gottesdienste zu Hause feiern

Liebe Gemeindeglieder,

da wir uns ja leider vorerst nicht in unserer Kirche zum Gottesdienst versammeln können, möchten wir Ihnen hier jeden Sonntag liturgische Bausteine anbieten, damit Sie zu Hause Orgelmusik hören können, Lieder singen, Gebete sprechen und einen geistlichen Impuls erhalten.

"Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen." Mt. 18,20

Jede Woche am Samstagabend bis 18 Uhr wird die neue Liturgie für den darauffolgenden Sonntag auf unserer Seite eingestellt. So können Sie sonntags um 10.30 Uhr, wenn die Kirchenglocken läuten, zu Hause den Gottesdienst feiern. Oder aber zu einer Zeit, die in Ihren Tagesablauf passt. Denn die aktuelle Liturgie wird erst wieder samstags ersetzt. Die bisherigen Liturgien zu Gottesdiensten finden Sie unter bisherige Gottesdienste.

Wir freuen uns auch über Rückmeldungen, ob Ihnen unser Angebot gefällt oder was wir evtl. noch verbessern können. Vielen Dank!

1. Sonntag nach Trinitatis                   liturgische Farbe: grün

 

Thema: Apostel und Propheten

Orgelvorspiel: Oliver Geiger, Von Gott will ich nicht lassen

 

Wochenspruch: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich. (Lukas 10,16a)

 

Wochenlied: Von Gott will ich nicht lassen (EG 365,1.4.5.8)

1. Von Gott will ich nicht lassen, / denn er lässt nicht von mir, / führt mich durch alle Straßen,

da ich sonst irrte sehr. / Er reicht mir seine Hand; / den Abend und den Morgen / tut er mich wohl versorgen, / wo ich auch sei im Land.

 

4. Es tut ihm nichts gefallen, / denn was mir nützlich ist. / Er meint’s gut mit uns allen, / schenkt uns den Herren Christ, / sein' eingebornen Sohn; / durch ihn er uns bescheret, / was Leib und Seel ernähret. / Lobt Gott im Himmelsthron!

 

5. Lobt ihn mit Herz und Munde, / welchs er uns beides schenkt; / das ist ein sel'ge Stunde, /

darin man sein gedenkt; / denn sonst verdirbt all Zeit, / die wir zubringn auf Erden. / Wir sollen selig werden / und bleibn in Ewigkeit.

 

8. Das ist des Vaters Wille, / der uns geschaffen hat. / Sein Sohn hat Guts die Fülle / erworben uns und Gnad. / Auch Gott der Heilig Geist / im Glauben uns regieret, / zum Reich der Himmel führet. / Ihm sei Lob, Ehr und Preis!

 

Text: Ludwig Helmbold 1563, Nürnberg 1569; Melodie: Lyon 1557; geistlich Erfurt 1563

Wochensalm: Psalm 34 (EG 718)

Ich will den Herrn loben allezeit;

sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.

Meine Seele soll sich rühmen des Herrn,

dass es die Elenden hören und sich freuen.

Preiset mit mir den Herrn

und lasst uns miteinander seinen Namen erhöhen!

Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir

und errettete mich aus aller meiner Furcht.

Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude,

und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden.

Als einer im Elend rief, hörte der Herr

und half ihm aus allen seinen Nöten.

Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten,

und hilft ihnen heraus.

Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist.

Wohl dem, der auf ihn trauet!

Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen!

Denn die ihn fürchten, haben keinen Mangel.

Reiche müssen darben und hungern;

aber die den Herrn suchen,

haben keinen Mangel an irgendeinem Gut.

Wenn die Gerechten schreien, so hört der Herr

und errettet sie aus all ihrer Not.

Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind,

und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.

Der Gerechte muss viel erleiden,

aber aus alledem hilft ihm der Herr.

Der Herr erlöst das Leben seiner Knechte,

und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.

Ehr sei dem Vater ...


Predigttext: Apostelgeschichte 4,32-37

32Die Menge der Gläubigen war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam.

33Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.

34Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Land oder Häuser hatte, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte 35und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte.

36Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde – das heißt übersetzt: Sohn des Trostes –, ein Levit, aus Zypern gebürtig, 37der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.


 

Gedanken zum Predigttext

Oh wie schön muss es damals gewesen sein …! Alle zusammen ein Herz und eine Seele und keiner hat Mangel …! So mein erster Gedanke beim Lesen des Textes.

Doch der zweite Gedanke stellt sich sofort daneben: Ach ja, lang ist's her … Und wie viele Versuche dieser Art, Gemeinschaft und Gesellschaft zu leben, gab's nicht alle in der weiteren Geschichte, wie auch immer motiviert … Der letzte großangelegte scheiterte vor über 30 Jahren in Deutschland.

Also – am besten die Bibel gleich wieder zuklappen und weiter im trüben Trott?

 

Ich frage mich dann aber doch: Was wären wir Menschen ohne Hoffnung oder auch Utopien? Hatte ich, hatten Sie, hatten wir nicht alle zumindest irgendwann einmal sozusagen Heimweh nach einer besseren Welt, nach einer besseren Zukunft?

Heimweh sehnt sich nach dem, was zwar gerade nicht ist, aber doch irgendwie schon mal war, zumindest in der Vorstellung und vielleicht sogar irgendwann einmal ganz real.

 

Ein Satz lässt mich allerdings aufhorchen: "… mit großer Kraft bezeugten (sie) die Auferstehung des Herrn Jesus".

Tun wir das nicht eigentlich bis heute in unseren christlichen Gemeinden, zumindest Sonntag für Sonntag in unseren Gottesdiensten? (Ob nun mit großer oder kleiner Kraft, sei mal dahingestellt …)

Nach Martin Luther ist jeder Sonntag ein kleines Osterfest. Und da sind wir zusammen im Namen des Auferstandenen und feiern Gottes Liebe zum Leben.

 

Diese Kraft Gottes ist für alle da, da gibt es keine Unterschiede. Alle bekommen Hoffnung, Trost und Zuversicht, alle werden gestärkt, allen wird gleichermaßen vergeben. Keiner wird bevorzugt, keine benachteiligt. Der Auferstandene ist mitten unter uns und verbindet uns mit seiner Kraft und untereinander.

 

Nein, Christen sind nicht automatisch "dickste Freunde", wie es das Wort "ein Herz und eine Seele" im heutigen Sprachgebrauch nahelegen könnte. Aber das waren die Mitglieder der Jerusalemer Urgemeinde damals sicherlich auch nicht. Entscheidend ist vielmehr, was die Herzen und Seelen verbindet.

Und das ist die Kraft und die Gnade Gottes – und sein Ja zum Leben für alle, ohne Ansehen der Person.

 

Dieser Glaube verbindet uns Christen bis heute. Und so sprechen wir ja zum Beispiel nicht nur sonntags zu unserem Vater im Himmel, so wie es Jesus uns gelehrt hat (vgl. Mt 6,9).

 

Und dann ist da noch etwas, woran uns ebenfalls Martin Luther erinnert hat: Unsere "guten Werke" kommen aus dem Glauben – und nicht umgekehrt. Weil wir im Gauben an den Auferstandenen miteinander verbunden sind, wissen wir, dass wir Menschen einander brauchen und stehen füreinander ein.

 

Als kleines Zeichen dafür steht übrigens auch jeden Sonntag unsere Kollekte, sie gehört zu jedem Gottesdienst dazu. Und da geben alle ohne Zwang, in großer innerer Freiheit – für andere.

 

Es ist freilich unter uns noch lange nicht alles so, wie's sein sollte – das wissen wir alle.

Doch behalten wir unser Heimweh! Es kann uns antreiben, nicht müde zu werden im Glauben und in der Liebe, in der Tat und in der Hoffnung.

Und freuen wir uns darauf, dass bald ein kleines bisschen von unserem Heimweh gestillt werden kann, denn ab 28. Juni wollen wir wieder ganz real zum gemeinsamen Sonntagsgottesdienst in unserer Kirche zusammenkommen und den Auferstandenen in unserer Mitte feiern und bezeugen.

 

Pfarrerin Annegret Liebmann

 

Lied: Ich glaube fest, dass alles anders wird (EG 661,1-4)

 

1. Ich glaube fest, dass alles anders wird, / dass uns die Liebe immer weiter führt. / Ich glaube fest an eine neue Sicht, / wenn bald im klaren Licht ein hoffnungsvoller Tag anbricht.

 

2. Ich glaube fest, dass Gott die Liebe ist, / und dass er an der Liebe alles misst. / Ich glaube fest, das Ziel ist nicht mehr weit, / ich hoffe auf die Zeit voll Frieden und Gerechtigkeit.

 

3. Ich glaube fest an Gott und seine Macht, / dass er sein Volk behütet und bewacht. / Ich glaube fest, Gott macht die Menschen frei / von Schmerzen und Geschrei, und alle Angst ist dann vorbei.

 

4. Ich glaube fest. Ein neues Lied stimmt an, / ein Liebeslied, das jeder singen kann. / Ich glaube fest, das Ziel ist nicht mehr weit, / ich hoffe auf die Zeit voll Frieden und Gerechtigkeit.

 

Text: Martin Bogdahn 1990 nach dem Lied aus El Salvador "Yo tengo fé que todo cambiará"; Melodie: aus El Salvador

Fürbittengebet (nach velkd.de)

Du Gott der Gerechtigkeit, höre!

Laut ist der Schrei nach Gerechtigkeit.

Wir rufen ihn in deine Ohren.

Wir rufen ihn in die Ohren der Mächtigen.

Höre, du Gott der Gerechtigkeit, und sprich.

Höre und steh an der Seite der Bedrängten.

Höre und heile die Wunden der Geschlagenen.

Du Gott der Gerechtigkeit, erbarme dich.

 

Du Gott des Lebens, atme in uns!

Du hauchst deiner Schöpfung Leben ein.

Verzweifelt ringen die Gequälten nach Atem.

Sie ringen um Atem unter den Augen der Gewalttäter.

Sie ringen um Atem für ihre Kinder.

Atme mit ihnen, du Gott des Lebens.

Atme in den Schwachen und schütze ihr Leben.

Atme mit den Hoffenden und lehre sie.

Du Gott des Lebens, erbarme dich.

 

Du Gott der Liebe, erhebe dich!

Die dir vertrauen, beugen ihre Knie,

damit du das Elend beendest.

Die dir vertrauen, hoffen auf dich.

In aller Welt warten die, die dir vertrauen.

Erhebe dich und zeige uns den Weg der Liebe.

Erhebe dich und verwandele mit uns und durch uns diese Welt.

Du Gott der Liebe, du Gott des Lebens, du Gott der Gerechtigkeit,

erbarme dich durch Jesus Christus, den Auferstandenen,

unseren Bruder und Herrn.

Amen.

 

Vater unser im Himmel …

Lied: Verleih uns Frieden gnädiglich (EG 421)

Verleih uns Frieden gnädiglich, / Herr Gott, zu unsern Zeiten. / Es ist doch ja kein andrer nicht, / der für uns könnte streiten, / denn du, unser Gott, alleine.

 

Text und Melodie: Martin Luther 1529 nach der Antiphon "Da pacem, Domine" 9. Jh.

Segen

Der Herr segne euch und behüte euch.

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.

Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.

Amen.

Orgelnachspiel: Anonymus, Präludium C-Dur aus dem Immenrieder Orgelbuch (1816)

 

 

Opferaufruf

Opferzweck für diesen Sonntag: für die eigene Gemeinde.

Wir haben aufgrund geschlossener Kirchen derzeit keine Einnahmen aus Opfern, die wir für unsere vielfältige Arbeit brauchen. Auch sehen wir von betriebsbedingten Kündigungen und Kurzarbeit für unsere Mitarbeiter ab. Falls Sie uns in dieser für alle schwierigen Zeit finanziell unterstützen wollen, dann können Sie gerne eine Überweisung auf unser Konto vornehmen. Entweder für den sonntäglich hier angegebenen Opferzweck oder für eine Aufgabe, die Ihnen ganz besonders am Herzen liegt - die Jugendarbeit, die Seniorenarbeit, für bedürftige Familien, für unser sanierungsbedürftiges Kirchendach oder etwas anderes. Wir danken von Herzen. Wir können auch gerne eine Spendenbescheinigung ausstellen.

IBAN: DE78 6416 3225 0100 1830 00, BIC: GENODES1VHZ bei der Volksbank Hohenzollern.